Radiopools vor Schicksalsfrage
Pool 2000 und City-Pool bleiben vorerst noch – doch die neuen Daten von Radiocontrol könnten das ändern
Pool 2000 und City-Pool bleiben vorerst noch – doch die neuen Daten von Radiocontrol könnten das ändernVon Markus Knöpfli Die grossen Radiowerbe-Kombinationen City-Pool (Basilisk, Pilatus, ExtraBern) und Pool 2000 (Z, Argovia, BE1, Edelweiss, Regenbogen, Sunshine, BeO, Canal 3) bestehen vorläufig wie bisher weiter. Nicht auszuschliessen ist allerdings, dass die Radiocontrol-Daten bis spätestens in einem Jahr neue Seilschaften entstehen lassen.
City-Pool und Pool 2000 beschlossen an separat geführten Sitzungen, sich nicht zu trennen. Allfällige Kündigungen per Ende Jahr hätten in beiden Pools bis zum 30. Juni erfolgen müssen. «Wir können mit dieser Situation leben», sagt denn auch Felix Kilchsperger, Verkaufsleiter Radio beim Vermarkter Radiotele.
Die grösste Veränderung ergab sich beim Pool 2000: BeO-Sendeleiter Martin Muerner wurde einstimmig als neuer Pool-Geschäftsleiter gewählt (bleibt aber bei BeO). Er tritt die Nachfolge von Pool-Gründer Christian Stärkle an. Stärkle hat vor zwei Monaten als Geschäftsführer von Radio Argovia und Tele M1 zur Vermarkterin Belcom (Radio 24, Tele 24, Tele Züri) gewechselt und ist damit aus dem Pool 2000 ausgeschieden.
Dass die beiden Pool-Konstellationen unverändert blieben, ist dennoch nicht ganz selbstverständlich. Zum einen darum, weil der City-Pool «eine umworbene Braut» sei, wie sowohl Monique Stauffer, Verkaufsleiterin bei Radio Basilisk, als auch Joachim Freiberg, Geschäftsleiter von Radio Pilatus, betonen.
Beide gaben jedoch keine Auskunft darüber, aus welcher Ecke die Avancen angetragen wurden. Nur soviel: Ex-Mitglied Radio 24 und Radio Aktuell gehören nicht zu den Freiern. Und andere ungebundene Radios kämen für den City-Pool wohl ohnehin nicht in Frage. Und überhaupt, so Stauffer, mache man sich über eine Poolerweiterung erst wieder ernsthafte Gedanken, wenn die Radiocontrol-Zahlen auf dem Tisch lägen.
Offensichtlich hatte man beim City-Pool aber auch mit einem Auseinanderbrechen des Pool 2000 gerechnet. Eine solche Bewegung anzunehmen, das war nicht ganz abwegig. Denn ausgerechnet Christian Stärkle hatte dort offenbar versucht, das nun von ihm umsorgte Radio 24 an die Stelle von Radio Z einzubringen.
Ein offizieller Antrag ging allerdings bei Pool 2000 nicht ein, wie Muerner auf Anfrage sagte, und auf der Tagesordnung sei dieses Thema auch nicht gestanden. Dennoch wurde dieser Punkt diskutiert – unter der Frage: Wie weiter mit dem Pool 2000? Muerner bestätigt auch, dass es «harte Diskussionen» gegeben habe, weist aber darauf hin, dass die dafür nötige Pool-Kündigung nie erwogen wurde.
Am meisten ärgern sich die Sender über Preisdumping
Unter dem erwähnten Traktandum wurde auch die (mangelnde) Tariftreue einzelner Poolmitglieder gerügt. Dem Vernehmen nach scheint primär Radio Z im Preisbereich das schwarze Schaf zu sein. Das könnte auch der Grund sein, weshalb manche Pool-Mitglieder halblaut über einen Tausch «Radio 24 gegen Z» nachgedacht haben. «No comment», sagt dazu der gute Hirte Muerner. Nur soviel: Preisdumping sei in der ganzen Szene immer wieder ein Thema.
