Ein Netz reicht für alle Netze

Telekommunikation Lowe gestaltet von Zürich aus eine internationale B2B-Kampagne für Orange.

Telekommunikation Lowe gestaltet von Zürich aus eine internationale B2B-Kampagne für Orange.Die von France Télécom kontrollierte Mobiltelefongesellschaft Orange hat die Zürcher Agentur Lowe damit beauftragt, eine grenzübergreifende Kampagne für ihre B2B-Kunden zu entwickeln – denn darin erkennt der Mobilfunkmulti derzeit mehr Wachstumspotenzial als bei Privatkunden. Orange international betreut bereits drei Millionen Kunden, denen wiederum rund 3000 Mitarbeitende im Customer-Service zur Verfügung stehen.Zum Türöffner für den neuen Job von Lowe ist deren letzte, damals nur für die Schweiz entwickelte Kampagne für Orange geworden (WW 41/02). Die Lowe-Kreativen hatten nach Orten gesucht, an denen der Mobilfunkanbieter eine exklusive Abdeckung anbietet. Die Branding-Kampagne visualisierte mit eindrücklichen Landschaftsfotos die Netzqualität auf den Pässen Albula und San Bernardino.
Diese stimmigen Sujets sind auch Konzernverantwortlichen im Ausland in die Hände geraten. Orange international wollte deshalb für die neue B2B-Kampagne «etwas mit ähnlicher Funktionsweise», wie Berater Tony Hrnek erklärt. Daraus entstand die Idee mit dem Arbeitstitel «Lord of the Networks».
Claim goes Short Story
Das Grundmotiv der auf diese Kunden zugeschnittenen Kampagne besagt: Jeder Businessman hat mehrere Netzwerke, und Orange verbindet sie alle. Ins Bild gesetzt wurde diese Überlegung von CD Keith Loell und AD Simon Staub mit kunstvoll fotografierten «Netzwerken» der überraschenden Art. Eine Luftaufnahme vom Hafen in Seattle zeigt geheimnisvoll sich kreuzende Schaumspuren im Wasser. Ähnlich operiert ein Bild mit weissen Kondensstreifen am blauen Himmel über Kloten.
Versehen werden diese Bilder mit der Short Story: «However complex your business might be. Orange keeps all your worlds connected. Successfully taking care of 3 million business people worldwide. Orange is the partner you can rely.» Die neue Kampagne wird in sieben Ländern geschaltet: in Grossbritannien, Frankreich, Dänemark, Holland, Rumänien, in der Slowakei und der Schweiz. Zudem werden zahlreiche internationale Flughäfen mit Plakaten abgedeckt.
Auch die nächste Lowe-Arbeit für Orange wird international zum Einsatz kommen. Die Sujets für eine MMS-Kampagne rücken das Claim «Wenn du dir es vorstellen kannst, kannst du es auch senden» in den Vordergrund. Gezeigt werden aus Wolken herausgelesene Fantasiebilder, zum Beispiel eine Wolke in der Form eines Amor-Pfeils, der am Himmel nach einer herzförmigen Cumuluswolke zielt. «MMS ist an sich nichts Neues mehr, also muss man es anders visualisieren», meint dazu Tony Hrnek.
Und noch ein Pitch
Nach dem Anlaufen der internationalen B2B-Kampagne ist Lowe in Zürich vom Mobilfunkkonzern auch zum Pitch um eine internationale Imagekampagne gebeten worden. Konkurrenten sind zwei weitere lokale Orange-Agenturen, Mother in London und BETC Euro RSCG in Paris, wie das britische Magazin Campaign berichtet. Bei der Orange-Zentrale in London schätze man die Arbeit der Schweizer Agentur, zeigte sich Lowe-CEO Kurt Schmid erfreut. Bei der aktuellen Konkurrenzpräsentation geht es nicht um eine Konsolidierung der Etats. Orange will weiterhin mit lokalen Agenturen arbeiten, neu aber mit einer konsistenten Kampagne in allen internationalen Märkten auftreten.
Wo Menschen arbeiten, entstehen Netzwerke: in den Strassen von Nantes, auf Schienen vor Mailand. Und Orange verbindet sie alle.
Andreas Panzeri

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