«Die Schweizer haben gute Chancen»

Matthias Luchsinger, CEO RMB Switzerland, über den Wettbewerb in Cannes

Matthias Luchsinger, CEO RMB Switzerland, über den Wettbewerb in CannesIn seiner Funktion als Schweizer Repräsentant will sich Matthias Luchsinger nicht über die Chancen der Schweizer Beiträge in Cannes äussern. «Ich bin kein Jurymitglied und will mit meinem Urteil auch nicht vorpreschen», meint er. Lieber überlässt er die Beurteilung der Wettbewerbsbeiträge den Kreativen. Luchsinger ist aber «überzeugt, dass die Schweizer Einreichungen gute Chancen haben».Wie viele Auszeichnungen und Nominierungen in der Shortlist würden Sie für die Schweiz als angemessen erwarten?
Matthias Luchsinger: Die Anzahl Einreichungen aus dem Rekordjahr 2000 haben wir nicht erreicht. Als Schweizer Geschäftsstelle des Werbefestivals von Cannes haben wir aber schon mehrfach festgestellt, dass weniger auch mehr sein kann. Auf die Qualität der Beiträge kommt es an, nicht auf die Anzahl. Letztes Jahr brachten die zahlreichen Einreichungen nur einen einzigen Media-Lion hervor. Dieses Jahr rechne ich aber mit zwei bis drei Lions. Bei den Shortlistauszeichnungen tippe ich auf 10 bis 15, schliesslich sind die Schweizer Agenturen immer noch mit insgesamt 305 Einreichungen in den vier Kategorien im Rennen.
Wie schlecht müsste die Schweiz abschneiden, um als Werbeprovinz bezeichnet zu werden?
Luchsinger: Da halte ich es wie mit dem halb leeren oder halb vollen Glas Wasser: Auf die Perspektive kommt es an. Darum beantworte ich die Frage von der positiven Seite: Ab vier Preisen gilt die Schweiz als Werbegrossmacht.
Was bedeutet Ihnen der Wettbewerb in Cannes?
Luchsinger: Cannes ist nicht nur ein Wettbewerb, sondern der Treffpunkt für die internationale Werbebranche mit unzähligen Gesprächen, Kontakten und Informationen. Dass man sich
von diesen Strapazen am besten am Strand mit einem kühlen Drink in der Hand erholt, habe ich in Selbstversuchen verifiziert.
Welches ist Ihr bisher schönstes persönliches Erlebnis in Cannes?
Luchsinger: Essen in einer Oase (die diesen Namen auch tatsächlich verdient) in der Nähe von Cannes, um dann morgens um fünf Uhr auf einer Reling zu sitzen und mit einem Handy an jedem Ohr den Satelliten zuzuhören.
Welches ist Ihr guter Vorsatz für dieses Jahr in Cannes?
Luchsinger: Genau das Gleiche wie jedes Jahr: Weniger Meetings. Früher ins Bett gehen. Strikte Alkoholabstinenz und nie oben ohne an den Strand gehen!
Beenden Sie bitte folgenden Satz: «In Cannes gewinnt man vor allem, wenn …»
Luchsinger: … man am «Swiss Lunch» von RMB Switzerland teilnimmt und da zum letzten Mal gezielt Lobbying betreibt! Interview: Andreas Panzeri

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