Michael Frank, Geschäftsführer des Radio Z-Vermarkters IP Multimedia, kann über den Dumping-Vorwurf «nur lachen». «Wir machen keine Dumpingpreise, aber wir müssen uns natürlich mit Radio 24 quervergleichen», sagt er. Und mit Verweis auf die neuen Radiocontrol-Zahlen stellt er die Frage, weshalb wohl Radio 24 wieder nach einem Pool Ausschau halte. Recht hat er – doch die Frage bleibt unbeantwortet, denn von Radio 24 waren weder Stärkle noch Richi Gasser für eine Stellungnahme erreichbar.
Fest steht nur soviel: Beim Pool 2000 bleibt weiterhin alles beim Alten. Muerners Begründung zu dieser Feststellung: «Wenn das Boot einigermassen gut schwimmt, wäre es dumm, den Pool und seinen Namen zu gefährden.» Zudem hätten die Radios vereinbart, einander die neuen Radiocontrol-Zahlen erst am Radio-Day am 30. August zu präsentieren. Ohne die Facts, sprich: Verlierer und Gewinner zu kennen, wäre deshalb eine Neuzusammensetzung «eine schlechte Voraussetzung für einen Wirbel in der Szene», sagte Muerner.
Radiocontrol und Tarifpolitik Am 3. Juli fand auf Einladung von Martin Muerner, Vorstandsmitglied im Verband Schweizer Privatradios (VSP) eine Tagung zum Thema «Radiocontrol und Tarifpolitik» statt. Neben Publica Data und Radiotele waren alle (!) Deutschschweizer Privatradios anwesend, ebenso mehrere Vertreter des welschen Privatradio-Verbandes RRR. Hauptfrage war, wie sich die neue Radiowährung auf die Tarifgestaltung auswirken wird und wie die Radiocontrol-Daten künftig dem Markt angeboten werden sollen. Über die Ergebnisse wurde zwar Stillschweigen vereinbart, doch Muerner teilte mit, dass man sich in den Grundzügen einig war. So wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die nun Details ausarbeiten soll. Möglicherweise folgt Anfang August ein zweites Treffen. Auf jeden Fall sollen aber bis zum Radio-Day definitive Resultate vorliegen.
City-Pool und Pool 2000 beschlossen an separat geführten Sitzungen, sich nicht zu trennen. Allfällige Kündigungen per Ende Jahr hätten in beiden Pools bis zum 30. Juni erfolgen müssen. «Wir können mit dieser Situation leben», sagt denn auch Felix Kilchsperger, Verkaufsleiter Radio beim Vermarkter Radiotele.
Die grösste Veränderung ergab sich beim Pool 2000: BeO-Sendeleiter Martin Muerner wurde einstimmig als neuer Pool-Geschäftsleiter gewählt (bleibt aber bei BeO). Er tritt die Nachfolge von Pool-Gründer Christian Stärkle an. Stärkle hat vor zwei Monaten als Geschäftsführer von Radio Argovia und Tele M1 zur Vermarkterin Belcom (Radio 24, Tele 24, Tele Züri) gewechselt und ist damit aus dem Pool 2000 ausgeschieden.
Dass die beiden Pool-Konstellationen unverändert blieben, ist dennoch nicht ganz selbstverständlich. Zum einen darum, weil der City-Pool «eine umworbene Braut» sei, wie sowohl Monique Stauffer, Verkaufsleiterin bei Radio Basilisk, als auch Joachim Freiberg, Geschäftsleiter von Radio Pilatus, betonen.
Beide gaben jedoch keine Auskunft darüber, aus welcher Ecke die Avancen angetragen wurden. Nur soviel: Ex-Mitglied Radio 24 und Radio Aktuell gehören nicht zu den Freiern. Und andere ungebundene Radios kämen für den City-Pool wohl ohnehin nicht in Frage. Und überhaupt, so Stauffer, mache man sich über eine Poolerweiterung erst wieder ernsthafte Gedanken, wenn die Radiocontrol-Zahlen auf dem Tisch lägen.
