Arte Divina Culinaria

Einmal mehr stellte die Arbeitsgruppe «Essen mit Spass» des Art Directors Club (ADC) ihre gastronomische Kompetenz unter Beweis.

Einmal mehr stellte die Arbeitsgruppe «Essen mit Spass» des Art Directors Club (ADC) ihre gastronomische Kompetenz unter Beweis.Von Beat Fritsch Und die Mitglieder des Kreativclubs ihre nicht unbescheidenen Ansprüche, was die Kulinarik betrifft. Bekanntlich lässt sich der ADC seine Partys einiges kosten, wobei der grösste Budgetposten fürs Essen, der zweitgrösste fürs Trinken und die Portokasse für die Saalmiete draufgehen dürften. Kein Wunder, gelten die Tickets für diesen Event als die begehrtesten überhaupt.
So traf sich letzten Sonntag alles, aber auch wirklich alles, was in der Szene Rang und Namen hat, zum festlichen Stelldichein im Zürcher Kaufleuten – wie immer nach vorangegangener Würfelverleihung. Zu dieser gibts nur so viel zu sagen: Es wurde gleich hart juriert wie letztes Jahr. Es haben die Gleichen gewonnen wie letztes Jahr. Und darob haben sich die Gleichen echauffiert wie letztes Jahr.
Lange hält die Enttäuschung über entgangene Würfelehren sowieso nicht an. Das traditionell exklusive Essen mit viel Alkoholbegleitung lässt Ungemach rasch vergessen. Deshalb rückte zu aufgeräumter Stunde diese bange Frage in den Vordergrund: «Kann der ADC sein kulinarisches Spitzenangebot noch toppen?»
Während schon vor zwei Jahren ein ganzes Quartett von Starköchen – insgesamt über 50 «Gault Millau»-Punkte waren in corpore vertreten – aufgeboten wurde, gab anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums des ADC im letzten Jahr André Jaeger, auch er ein Halbgott in Weiss, vom Rheinhotel Fischerzunft zu Schaffhausen seine Künste zum Besten. Blieb heuer nur noch der weltweit tätige Schweizer Kochexport Anton Mosimann übrig, quasi ein Globalisierer der kulinarischen Künste, der normalerweise für gekrönte Häupter und Staatspräsidenten anzurichten pflegt. Und was kommt dann auf die Gastrotester des ADC zu? Man müsste schon Alain Ducasse oder die Gebrüder Troisgros einfliegen, um dieser Serie noch eins draufzusetzen!
So lecker sah es auf den Tellern aus: Carpaccio vom Lachs mit Krabbenfleisch, orientalischer Entensalat, Lammrücken in Senf-Kräuter-Kruste, gefüllt mit Shitake-Pilzen, dazu Marktgemüse. Grande Finale mit Tarte Tatin an Zimtglace und feinste Friandises zum Kaffee. Immer begleitet von den dazu passenden Alkoholika. Unbestritten eine Meisterleistung, die der stets perfekt frisierte Mosimann mit seiner zehnköpfigen Brigade für die gut 350 Gäste hinlegte. Meinten auch die Anwesenden, welche die Leistung mit einer Ovation würdigten. Und das will etwas heissen. Schlimmer als Werber seien als Gäste eigentlich nur noch Lehrer, berichtete Christian Bauer von der Schweizer Hotelfachschule Luzern. Er reiste mit zwei Carladungen voll Azubis an, die den Service besorgten. Zwar stolperte der eine oder die andere manchmal, aber angesichts des jugendlichen Alters der Hofa-Schülerinnen und -Schüler darf man die durchwegs souveräne Leistung loben.
Der Unbescheidenheit der Werber stellte Andreas Prokesch in seiner Dankesrede die Bescheidenheit der Gastronomen gegenüber. Während die Werber nur einen leisen Furz von sich zu geben bräuchten, um sogleich zu erwarten, dass dieser nächstens in der WerbeWoche stehe und auch noch mit einem Würfel belohnt werde, frage man bei Mosimanns ganz bescheiden: «Isch es rächt gsii?» Sehr recht sei es gewesen, fügte schmunzelnd und bescheiden der ADC-Präsident an.
Ein häufiges Thema, das wir bei den vielen Diskussionen an und zwischen den Tischen aufschnappten, war, natürlich neben den gewohnten Sach- und Lachgeschichten – man staune – die königlich-niederländische Traumhochzeit. Dass das letzte Wochenende im Zeichen der Monarchie stand, nutzte auch S. M. König Kraska, Herrscher über das ZEN- und A-ZENtrische WeltreiCH. Er gab statt den Oraniern dem Schweizer Werbe-Hochadel den Vorzug. Auch ernannte Seine Majestät seit längerem endlich wieder einmal einen neuen Würdenträger für seinen Hofstaat. Reini Weber darf seit letztem Sonntag den erstmals verliehenen Titel «k. u. k. HofsCHwul» führen. Honny soit qui mal y pense …!
Weniger wild und verwegen und mit nicht ganz so viel Werberchic präsentierte sich ein paar Tage vor der ADC-Sause die Houseparty bei der Linkgroup. Bei den Spezialisten für Prepress und Print waren es für einmal nicht die Kreativen, sondern die Produktionsfachleute, die gefragt und geladen waren. Auch hier liessen es sich über 250 Gäste nicht nehmen, einen lustigen Abend zu verbringen, und pilgerten dafür nach Wetzikon im Zürcher Oberland. Die beiden Gastgeber Jürg Trösch und Christoph Jäckle koppelten ihr Kundenfest mit einer Vernissage der iranischen Fotografin Shirana Shahbazi, deren Werke bei der Linkgroup in Buchform gebracht werden. So angenehm war die Atmosphäre und so intensiv die Gespräche, dass es auch nach Abfahrt der letzten S-Bahn immer noch Gäste gab, die partout nicht nach Hause wollten.
Hinter der Bar mussten Denis Lechmann und Reto Blöchlinger von Printlink ziemlich hart arbeiten. Die Produktionsspezialisten machten aber am Tresen eine gute Falle. Leicht ins Schleudern kamen sie lediglich, als kurzzeitig der Wodka ausging. Mit cleverer Improvisationsgabe und Feigenschnaps konnte aber dieser Engpass in der Liquidität locker überstanden werden. Improvisationsgabe war auch bei Jazzer Robi Weber gefragt. Er sorgte für die musikalische Unterhaltung, allerdings nicht mit seinem Stammquartett, sondern in einer Dreier-Formation. Was dem Hörgenuss keinen Abbruch tat, denn das Trio tönte so smooth und groovy, wie man es sich von Weber gewohnt ist.
Beat Fritsch

machte sich einmal mehr auf, die Anlässe der Zürcher Kommunikationsszene zu inspizieren. Was sich letzte Woche als harter Job erwies. Am Donnerstag lud die Linkgroup zum Kundenfest, am Samstag wurde im Volkshaus der Prix Courage verliehen (Bericht in der nächsten WerbeWoche), und am Sonntagabend gabs als verdienten Wochenabschluss das «Dîner Mosimann chez ADC». Die Schlemmermäuler des Kreativclubs haben einmal mehr einen grossen Kochstar engagiert, um ihrem Jahresfest eine besondere kulinarische Note zu verleihen.
Wer spitzenkochmässig bewirtet wird oder wer sich auch mit einem einfachen Catering zufrieden stellen lässt, wird an den verschiedensten Veranstaltungen der Szene geortet. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten (info@werbewo
che.ch). Veranstaltungstipps wie auch weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch

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