«Es muss niemand unter TF1 leiden»
Die Schweizer Werbeauftraggeber sind froh um das zusätzliche Westschweizer TV-Werbefenster von TF1, das ab 5. September starten wird. Denn sie benötigen mehr TV-Werbezeit und erhoffen sich puzelnde Tarife.
«Schon heute ist in der Westschschweiz die Nachfrage nach TV-Werbezeit grösser als das Angebot. Deshalb begrüsst der SWA das Vorhaben von TF1, im Herbst ein zusätzliches TV-Werbefenster für die Romandie zu lancieren», sagt Jürg Siegrist, Direktor des Verbandes Schweizer Werbeauftraggeber (SWA). «Positiv» wertet Siegrist auch, dass mit Ringier ein neuer TV-Vermarkter auf den Plan tritt. Kein Wunder, denn letztes Jahr hatte der SWA und einige seiner Mitglieder die Goldbach Media als alleinige Privat-TV-Vermarkterin in der Schweiz nicht eben begrüsst. Siegrist traut zudem dem Newcomer Ringier einiges zu: «Ringier hat sich bestimmt gut vorbereitet. Immerhin haben sie ja die TF1-Ausmarchung gegen Goldbach Media gewonnen.»
Prognosen darüber, welche Westschweizer Medien ab nächstem Jahr Werbeumsätze an TF1 abtreten müssen, mag Siegrist keine abgeben. Die Sorgen der Westschweizer Verleger, die befürchten, dass insbesondere die Presse der Romandie leiden wird, teilt er aber nicht. «Zwar wird sich der Medienmix ändern und es wird Gewinner und Verlierer geben, aber ich stelle in Frage, dass jemand unter TF1 leiden muss», sagt er. «Schon deshalb nicht, weil die TV-Umsätze ohnehin weiter ansteigen.»
Allerdings geht der SWA-Direktor davon aus, dass dank des TF1-Angebots bei den TV-Spot-Preisen «ein gesunder Wettbewerb entsteht», sprich, dass TF1 die TV-Tarife purzeln lässt oder sie zumindest stabil hält. «Wir kennen allerdings das Preisgefüge von TF1 noch nicht», schränkt Siegrist ein. (Markus Knöpfli)
