Viral Video Award 2010: Politische Virals räumen ab

In der Festivalkategorie «Virals» des 26. Internationalen Kurzfilmfestivals Berlin wurde am Freitagabend der von Interfilm und Zucker.Kommunikation präsentierte Viral Video Award für die besten viralen Videos des Jahres vergeben.

Der Publikumspreis ging an das Viral «Nice Game» von Tilman Egel. Die Kurzanimation erhielt mit Abstand die meisten und höchsten Bewertungen beim Online-Voting. Der Film behandelt das Thema Kindersoldaten und zeigt die zwei Realitäten, in denen diese sich befinden: unschuldiges Spiel auf der einen und brutale Gewalt auf der anderen Seite. Insgesamt beteiligten sich fast 20.000 User am Online-Voting.

Der Journalist Mario Sixtus («Elektrischer Reporter», ZDF), die Fernsehmoderatorin und Autorin Petra Gute («Stilbruch», RBB) und der Schauspieler Daniel Zillmann («NVA», «Schwarze Schafe») bildeten die Fachjury des Awards 2010. Sie prämierten «Nestlé, kein Palmöl aus Urwaldzerstörung!» von Greenpeace als bestes Viral. Die Begründung der Jury: Der Palmöl-Spot von Greenpeace sei das Video mit dem größten Einfluss und der höchsten Viralität. Darüber hinaus habe der Film nicht nur viele Menschen für das Problem der Palmölproduktion sensibilisiert, sondern auch sein Ziel erreicht. Nestlé musste auf die Kritik reagieren. Die Macher hätten mit diesem Film bewiesen, dass Virals etwas bewirken können, sagt die Jury abschliessend.

Die in diesem Jahr erstmals von der Heinrich-Böll-Stiftung vergebene Auszeichnung für das beste politische Viral mit den Themen Klima, Demokratie und Gerechtigkeit erhielt «Polar Bear», das die klimaschädlichen Auswirkungen von Flugreisen thematisiert. Das Video von Daniel Kleinman vermittle in kürzester Zeit ohne viele Worte und mit extrem starken Bildern eine klare Botschaft, die hängen bleibe, so die Begründung der Jury.

Eine lobende Erwähnung erhielt der Film «Ode to a Post-it Note“» für originelle und berührende Thematisierung der Frage nach der eigenen Herkunft in einer Mischung aus Animation, Musik und Schnitt.

Daniel Kreuscher von Zucker.Kommunikation ist überzeugt, dass mit der wachsenden Verbreitung sozialer Netzwerke wie Facebook auch die Bedeutung viraler Videos steigt. Vor allem in der politischen Kommunikation haben sich Virals als wirksames Instrument erwiesen. Gerade die Politvirals wurden im Online-Voting viel diskutiert und am besten bewertet. Das Beispiel Greenpeace/Nestlé zeige zudem, dass Virals tatsächlich etwas bewirken können, so Kreuscher abschliessend.

Preisgeber der Viral Video Awards 2010 waren neben der Heinrich-Böll-Stiftung die Berliner Landesinitiative Projekt Zukunft und Ritter Sport. Das Preisgeld betrug jeweils 1‘000 Euro.
Medial unterstützt wurde der Award unter anderem von dem Polit-Blog Netzpolitik.org, und dem Social-Bookmarking-Dienst Mister Wong.

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