Lasst euch nicht melken
Eine US-Ärztevereinigung warnt Amerikaner davor, zu viel Milch zu trinken
Eine US-Ärztevereinigung warnt Amerikaner davor, zu viel Milch zu trinkenVon Thérèse BalduzziSeit Jahren strahlen Prominente mit einem Milchschnauz in US-Zeitschriften die Leser an. «Got Milk?» fragt die Anzeige und preist die gesundheitlichen Vorteile des Milchkonsums. Jetzt läuft eine US-Ärztevereinigung Sturm gegen eine der bekanntesten US-Kampagnen: Milchtrinken sei ungesund, behauptet diese.
Die Milchschnauz-Kampagne entwickelte die Agentur Bozell in New York bereits 1995 im Auftrag des National Fluid Milk Processor Promotion Board (MilkPEP) in Washington. Die «Got Milk?»-Tagline stammt ursprünglich aus einer erst regional, dann landesweit laufenden TV-Kampagne, die Goodby, Silverstein & Partner bereits 1993 für das California Fluid Milk Processor Board (CFMPB) gestaltet hatte.
Darin wird behauptet, dass Milchtrinken eine gute Prävention gegen Osteoporose und hohen Blutdruck darstelle und
die sportliche Leistung steigere. Damit ist das Physicians Committee for Responsible Medicine (PCRM), eine Vereinigung von Ärzten, Ernährungsberatern und Laien aus Washington DC, jedoch gar nicht einverstanden. Die 1985 gegründete Nonprofit-Organisation kümmert sich um Präventivmedizin und bessere Forschung.
Die in der Kampagne behaupteten Gesundheitsvorteile aus kalziumreicher Nahrung seien von der Regierung nur für bestimmte Bevölkerungsgruppen erlaubt, moniert die PCRM. Wissenschaftliche Beweise, wonach erhöhter Kalziumkonsum Afroamerikanern, Männern oder älteren Frauen Vorteile brächten, würden fehlen. Eine «Got Milk?»-Werbung mit dem afroamerikanischen Model Tyra Banks, in der behauptet wird, Milch könne dem Auftreten von Osteoporose bei Männern entgegenwirken, hält das PCRM deshalb für unverantwortlich.
Die Grenzen der erlaubten Health Claims würden auch in Kampagnen mit den Afroamerikanern Whoopi Goldberg und Spike Lee, aber auch mit dem weissen Talkshowmaster Conan O’Brian übertreten. Sie unterlassen es, darauf hinzuweisen, dass der Verlust von Kalzium mit regelmässigem Sport, salzarmer Diät und einer Herabsetzung tierischer Eisweisse verhindert werden könne. Das PCRM hat deshalb bei der Federal Trade Commission Beschwerde eingereicht und verlangt, dass die in der Kampagne aufgestellten Behauptungen untersucht werden.
Das Milchimperium verteufelt das PCRM als Ketzer
Ihre Auffassung, dass Milch ungesund sei, verbreitet PCRM diesen Sommer mit einer Plakatkampagne, die sie selber gestaltet hat. «Got Diarrhea?» heisst es über einer Gruppe von Afroamerikanern und Latinos, die mit einem Milchschnauz ungeduldig vor der besetzten Toilette wartet. Damit nimmt die Anzeige auf die Tatsache Bezug, dass ein Grossteil der Afroamerikaner, Asiaten und Latinos im Erwachsenenalter Milch nicht verdauen kann.
«Don’t get milked by the Dairy Industry» steht dagegen über einem Bild einer mit Milch übergossenen Frau und spiegelt die Meinung des PCRM, dass es
den US-Milchverbänden ums Geld und nicht um die Volksgesundheit gehe. Die Plakataktion wird diesen Sommer in mehreren grösseren Städten starten.
Obwohl die Ansichten des PCRM von weiten Kreisen geteilt werden, bezeichnet das National Fluid Milk Processor Promotion Board (MilkPEP) das PCRM als eine extreme Randgruppe, deren Ziel es sei, die vegetarische Lebensweise durchzusetzen.
Die Milchschnauz-Kampagne entwickelte die Agentur Bozell in New York bereits 1995 im Auftrag des National Fluid Milk Processor Promotion Board (MilkPEP) in Washington. Die «Got Milk?»-Tagline stammt ursprünglich aus einer erst regional, dann landesweit laufenden TV-Kampagne, die Goodby, Silverstein & Partner bereits 1993 für das California Fluid Milk Processor Board (CFMPB) gestaltet hatte.
Darin wird behauptet, dass Milchtrinken eine gute Prävention gegen Osteoporose und hohen Blutdruck darstelle und
die sportliche Leistung steigere. Damit ist das Physicians Committee for Responsible Medicine (PCRM), eine Vereinigung von Ärzten, Ernährungsberatern und Laien aus Washington DC, jedoch gar nicht einverstanden. Die 1985 gegründete Nonprofit-Organisation kümmert sich um Präventivmedizin und bessere Forschung.
Die in der Kampagne behaupteten Gesundheitsvorteile aus kalziumreicher Nahrung seien von der Regierung nur für bestimmte Bevölkerungsgruppen erlaubt, moniert die PCRM. Wissenschaftliche Beweise, wonach erhöhter Kalziumkonsum Afroamerikanern, Männern oder älteren Frauen Vorteile brächten, würden fehlen. Eine «Got Milk?»-Werbung mit dem afroamerikanischen Model Tyra Banks, in der behauptet wird, Milch könne dem Auftreten von Osteoporose bei Männern entgegenwirken, hält das PCRM deshalb für unverantwortlich.
Die Grenzen der erlaubten Health Claims würden auch in Kampagnen mit den Afroamerikanern Whoopi Goldberg und Spike Lee, aber auch mit dem weissen Talkshowmaster Conan O’Brian übertreten. Sie unterlassen es, darauf hinzuweisen, dass der Verlust von Kalzium mit regelmässigem Sport, salzarmer Diät und einer Herabsetzung tierischer Eisweisse verhindert werden könne. Das PCRM hat deshalb bei der Federal Trade Commission Beschwerde eingereicht und verlangt, dass die in der Kampagne aufgestellten Behauptungen untersucht werden.
Das Milchimperium verteufelt das PCRM als Ketzer
Ihre Auffassung, dass Milch ungesund sei, verbreitet PCRM diesen Sommer mit einer Plakatkampagne, die sie selber gestaltet hat. «Got Diarrhea?» heisst es über einer Gruppe von Afroamerikanern und Latinos, die mit einem Milchschnauz ungeduldig vor der besetzten Toilette wartet. Damit nimmt die Anzeige auf die Tatsache Bezug, dass ein Grossteil der Afroamerikaner, Asiaten und Latinos im Erwachsenenalter Milch nicht verdauen kann.
«Don’t get milked by the Dairy Industry» steht dagegen über einem Bild einer mit Milch übergossenen Frau und spiegelt die Meinung des PCRM, dass es
den US-Milchverbänden ums Geld und nicht um die Volksgesundheit gehe. Die Plakataktion wird diesen Sommer in mehreren grösseren Städten starten.
Obwohl die Ansichten des PCRM von weiten Kreisen geteilt werden, bezeichnet das National Fluid Milk Processor Promotion Board (MilkPEP) das PCRM als eine extreme Randgruppe, deren Ziel es sei, die vegetarische Lebensweise durchzusetzen.