Offensichtlich hatte man beim City-Pool aber auch mit einem Auseinanderbrechen des Pool 2000 gerechnet. Eine solche Bewegung anzunehmen, das war nicht ganz abwegig. Denn ausgerechnet Christian Stärkle hatte dort offenbar versucht, das nun von ihm umsorgte Radio 24 an die Stelle von Radio Z einzubringen.
Ein offizieller Antrag ging allerdings bei Pool 2000 nicht ein, wie Muerner auf Anfrage sagte, und auf der Tagesordnung sei dieses Thema auch nicht gestanden. Dennoch wurde dieser Punkt diskutiert – unter der Frage: Wie weiter mit dem Pool 2000? Muerner bestätigt auch, dass es «harte Diskussionen» gegeben habe, weist aber darauf hin, dass die dafür nötige Pool-Kündigung nie erwogen wurde.
Am meisten ärgern sich die Sender über Preisdumping
Unter dem erwähnten Traktandum wurde auch die (mangelnde) Tariftreue einzelner Poolmitglieder gerügt. Dem Vernehmen nach scheint primär Radio Z im Preisbereich das schwarze Schaf zu sein. Das könnte auch der Grund sein, weshalb manche Pool-Mitglieder halblaut über einen Tausch «Radio 24 gegen Z» nachgedacht haben. «No comment», sagt dazu der gute Hirte Muerner. Nur soviel: Preisdumping sei in der ganzen Szene immer wieder ein Thema.
Michael Frank, Geschäftsführer des Radio Z-Vermarkters IP Multimedia, kann über den Dumping-Vorwurf «nur lachen». «Wir machen keine Dumpingpreise, aber wir müssen uns natürlich mit Radio 24 quervergleichen», sagt er. Und mit Verweis auf die neuen Radiocontrol-Zahlen stellt er die Frage, weshalb wohl Radio 24 wieder nach einem Pool Ausschau halte. Recht hat er – doch die Frage bleibt unbeantwortet, denn von Radio 24 waren weder Stärkle noch Richi Gasser für eine Stellungnahme erreichbar.
Fest steht nur soviel: Beim Pool 2000 bleibt weiterhin alles beim Alten. Muerners Begründung zu dieser Feststellung: «Wenn das Boot einigermassen gut schwimmt, wäre es dumm, den Pool und seinen Namen zu gefährden.» Zudem hätten die Radios vereinbart, einander die neuen Radiocontrol-Zahlen erst am Radio-Day am 30. August zu präsentieren. Ohne die Facts, sprich: Verlierer und Gewinner zu kennen, wäre deshalb eine Neuzusammensetzung «eine schlechte Voraussetzung für einen Wirbel in der Szene», sagte Muerner.
Radiocontrol und Tarifpolitik Am 3. Juli fand auf Einladung von Martin Muerner, Vorstandsmitglied im Verband Schweizer Privatradios (VSP) eine Tagung zum Thema «Radiocontrol und Tarifpolitik» statt. Neben Publica Data und Radiotele waren alle (!) Deutschschweizer Privatradios anwesend, ebenso mehrere Vertreter des welschen Privatradio-Verbandes RRR. Hauptfrage war, wie sich die neue Radiowährung auf die Tarifgestaltung auswirken wird und wie die Radiocontrol-Daten künftig dem Markt angeboten werden sollen. Über die Ergebnisse wurde zwar Stillschweigen vereinbart, doch Muerner teilte mit, dass man sich in den Grundzügen einig war. So wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die nun Details ausarbeiten soll. Möglicherweise folgt Anfang August ein zweites Treffen. Auf jeden Fall sollen aber bis zum Radio-Day definitive Resultate vorliegen.
