Von der Sonne geküsst

Prächtigstes Kaiserwetter stand letzte Woche den beiden Verbänden Idée-VfW (Verein für Werbekommunikation) und der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) für ihre Anlässe Pate.

Prächtigstes Kaiserwetter stand letzte Woche den beiden Verbänden Idée-VfW (Verein für Werbekommunikation) und der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW) für ihre Anlässe Pate.Idée lud zum Boule-Spiel auf den Zürichberg, die ASW wurde 40 und bat zur Jubiläums-GV auf den Bürgenstock.«Lasst die Kugeln fliegen», lautete das Motto am ersten Pétanque-Abend der Idée. Gleich neben Jacky Donatz’ Gourmetlaube auf dem Sonnenberg hatte man dafür ein lauschiges Plätzchen ergattert. WoZ-Anzeigenleiter Kilian Gasser und Claudia Wilden von Cinecom, verantwortlich für den neuen Event im Idée-Programm, haben ganze Arbeit geleistet. Sie wurden mit einem Bilderbuchabend belohnt.
Über 30 Gäste folgten der Einladung und genossen eine ungezwungene Soirée à la française samt Chanteuse. Clara Moreau sorgte mit Gesang und Akkordeon für die musikalische Untermalung. Die Teams formierten sich laufend zu neuen Paarungen – übertriebener Ehrgeiz oder gar Streitigkeiten blieben aus, da es sich nicht um ein Turnier handelte. Vielmehr ging es darum, einen Anlass zu etablieren, an dem Idée-Mitglieder und -Gäste zwanglos beisammensitzen konnten. Das taten diese denn auch ausgiebig: Gespielt wurde, bis man die Kugeln der Dunkelheit wegen nicht mehr sehen konnte; und das gemütliche Zusammensein dauerte noch einiges länger. Möglich gemacht haben den Anlass Pernod-Ricard, die grosszügig Anislikör und das Käsebuffet sponserte, der Internetdienstleister Adlink sowie der Facts-Verlag, von dem die Idée genügend Pétanque-Sets fürs uneingeschränkte Spielvergnügen ausleihen konnte. Nicht zu vergessen Jacky Donatz vom Restaurant Sonnenberg, der unkompliziert eine seiner Steckdosen samt Gratisstrom und Gratisaussicht aufs nächtliche
Zürich zur Verfügung stellte.
Ebenfalls bei eitel Sonnenschein begrüsste die ASW ihre Gäste zur Jubiläums-GV. Der Verband der Inhaber-geführten Werbeagenturen feierte heuer den vierzigsten Jahrestag seiner Gründung (siehe auch WW 25/03). Zum Treffpunkt erkoren die Werber das Tagungshotel Fürigen ob Stansstad am Bürgenstock. Ein gut gewählter Ort, auch wenn sich die letzte Etappe der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln eher abenteuerlich gestaltet. Nach einem mehr oder weniger langen Fussmarsch (je nach Kartenkenntnissen) gelangt man vom Bahnhof Stansstad zur Fürigen-Standseilbahn in der Harissenbucht. Sie wurde 1925 in Betrieb genommen und hat sich seither nicht verändert. Eine echte Oldtimer-Bahn also. Bei einer Steigung von zeitweise über 50 Prozent war man sich nie ganz sicher, ob das Teil nicht demnächst aus den Schienen springe. Belohnt wurde man für die Strapazen allerdings mit einer absolut atemberaubenden Aussicht schon während der Fahrt und erst recht bei Ankunft auf dem Berg.
Dies machte sich auch die ASW zu Nutze und hielt Begrüssungsapéro und Jubiläumsumtrunk unter den Schatten spendenden Kastanienbäumen gleich neben der antiken Seilbahn-Bergstation ab. Weisswein und Prosecco schmeckten einem dank Rundblick doppelt. Die eigentliche GV wurde im Schnellzugtempo durchgepeitscht. Bei sämtlichen Voten folgten die Mitglieder den Empfehlungen des Vorstands. Erwähnenswert: Da das Präsidium der ASW im Rotationsprinzip funktioniert, übergab Diego Bally sein Präsidentenamt an Carmelo Buffoli, um im nächsten Jahr als Past-President zu figurieren. Als Future-President wurde Andy Ruf gewählt. Der neue Beisitzer, der an der nächsten GV in den Vorstand gewählt werden kann, heisst Patrick Lack von der Basler Lucky Lack Communications.
An der Abendgala gabs für jeden Geschmack etwas. Fans der eher derben Komik konnten beim Festtagsgruss von Prof. Dr. Dr. Rüdiger Knuse aus Nüdlingen herzlich mitlachen. Während des Hauptgangs wiederum – Tournedos Rossini gab es – kamen Gänseleberliebhaber voll auf ihre Kosten. Weil die fettbeladene Innerei nicht jedermanns, vor allem aber nicht jederfraus Sache ist, konnte man von den Tischnachbarinnen grosszügig erben. Freunde des fein- und hintersinnigen Humors wiederum wurden mit einem Auftritt von Werner Widmer alias Blues Max zufrieden gestellt. Der Höhepunkt, weil niemand – nicht einmal der beste Werbetexter – des Schweizers Wurstleibspeise so poetisch schön beschreiben kann wie der Künstler mit den Zürischnurre-Chansons: «So wohl geformt, so nahtlos braun, und kein Fältchen, wohin man schaut – oh du schöner Cervelat.» Die Dada-Anarcho-Mixtur vom Blues Max ist eigentlich das ideale Werberprogramm.
Auf der Heimreise konnten geschickte Ausflugsplaner gleich noch das Luzerner Altstadtfest oder mal wieder das Verkehrshaus besuchen. Momentan gibts im Imax-Kino das ideale Vergiss-die-Hitze-Programm – eine Dokumentation über Alaska. Einen Abstecher ins Tagungshotel Fürigen können wir hingegen nur bedingt empfehlen. Fahren Sie mit Ihrer besseren Hälfte für ein Kuschelweekend dorthin und geniessen Sie die Aussicht wie auch die gute Küche – aber meiden Sie unbedingt (!) die Hotelbar. Man verlangt dort für einen 2cl-Bacardi mit Cola happige 15 Franken. Ergab für die übliche 4cl-Portion – sogar in Zürichs abgehobeneren Spots pure Normalität – satte 25 Franken pro Drink. Das hat den Gastro-erfahrenen Shortlistautor dann doch aufs Massivste irritiert, ist dies doch der Tarif, der auf der «Martinez»-Terrasse während des Werbefestivals in Cannes gilt. Und die Croisette am Mittelmeer oder der Bürgenstock am Vierwaldstättersee, das ist dann vielleicht doch noch ein kleiner Unterschied – wenn auch anscheinend kein pekuniärer!
Durfte nicht fehlen: ASW-Geburtstagstorte.

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