Daumenkino in der U-Bahn
Flitzende U-Bahn-Waggons verwandeln in Tunnels stehende Bilder in «Spots»
Flitzende U-Bahn-Waggons verwandeln in Tunnels stehende Bilder in «Spots»Von Thérèse Balduzzi Für die Subwayfahrgäste in den US-Städten Atlanta und Philadelphia verwandeln sich die Fenster der Subwaywagen in Bildschirme für Spots. Dabei feiert das Daumenkino Auferstehung: Leuchtende Bilder im Tunnel fügen sich bei hoher Geschwindigkeit zu Filmen zusammen.
Seit Ende September werden die Benutzer des Subwaysystems MARTA (Metropolitan Atlanta Rapid Transit Authority) in Atlanta, Georgia, auf ihrem Arbeitsweg mit neuen visuellen Reizen überrascht. Durch die dunklen Fenster der Subwaywagen sehen sie bewegte Leuchtreklamen von frischem, sprudelndem Wasser, die Wörter «Treat yourself well everyday» und das Logo von Dasani, dem Mineralwasser der Firma Coca-Cola, vorbeiziehen. Das Spektakel ist eine Innovation in der Werbelandschaft, die Coca-Cola in Zusammenarbeit mit der auf Outdoor-Advertising spezialisierten Firma Submedia aus New York realisiert hat.
Um Filmeffekte zu erzielen, montierte Submedia zwischen den Stationen Dunwoody und Sandy Springs der North Line in Atlanta über eine Länge von 300 Metern Leuchtboxen an die Wand des Subwaytunnels. Die Leuchtzeichen wirken im Vorbeifahren – nach dem Prinzip des guten alten Daumenkinos – wie bewegte Bilder. Für die U-Bahn-Benutzer unterscheiden sich die Dasani-Bilder kaum von einem TV-Spot von 20 Sekunden Länge. «Wir benutzen eine Serie von komprimierten Bildern und erreichen eine hohe Anzahl von Bildern pro Sekunde, die den Eindruck eines Films vermitteln», erklärt Matthew Gross, Präsident von Submedia. Die Bilder wurden von Phactory Productions in New York gestaltet.
Bei der Dasani-Subwaywerbung in Atlanta handelt es sich um einen auf drei Monate begrenzten Test. Dieselbe U-Bahn-Werbung wird auch in Philadelphia getestet. In New York war gleichzeitig ein Test in Zügen von New Jersey nach Manhattan vorgesehen, doch wurde die Realisierung dieser Untergrundwerbung nach den Anschlägen auf das World Trade Center auf unbestimmte Zeit verschoben.
Drei Unternehmen können U-Bahn-Werbung anbieten
Da Subwaypassagiere über wenig Ausweichmöglichkeiten verfügen, verspricht sich Submedia, mit der Tunnelwerbung die volle Aufmerksamkeit der Fahrgäste zu erheischen. Die Transitsysteme wiederum versprechen sich davon neue Einnahmequellen. Nach Schätzungen von Submedia könnte ein Transitsystem wie MARTA in Atlanta mit «Tunnelspots» über fünf Jahre 15 Millionen Dollar verdienen, eine grössere Stadt mit weiter verzweigtem U-Bahn-Netz könnte dagegen in der gleichen Zeitspanne bis zu 50 Millionen einnehmen.
Kritiker beklagen zwar, dass mit der neuen Technologie ein weiterer öffentlicher Raum zu Werbezwecken missbraucht wird und Subwaypassagiere ungefragt unausweichlichen Werbebotschaften ausgesetzt würden. Dem entgegnet jedoch Submedia-Präsident Gross: «Die bewegten Anzeigenbilder verdecken keine schöne Aussicht auf städtische Architektur oder Berge. Dies ist ein industrielles Umfeld, es ist einfach dunkel ausserhalb der Fenster.»
