Coninx’ Präsidialzeit nähert sich dem Ende
Der Verband Schweizer Presse erhöht die Mitgliederbeiträge und wertet das Präsidium auf
Der Verband Schweizer Presse erhöht die Mitgliederbeiträge und wertet das Präsidium aufZum Abschied seines Geschäftsführers Peter Hartmeier krempelt der Verband Schweizer Presse die Organisationsstruktur um und erhöht die Mitgliederbeiträge. Das Präsidium gewinnt markant an Einfluss (siehe auch das Interview mit Peter Hartmeier, Seite 5).Unter der Leitung von Marco de Stoppani erarbeitete eine Projektgruppe während der vergangenen zwei Jahre eine neue Organisationsstruktur für den Verband Schweizer Presse. Letzte Woche nun wurde die neue Ordnung von der Mitgliederversammlung praktisch widerspruchslos verabschiedet. Die Änderungen sind drastisch. Neben höheren Beitragsgebühren bringt vor allem eine Neuordnung der Arbeitsgruppen frischen Wind in den Verband.
Die bisherige Gliederung in überregionale/regionale und regionale/lokale Zeitungen, Zeitschriften, Werbemarkt und Vertrieb galt als veraltet, weil sie nur ungenügend auf die Marktrealität einging. An ihre Stelle treten die sieben Departemente Nutzermarkt, Werbemarkt, Recht, Bildung, Ethik, Distribution und Technologie, die diese Schwäche ausbügeln sollen. Doch ebenso einschneidend wie die Neuformulierung der Inhalte ist die verbandsinterne Zuordnung der neuen Arbeitsgruppen. Statt wie bisher der Geschäftsstelle sind sie jetzt dem Präsidium angegliedert. Formell zeigt sich das darin, dass die Vorsteher der Departemente neu auch Mitglieder des Präsidiums sein werden.
Als weitere wichtige Neuerung hat die Schweizer Presse ihre Mitgliederbeiträge erhöht. Insgesamt beträgt die Anhebung 17,5 Prozent. Allerdings werden nicht alle Mitglieder im gleichen Umfang zur Kasse gebeten. Kleinere Medienhäuser zahlen künftig überproportional mehr, denn der Mindestbeitrag pro Mitglied wurde von 1300 Franken auf 2500 Franken fast verdoppelt.
Ebenfalls wurden die Stimmrechte, die mit den Beiträgen gekoppelt sind, neu verteilt. Statt wie bisher bis zu 15 Stimmen oder mehr pro Unternehmensgruppe ist jetzt die Anzahl pro Medienhaus auf maximal acht beschränkt. Mit der Begrenzung nach oben wurde die Verbandsdemokratie vernünftiger strukturiert.
Die Tage von Coninx als Verbandspräsident sind gezählt
In Kraft treten die neuen Statuten am 20./21. September anlässlich des Verbandskongresses in Montreux. Dann wird nicht nur die neue Mitgliederversammlung konstituiert. Auch das Präsidium, das künftig aus dem Präsidenten und den sieben Departementsvorstehern besteht, wird neu bestellt. Hans Heinrich Coninx wird sich zwar zur Wiederwahl ins Präsidentenamt stellen, doch wie aus verlässlicher Quelle bekannt ist, wird er noch etwa ein Jahr, aber sicher nicht mehr die ganze vierjährige Amtsperiode dabei sein.
Von Coninx selber gab es keine Stellungnahme. Lediglich beruhigende Worte aus seinem Sekretariat: Coninx sei bis auf weiteres Präsident, ein Rücktritt im Moment kein Thema. Tatsache ist, dass Coninx nicht gleichzeitig mit Hartmeier den Hut nehmen kann, denn jetzt muss erst die neue Verbandsstruktur implementiert werden.
Doch die Stabsübergabe ist nicht mehr fern, das ist gewiss. Kommt nach zehn Jahren Coninx bald die Zeit, in der Ringier das Zepter beim Verband Schweizer Presse übernimmt? Diese Rolle stünde dem grössten Schweizer Verlagshaus durchaus zu. Daniel Schifferle
Die bisherige Gliederung in überregionale/regionale und regionale/lokale Zeitungen, Zeitschriften, Werbemarkt und Vertrieb galt als veraltet, weil sie nur ungenügend auf die Marktrealität einging. An ihre Stelle treten die sieben Departemente Nutzermarkt, Werbemarkt, Recht, Bildung, Ethik, Distribution und Technologie, die diese Schwäche ausbügeln sollen. Doch ebenso einschneidend wie die Neuformulierung der Inhalte ist die verbandsinterne Zuordnung der neuen Arbeitsgruppen. Statt wie bisher der Geschäftsstelle sind sie jetzt dem Präsidium angegliedert. Formell zeigt sich das darin, dass die Vorsteher der Departemente neu auch Mitglieder des Präsidiums sein werden.
Als weitere wichtige Neuerung hat die Schweizer Presse ihre Mitgliederbeiträge erhöht. Insgesamt beträgt die Anhebung 17,5 Prozent. Allerdings werden nicht alle Mitglieder im gleichen Umfang zur Kasse gebeten. Kleinere Medienhäuser zahlen künftig überproportional mehr, denn der Mindestbeitrag pro Mitglied wurde von 1300 Franken auf 2500 Franken fast verdoppelt.
Ebenfalls wurden die Stimmrechte, die mit den Beiträgen gekoppelt sind, neu verteilt. Statt wie bisher bis zu 15 Stimmen oder mehr pro Unternehmensgruppe ist jetzt die Anzahl pro Medienhaus auf maximal acht beschränkt. Mit der Begrenzung nach oben wurde die Verbandsdemokratie vernünftiger strukturiert.
Die Tage von Coninx als Verbandspräsident sind gezählt
In Kraft treten die neuen Statuten am 20./21. September anlässlich des Verbandskongresses in Montreux. Dann wird nicht nur die neue Mitgliederversammlung konstituiert. Auch das Präsidium, das künftig aus dem Präsidenten und den sieben Departementsvorstehern besteht, wird neu bestellt. Hans Heinrich Coninx wird sich zwar zur Wiederwahl ins Präsidentenamt stellen, doch wie aus verlässlicher Quelle bekannt ist, wird er noch etwa ein Jahr, aber sicher nicht mehr die ganze vierjährige Amtsperiode dabei sein.
Von Coninx selber gab es keine Stellungnahme. Lediglich beruhigende Worte aus seinem Sekretariat: Coninx sei bis auf weiteres Präsident, ein Rücktritt im Moment kein Thema. Tatsache ist, dass Coninx nicht gleichzeitig mit Hartmeier den Hut nehmen kann, denn jetzt muss erst die neue Verbandsstruktur implementiert werden.
Doch die Stabsübergabe ist nicht mehr fern, das ist gewiss. Kommt nach zehn Jahren Coninx bald die Zeit, in der Ringier das Zepter beim Verband Schweizer Presse übernimmt? Diese Rolle stünde dem grössten Schweizer Verlagshaus durchaus zu. Daniel Schifferle
