TV 3 will Nettowerbezahlen

Die Bruttozahlen von Mediafocus sind Jürg Wildberger zu ungenau

Die Bruttozahlen von Mediafocus sind Jürg Wildberger zu ungenauVon Markus KnöpfliLetzten November gelangte Jürg Wildberger, TV-3-Geschäftsführer, mit einem Anliegen an die grösseren Privat-TVs, SF DRS und TV-Werbevermarkter: Da die von Mediafocus (MF) monatlich erhobenen Bruttowerbezahlen ungenau seien, sollten die Sender gemeinsam einen Nettodienst aufziehen.
Konkret: Jeder Sender soll einer bestimmten Treuhandfirma monatlich sein Nettowerbeeinkommen mitteilen. Diese errechnet das gesamte Nettowerbevolumen der Schweizer TVs und gibt dieses – und nur dieses – wieder an die einzelnen Sender weiter.
Laut der Informationsbeauftragten Andrea Hemmi haben «alle grossen Anbieter positiv» reagiert. Konkret seien dies neben TV 3 die Publisuisse, die Belcom, Cinecom und IP Multimedia. Nicht reagieren werden gemäss Recherchen Radiotele und der Privat-TV-Verband Telesuisse (18 Mitglieder). Letzterer wurde nicht angefragt.
Und das TeleNewsCombi (TNC) – dem notabene auch die Belcom-Sender Tele 24 und Tele Züri angehören – winkte ab. «MF genügt uns», erklärt TNC-Geschäftsführer Christian Stärkle. Zudem müsse zuerst definiert werden, wie die Nettozahlen erhoben würden. So sei etwa unklar, wie das Sponsoring oder Gegengeschäfte einfliessen würden.
Der Teufel im Detail:
Die Definition der Nettozahlen
Diese Aufgabe wurde gemäss Hemmi vom TV-3-eigenen Anwalt unterdessen erledigt. Zirka Ende Mai werde der Definitionskatalog vorgelegt. Allerdings bleibt offen, ob man sich danach auf eine einheitliche Definition einigen kann.
Und weshalb kam die Initiative für die Nettoerhebung ausgerechnet von TV 3? In der Branche kursiert folgende Begründung: Auch der TV-3-Verwaltungsrat sah, dass TV 3 auf Grund der MF-Zahlen schlechter abgeschnitten hat als der Durchschnitt der Sender. Nun erhoffe sich der unter Druck geratene Wildberger, künftig mit «repräsentativeren» Nettozahlen zeigen zu können, dass TV 3 im Vergleich zu anderen Sendern gar nicht so schlecht dastehe.
«Falsch», sagt Hemmi, «dies hat nichts mit der Situation zwischen uns und unseren Aktionären zu tun.» Nettozahlen seien nun einmal «repräsentativer». Dass zudem die grossen Anbieter zugesagt hätten, zeige das allgemeine Bedürfnis nach Nettozahlen.

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