Saftige Redaktionsprügel für Peter Rothenbühler
Le-Matin-Chefredaktor nicht sehr beliebt
Le-Matin-Chefredaktor nicht sehr beliebtPeople-König im neuen Reich» titelte Facts in diesem Frühjahr, nachdem Peter Rothenbühler, bereits im Dezember 2001 zum neuen Chefredaktor für die Westschweizer Tageszeitung Le Matin ernannt wurde. Nach nur vier Monaten Amtsdauer wird der König von seiner Redaktionsequipe aber bereits in Frage gestellt. Eine intern durchgeführte Vertrauensabstimmung hat ergeben, dass 32 Redaktionsmitglieder gegen Peter Rothenbühler gestimmt haben, 20 enthielten sich der Stimme, und 39 Mitarbeiter legten für ihren Chef ein Ja in die Urne. Obwohl es sich laut Theo Bouchat von Edipresse bei der Abstimmung um eine interne Angelegenheit handelt, gelangte das Resultat der Abstimmung eigenartigerweise an die SDA. Rothenbühler ist der zweite Chefredaktor, dem die Redaktion von Le Matin in den Rücken fällt. Bereits Daniel Pillard, heute Chefredaktor von dimanche.ch, der Sonntagszeigung von Ringier Romandie, musste vor etwas mehr als einem Jahr den Hut nehmen – angeblich weil er die Mitarbeiter nicht zu führen wusste und weil sich diese gegen die Boulevardisierung von Le Matin wehrten. Dieses Argument wird auch jetzt vorgeschoben. Es ist gar die Rede von Journalisten, die für den Boulevardstil nicht genügend ausgebildet seien. «Ich hoffe nicht, dass wir eine Horde von Halbpromis im Stil der Ringier-Blätter pflegen müssen», liess eine Redaktorin seinerzeit gegenüber Facts verlauten.
Dass eine Redaktion ihrem Vorgesetzten derart am Chefsessel sägen kann, lässt den Schluss zu, dass die Direktion von Edipresse ihren Chefredaktoren wenig Deckung gewährt. Die Vertrauensabstimmung nach hunderttägiger Amtszeit wurde von Edipresse zu einem Zeitpunkt beschlossen, als es mit dem seinerzeitigen Chefredaktor der Tribune de Genève, Guy Mettan, Probleme gab. Die Abstimmung hat rein konsultativen Charakter. (av)
Dass eine Redaktion ihrem Vorgesetzten derart am Chefsessel sägen kann, lässt den Schluss zu, dass die Direktion von Edipresse ihren Chefredaktoren wenig Deckung gewährt. Die Vertrauensabstimmung nach hunderttägiger Amtszeit wurde von Edipresse zu einem Zeitpunkt beschlossen, als es mit dem seinerzeitigen Chefredaktor der Tribune de Genève, Guy Mettan, Probleme gab. Die Abstimmung hat rein konsultativen Charakter. (av)
