«Ich verstehe das Vorgehen des VSP-Präsidenten nicht»
Pool-2000-Leiter Martin Muerner zum neuen Millionenpool und zum Branchenimage
Pool-2000-Leiter Martin Muerner zum neuen Millionenpool und zum BranchenimageVon Markus KnöpfliDas Zürcher Modul des Pool 2000 tanzt aus der Reihe und will den neuen Millionenpool aus acht Radios in den Verkauf bringen. Der Pool-2000-Geschäftsleiter Martin Muerner (Radio BeO) ist damit nicht einverstanden.
Seit einigen Tagen existiert der Pool 2000 nicht mehr…
Martin Muerner: Das stimmt so nicht, er wurde fristgerecht von unserem Modul Zürich (Hitradio Z, Sunshine, Argovia) auf Ende Jahr gekündigt, völlig vertragskonform. Die drei dürfen jetzt nur nicht gleich einem neuen Pool beitreten.
Das tun sie aber. Pool-Sprecher Roland Baumgartner sagte, dass der Markt entscheide, ab wann der Pool verkauft werde.
Muerner: Sollte der Millionenpool tatsächlich vor Ende Jahr verkauft werden, müssen wir noch einmal mit den drei Radios reden.
Von diesen ist nun aber zu hören, dass der Pool 2000 seit Anfang Jahr, seit es den Powerpool (24, Zürisee) gibt, ohnehin kaum mehr gebucht worden sei. Warum wollen Sie ihn trotzdem bis Ende Jahr?
Muerner: Das ist nicht ganz richtig. Der Pool wurde weiter gebucht, aber weniger als früher, was konjunkturell bedingt war. Richtig ist aber, dass unser Zürcher Modul unter dem Powerpool leidet. Deshalb diskutierten wir Massnahmen, um das Modul Zürich zu stärken. Auch die Erweiterung um Radio Top war ein Thema.
Am 13. Mai, dem Tag, bevor der Millionenpool bekannt gegeben wurde, fand eine Sitzung des Pools 2000 statt. War dort der neue Pool kein Thema?
Muerner: Doch. Wir beschlossen drei Dinge: Einstimmig sagten wir Ja zu einer Pool-Erweiterung, ohne Namen oder Termine zu nennen. Abgelehnt wurde dann der Vorschlag unseres Zürcher Moduls, den Pool nicht nur um Top, sondern gleich mit Top, Grischa, Piz, Ri, Central und 32 zu erweitern und neu sechs statt drei Module anzubieten. Daraufhin beantragten die Zürcher, dass wir sie vorzeitig aus dem Pool entlassen, was abgelehnt wurde. Am Tag darauf wurden wir dann von der Pressemitteilung des Millionenpools überrascht.
Warum wurde die Erweiterung abgelehnt?
Muerner: Die Basler (Regenbogen, Edelweiss) und Berner (BE1, BeO, Canal 3) hatten das Gefühl, dass die Poolstruktur mit so vielen Modulen nicht optimal sei. Und sie wollten den Zürcher Vertragsentwurf, der uns erst eine Woche vor der Sitzung vorgelegt wurde, intensiver diskutieren.
Nun musste das Modul Zürich aber reagieren, während die Module Basel und Bern nicht unter dem gleichen Zugzwang standen, weil sie bei Bedarf eh dazu gebucht wurden, sei es zum Powerpool, sei es zum Modul Zürich.
Muerner: Das Ganze ist ein Zürcher Problem. Ich denke aber, dass ein bewährter Pool nicht per Schnellschuss massiv verändert werden sollte. Einer Erweiterung des Zürcher Moduls mit Radio Top hätten wir zugestimmt, aber die Zürcher haben das Fuder überladen, sie wollten den Pool beinahe verdoppeln.
Wie geht es nun weiter?
Muerner: Das muss uns nun das Zürcher Modul an der nächsten Sitzung erklären. Sollte es auf dem Millionenpool bestehen, müssen sich halt die Module Bern und Basel neu orientieren. Ich suche aber eine Lösung, mit der am Ende alle zufrieden sind. Eine Klage will ich vermeiden.
Die Module Basel und Bern könnten sich doch einfach dem Millionenpool anschliessen.
Muerner: Oder dem Powerpool. Es sind mehrere Varianten offen. Eine Verbindung mit dem Millionenpool erachte ich nach der letzten Abstimmung aber nicht als erste Priorität. Aber vielleicht treten ja auch die Millionenpool-Gründer noch auf die Bremse.
Die Module Bern und Basel sind in einer komfortablen Lage: Sie können sowohl mit dem Powerpool, dem Modul Zürich und mit dem Millionenpool kombiniert werden. Sie haben also Zeit.
Muerner: Das sehen Sie richtig, wir haben einen gewissen Schnauf. Deshalb will ich auch in strategischer Hinsicht mit Bedacht vorgehen.
