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Deutsche Werbefenster wollen den Overspill eliminieren

Deutsche Werbefenster wollen den Overspill eliminierenVon Markus Knöpfli Gute Nachrichten für Schweizer Mediaagenturen: IP Multimedia und RMB Switzerland wollen auf den deutschen Werbefenstern den Overspill verunmöglichen – zumindest in der Primetime. Das soll mehr Aufträge und Geld in die Schweiz bringen.
Das Problem ist bekannt: Während in Deutschland Unterbrecherwerbung am TV erlaubt ist, unterliegt sie in der Schweiz restriktiven Bestimmungen. Dies führt dazu, dass die ausländischen Werbefenster zwar zuhauf Unterbrecherwerbung senden, diese Werbeblöcke meist aber nicht mit Schweizer Spots belegt werden dürfen. Dafür erhalten Firmen, die Spots in den für Schweizer Werbung verbotenen Werbeblöcken buchen, die Leistung in der Schweiz als so genannten Overspill gratis zur Leistung in Deutschland hinzu. Das nützen insbesondere multinational tätige Firmen weidlich aus. Den Sendern, deren Vermarktern in der Schweiz und auch den Schweizer Mediaagenturen wird so aber Geld entzogen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ein Teil der erlaubten zwölf Minuten Werbezeit pro Stunde gar nicht mehr belegt werden kann.
Dem wollen nun die beiden Vermarktungsgesellschaften IP Multimedia (Schweiz) und RMB Switzerland abhelfen. Auf Initiative von IP Multimedia (Schweiz) suchen sie seit einiger Zeit nach einer technischen Lösung, um die aus Schweizer Sicht überzähligen Unterbrecher-Werbeblöcke auf RTL, RTL 2, Pro 7, Sat 1, Vox und Kabel 1 überblenden zu können – zumindest in der Primetime (19 bis 22.30 Uhr). Die Überblendung soll aber nicht etwa mit Schweizer Werbung geschehen, was ja verboten wäre, Ziel ist es vielmehr, das Programm weiterlaufen zu lassen und mit der so eingesparten Zeit die jeweiligen Scharnierwerbeblöcke zu verlängern.
Damit dies möglich wird, muss das Programm gespeichert werden, was insbesondere bei Liveübertragungen technisch aufwändig ist und auch zu unterschiedlichen Startzeiten führen kann. In Österreich wurde für dieses Problem bereits eine Lösung gefunden. Bei IP Multimedia und RMB Switzerland ist man denn auch zuversichtlich, dass das Projekt bis Mitte Jahr abgeschlossen werden kann. Derzeit laufen bereits einige Tests.
«Wir wollen so das Sat-1-Programm- und -Werbefenster stärker vom deutschen Programm abgrenzen», sagt Matthias Luchsinger, CEO von RMB Switzerland. «Zudem sollen damit in der Schweiz auch die Investitionen in die TV-Werbung erhöht werden.» Denn um die gleiche Leistung wie bisher zu erreichen, müssten multinationale Firmen künftig auch ein Budget für die Schweiz haben. «Dadurch wird Geld, das bisher dem Schweizer Markt wegen des Overspills vorenthalten blieb, hierzulande investiert.»
Michi Frank, CEO von IP Multimedia (Schweiz), pflichtet dem bei und ergänzt: «Auch unsere Kunden wollen, dass mehr Geld in die Schweiz kommt.» Was aber, wenn Werbeauftraggeber, die bisher vom Overspill profitierten, vergrault werden? Frank zuckt die Schultern: «Ich schaue nur für den Schweizer Markt», sagt er.

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