Submedia ist eine von drei Firmen, die weltweit Subwaywerbung anbieten. Die Firma MotionPoster in Oxfordshire in England plant ähnliche Projekte in Budapest, Athen, Seoul, Frankfurt und München. Sidetrack Technologies in Winnipeg erstellt Tunnelwerbungen in Kuala Lumpur und plant zusätzliche Projekte in Amerika.
Seit Ende September werden die Benutzer des Subwaysystems MARTA (Metropolitan Atlanta Rapid Transit Authority) in Atlanta, Georgia, auf ihrem Arbeitsweg mit neuen visuellen Reizen überrascht. Durch die dunklen Fenster der Subwaywagen sehen sie bewegte Leuchtreklamen von frischem, sprudelndem Wasser, die Wörter «Treat yourself well everyday» und das Logo von Dasani, dem Mineralwasser der Firma Coca-Cola, vorbeiziehen. Das Spektakel ist eine Innovation in der Werbelandschaft, die Coca-Cola in Zusammenarbeit mit der auf Outdoor-Advertising spezialisierten Firma Submedia aus New York realisiert hat.
Um Filmeffekte zu erzielen, montierte Submedia zwischen den Stationen Dunwoody und Sandy Springs der North Line in Atlanta über eine Länge von 300 Metern Leuchtboxen an die Wand des Subwaytunnels. Die Leuchtzeichen wirken im Vorbeifahren – nach dem Prinzip des guten alten Daumenkinos – wie bewegte Bilder. Für die U-Bahn-Benutzer unterscheiden sich die Dasani-Bilder kaum von einem TV-Spot von 20 Sekunden Länge. «Wir benutzen eine Serie von komprimierten Bildern und erreichen eine hohe Anzahl von Bildern pro Sekunde, die den Eindruck eines Films vermitteln», erklärt Matthew Gross, Präsident von Submedia. Die Bilder wurden von Phactory Productions in New York gestaltet.
Bei der Dasani-Subwaywerbung in Atlanta handelt es sich um einen auf drei Monate begrenzten Test. Dieselbe U-Bahn-Werbung wird auch in Philadelphia getestet. In New York war gleichzeitig ein Test in Zügen von New Jersey nach Manhattan vorgesehen, doch wurde die Realisierung dieser Untergrundwerbung nach den Anschlägen auf das World Trade Center auf unbestimmte Zeit verschoben.
Drei Unternehmen können U-Bahn-Werbung anbieten
Da Subwaypassagiere über wenig Ausweichmöglichkeiten verfügen, verspricht sich Submedia, mit der Tunnelwerbung die volle Aufmerksamkeit der Fahrgäste zu erheischen. Die Transitsysteme wiederum versprechen sich davon neue Einnahmequellen. Nach Schätzungen von Submedia könnte ein Transitsystem wie MARTA in Atlanta mit «Tunnelspots» über fünf Jahre 15 Millionen Dollar verdienen, eine grössere Stadt mit weiter verzweigtem U-Bahn-Netz könnte dagegen in der gleichen Zeitspanne bis zu 50 Millionen einnehmen.
Kritiker beklagen zwar, dass mit der neuen Technologie ein weiterer öffentlicher Raum zu Werbezwecken missbraucht wird und Subwaypassagiere ungefragt unausweichlichen Werbebotschaften ausgesetzt würden. Dem entgegnet jedoch Submedia-Präsident Gross: «Die bewegten Anzeigenbilder verdecken keine schöne Aussicht auf städtische Architektur oder Berge. Dies ist ein industrielles Umfeld, es ist einfach dunkel ausserhalb der Fenster.»
Submedia ist eine von drei Firmen, die weltweit Subwaywerbung anbieten. Die Firma MotionPoster in Oxfordshire in England plant ähnliche Projekte in Budapest, Athen, Seoul, Frankfurt und München. Sidetrack Technologies in Winnipeg erstellt Tunnelwerbungen in Kuala Lumpur und plant zusätzliche Projekte in Amerika.