Hat der Konflikt zwischen den Vermittlern IP Multimedia und Radiotele diesen neuen Branchenkrach mitverursacht? Jedenfalls sind die Radios BE1, Canal 3 und Ihr Radio BeO, die einzigen Sender in Radiotele-Pacht, nicht mit dem zur IP gehörenden Hitradio Z mitgezogen.
Muerner: Dieser Konflikt hat auch eine kleine Rolle gespielt. Anzumerken ist aber, dass der Radiokuchen seit dem Einstieg der IP ins Vermittlergeschäft nicht gewachsen ist, sondern dass er aufgeteilt wurde, was nicht zu Gunsten der Gattung geschah. Dies sei zwar rein konjunkturell bedingt, hiess es, doch das stimmt nicht.
Zu hören ist auch, dass Radiotele wegen der Konkurrenz zur IP das Pool-2000-Modul Zürich mit Hitradio Z kaum mehr verkauft habe.
Muerner: Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen.
Vor einem Jahr wurden Sie als Integrator zum Geschäftsleiter des Pools 2000 und zum Vizepräsidenten des Verbandes Schweizer Privatradios (VSP) gewählt. Wie sieht Ihre Bilanz aus?
Muerner: Es ist uns gelungen, die Szene zu einigen und in einem Verband zusammenzufassen. Der VSP war noch nie so stark wie heute. Beim Pool meine ich, keine Fehler gemacht zu haben. Ich konnte das Modul Zürich aber nicht von einem anderen Vorgehen überzeugen.
War es ein Fehler, die Pool-Geschäftsleitung zu übernehmen? Nun steht ja der Brückenbauer selbst mitten in einem Konflikt.
Muerner: Nein, das war kein Fehler. Das Problem ist ja nicht wegen mir entstanden. Ich gehe davon aus, dass es noch viel gehässiger zu und her ginge ohne mich. Womöglich ginge man jetzt mit Anwälten aufeinander los. Das will ich nicht.
Lässt sich denn die Radioszene, die einem Haufen Flöhe gleicht, ohne Klagen disziplinieren?
Muerner: Nicht die ganze Branche, nur zwei, drei Exponenten sind so undiszipliniert.
Sie verharmlosen: Alle acht Mitglieder des Millionenpools, VSP-Präsident Günter Heuberger inklusive, wissen um die rechtliche Situation im Pool 2000, trotzdem folgten sie dem Zürcher Modul. Und auch Zürisee und 24 hatten sich im Dezember nicht um die Leaderpool-Verträge gekümmert.
Muerner: Trotzdem wehre ich mich gegen ein solches Branchenimage. Aber das Vorgehen des VSP-Präsidenten verstehe ich auch nicht. Das habe ich ihm bereits gesagt. An der nächsten VSP-Sitzung soll das nochmals thematisiert werden.
Seit einigen Tagen existiert der Pool 2000 nicht mehr…
Martin Muerner: Das stimmt so nicht, er wurde fristgerecht von unserem Modul Zürich (Hitradio Z, Sunshine, Argovia) auf Ende Jahr gekündigt, völlig vertragskonform. Die drei dürfen jetzt nur nicht gleich einem neuen Pool beitreten.
Das tun sie aber. Pool-Sprecher Roland Baumgartner sagte, dass der Markt entscheide, ab wann der Pool verkauft werde.
Muerner: Sollte der Millionenpool tatsächlich vor Ende Jahr verkauft werden, müssen wir noch einmal mit den drei Radios reden.
Von diesen ist nun aber zu hören, dass der Pool 2000 seit Anfang Jahr, seit es den Powerpool (24, Zürisee) gibt, ohnehin kaum mehr gebucht worden sei. Warum wollen Sie ihn trotzdem bis Ende Jahr?
Muerner: Das ist nicht ganz richtig. Der Pool wurde weiter gebucht, aber weniger als früher, was konjunkturell bedingt war. Richtig ist aber, dass unser Zürcher Modul unter dem Powerpool leidet. Deshalb diskutierten wir Massnahmen, um das Modul Zürich zu stärken. Auch die Erweiterung um Radio Top war ein Thema.
Am 13. Mai, dem Tag, bevor der Millionenpool bekannt gegeben wurde, fand eine Sitzung des Pools 2000 statt. War dort der neue Pool kein Thema?
Muerner: Doch. Wir beschlossen drei Dinge: Einstimmig sagten wir Ja zu einer Pool-Erweiterung, ohne Namen oder Termine zu nennen. Abgelehnt wurde dann der Vorschlag unseres Zürcher Moduls, den Pool nicht nur um Top, sondern gleich mit Top, Grischa, Piz, Ri, Central und 32 zu erweitern und neu sechs statt drei Module anzubieten. Daraufhin beantragten die Zürcher, dass wir sie vorzeitig aus dem Pool entlassen, was abgelehnt wurde. Am Tag darauf wurden wir dann von der Pressemitteilung des Millionenpools überrascht.
Warum wurde die Erweiterung abgelehnt?
