«Existenzielle Dinge»
Jürg Schaffhuser über seine Wanderungen
Jürg Schaffhuser über seine WanderungenJedes Jahr von Anfang bis gegen Ende Oktober springt der Luzerner Grafiker Jürg Schaffhuser vom Trittbrett des Tempos der Zeit. In der Gegenwelt, in der er landet, gibt es nur ein Fortbewegungsmittel: die eigenen Füsse. Weshalb ist Wandern Ihre Lust?
Jürg Schaffhuser: Ich wandere seit 12 Jahren und lege jährlich zwischen 500 und 1000 Kilometer zurück. Das Wandern ist für mich eine Gegenwelt zum Tempo meines Werberjobs, die ich zum Ausgleich brauche.
Was haben Sie vom Wandern ausser Blasen an den Füssen?
Schaffhuser: Der Reiz des Wanderns besteht etwa darin, dass man beim Gehen besser denken kann und dass sämtliche Sinne offen sind. Beim Wandern merke ich erst wieder, was etwa Riechen oder Bodenbeschaffenheit heisst. Wandern macht mich glücklich.
Wie erging es Ihnen auf der Spanienwanderung?
Schaffhuser: Faszinierend an diesem Projekt war die Tatsache, jeweils während einer Woche Tag und Nacht mit einer wildfremden Person zusammen zu sein. Dies in einer Umgebung, in der man sich nicht zurückziehen kann. Beim Wandern geht es fast um existenzielle Dinge. Da man auch körperlich an seine Grenzen kommt, ist man dauernd aufeinander angewiesen. Nach einer Woche hatte man wirklich eine freundschaftliche Beziehung zueinander. Wenn man länger zusammen unterwegs ist, kommen einem viele Dinge aus der Kindheit in den Sinn. Ausgelöst werden diese Erinnerungen durch einen Geruch, den man plötzlich in der Nase hat, oder durch eine Bewegung, die man unversehens macht.
Dort kommt Ihnen niemand zu Hilfe, wenn Sie ein Bein brechen oder eine Giftschlange Sie beisst.
Schaffhuser: Die eigentliche Gefahr, in die ich geriet, hatte mit Wassermangel zu tun. Im Hochsommer in den Cevennen habe ich wirklich zwei-, dreimal eher heikle Situationen erlebt, weil ich zu wenig Wasser dabei hatte.
Sind Sie ein Einzelgänger?
Schaffhuser: Im Leben bin ich eigentlich ein teamorientierter Mensch. Auf den Wanderungen bin ich eher ein Einzelgänger.
Wohin führt Sie Ihre nächste Wanderung?
Schaffhuser: Ich habe eine ganz grosse Wanderung vor, will aber noch nichts darüber sagen. Pläne dieser Art darf man nicht verschreien, sonst unterlässt man es am Ende womöglich noch, sie auch tatsächlich durchzuführen. Interview: Ernst Weber
Jürg Schaffhuser: Ich wandere seit 12 Jahren und lege jährlich zwischen 500 und 1000 Kilometer zurück. Das Wandern ist für mich eine Gegenwelt zum Tempo meines Werberjobs, die ich zum Ausgleich brauche.
Was haben Sie vom Wandern ausser Blasen an den Füssen?
Schaffhuser: Der Reiz des Wanderns besteht etwa darin, dass man beim Gehen besser denken kann und dass sämtliche Sinne offen sind. Beim Wandern merke ich erst wieder, was etwa Riechen oder Bodenbeschaffenheit heisst. Wandern macht mich glücklich.
Wie erging es Ihnen auf der Spanienwanderung?
Schaffhuser: Faszinierend an diesem Projekt war die Tatsache, jeweils während einer Woche Tag und Nacht mit einer wildfremden Person zusammen zu sein. Dies in einer Umgebung, in der man sich nicht zurückziehen kann. Beim Wandern geht es fast um existenzielle Dinge. Da man auch körperlich an seine Grenzen kommt, ist man dauernd aufeinander angewiesen. Nach einer Woche hatte man wirklich eine freundschaftliche Beziehung zueinander. Wenn man länger zusammen unterwegs ist, kommen einem viele Dinge aus der Kindheit in den Sinn. Ausgelöst werden diese Erinnerungen durch einen Geruch, den man plötzlich in der Nase hat, oder durch eine Bewegung, die man unversehens macht.
Dort kommt Ihnen niemand zu Hilfe, wenn Sie ein Bein brechen oder eine Giftschlange Sie beisst.
Schaffhuser: Die eigentliche Gefahr, in die ich geriet, hatte mit Wassermangel zu tun. Im Hochsommer in den Cevennen habe ich wirklich zwei-, dreimal eher heikle Situationen erlebt, weil ich zu wenig Wasser dabei hatte.
Sind Sie ein Einzelgänger?
Schaffhuser: Im Leben bin ich eigentlich ein teamorientierter Mensch. Auf den Wanderungen bin ich eher ein Einzelgänger.
Wohin führt Sie Ihre nächste Wanderung?
Schaffhuser: Ich habe eine ganz grosse Wanderung vor, will aber noch nichts darüber sagen. Pläne dieser Art darf man nicht verschreien, sonst unterlässt man es am Ende womöglich noch, sie auch tatsächlich durchzuführen. Interview: Ernst Weber