Muerner: Die Basler (Regenbogen, Edelweiss) und Berner (BE1, BeO, Canal 3) hatten das Gefühl, dass die Poolstruktur mit so vielen Modulen nicht optimal sei. Und sie wollten den Zürcher Vertragsentwurf, der uns erst eine Woche vor der Sitzung vorgelegt wurde, intensiver diskutieren.
Nun musste das Modul Zürich aber reagieren, während die Module Basel und Bern nicht unter dem gleichen Zugzwang standen, weil sie bei Bedarf eh dazu gebucht wurden, sei es zum Powerpool, sei es zum Modul Zürich.
Muerner: Das Ganze ist ein Zürcher Problem. Ich denke aber, dass ein bewährter Pool nicht per Schnellschuss massiv verändert werden sollte. Einer Erweiterung des Zürcher Moduls mit Radio Top hätten wir zugestimmt, aber die Zürcher haben das Fuder überladen, sie wollten den Pool beinahe verdoppeln.
Wie geht es nun weiter?
Muerner: Das muss uns nun das Zürcher Modul an der nächsten Sitzung erklären. Sollte es auf dem Millionenpool bestehen, müssen sich halt die Module Bern und Basel neu orientieren. Ich suche aber eine Lösung, mit der am Ende alle zufrieden sind. Eine Klage will ich vermeiden.
Die Module Basel und Bern könnten sich doch einfach dem Millionenpool anschliessen.
Muerner: Oder dem Powerpool. Es sind mehrere Varianten offen. Eine Verbindung mit dem Millionenpool erachte ich nach der letzten Abstimmung aber nicht als erste Priorität. Aber vielleicht treten ja auch die Millionenpool-Gründer noch auf die Bremse.
Die Module Bern und Basel sind in einer komfortablen Lage: Sie können sowohl mit dem Powerpool, dem Modul Zürich und mit dem Millionenpool kombiniert werden. Sie haben also Zeit.
Muerner: Das sehen Sie richtig, wir haben einen gewissen Schnauf. Deshalb will ich auch in strategischer Hinsicht mit Bedacht vorgehen.
Hat der Konflikt zwischen den Vermittlern IP Multimedia und Radiotele diesen neuen Branchenkrach mitverursacht? Jedenfalls sind die Radios BE1, Canal 3 und Ihr Radio BeO, die einzigen Sender in Radiotele-Pacht, nicht mit dem zur IP gehörenden Hitradio Z mitgezogen.
Muerner: Dieser Konflikt hat auch eine kleine Rolle gespielt. Anzumerken ist aber, dass der Radiokuchen seit dem Einstieg der IP ins Vermittlergeschäft nicht gewachsen ist, sondern dass er aufgeteilt wurde, was nicht zu Gunsten der Gattung geschah. Dies sei zwar rein konjunkturell bedingt, hiess es, doch das stimmt nicht.
Zu hören ist auch, dass Radiotele wegen der Konkurrenz zur IP das Pool-2000-Modul Zürich mit Hitradio Z kaum mehr verkauft habe.
Muerner: Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen.
Vor einem Jahr wurden Sie als Integrator zum Geschäftsleiter des Pools 2000 und zum Vizepräsidenten des Verbandes Schweizer Privatradios (VSP) gewählt. Wie sieht Ihre Bilanz aus?
Muerner: Es ist uns gelungen, die Szene zu einigen und in einem Verband zusammenzufassen. Der VSP war noch nie so stark wie heute. Beim Pool meine ich, keine Fehler gemacht zu haben. Ich konnte das Modul Zürich aber nicht von einem anderen Vorgehen überzeugen.
War es ein Fehler, die Pool-Geschäftsleitung zu übernehmen? Nun steht ja der Brückenbauer selbst mitten in einem Konflikt.
Muerner: Nein, das war kein Fehler. Das Problem ist ja nicht wegen mir entstanden. Ich gehe davon aus, dass es noch viel gehässiger zu und her ginge ohne mich. Womöglich ginge man jetzt mit Anwälten aufeinander los. Das will ich nicht.
Lässt sich denn die Radioszene, die einem Haufen Flöhe gleicht, ohne Klagen disziplinieren?
Muerner: Nicht die ganze Branche, nur zwei, drei Exponenten sind so undiszipliniert.
Sie verharmlosen: Alle acht Mitglieder des Millionenpools, VSP-Präsident Günter Heuberger inklusive, wissen um die rechtliche Situation im Pool 2000, trotzdem folgten sie dem Zürcher Modul. Und auch Zürisee und 24 hatten sich im Dezember nicht um die Leaderpool-Verträge gekümmert.
Muerner: Trotzdem wehre ich mich gegen ein solches Branchenimage. Aber das Vorgehen des VSP-Präsidenten verstehe ich auch nicht. Das habe ich ihm bereits gesagt. An der nächsten VSP-Sitzung soll das nochmals thematisiert werden.
