Unsittengemälde
Schwarze Schafe der Journalistenherde heissen Tom Kummer oder Jayson Blair. Sie fälschen respektive kopieren ihre Beiträge aus Faulheit oder Geltungsdrang. Vergessen geht dabei, dass die Medien häufiger verzerren oder verkürzen als neu erfinden. Als
Schwarze Schafe der Journalistenherde heissen Tom Kummer oder Jayson Blair. Sie fälschen respektive kopieren ihre Beiträge aus Faulheit oder Geltungsdrang. Vergessen geht dabei, dass die Medien häufiger verzerren oder verkürzen als neu erfinden. Als Burkhard Müller-Ullrich 1996 erstmals mit den «Zeitgeistverstärkern im Entrüstungston» ins Gericht ging, wurde er von Kollegen geschnitten, vom Publikum indes als Entzauberer gefeiert.Ob Waldsterben, die Legende vom Organraub oder die falsche Märtyrerin Taslima Nasrin: Der erfahrene Redaktor recherchierte den heute immer noch lehrreichen Lieblingsstoffen des aufklärenden Journalismus nach. Und kommt zum Schluss, dass bestimmte Themen- und Personenkreise bei den «Solidaritätern» der Zunft pawlowsche Reflexe auslösen. Roger Köppel wäre der Richtige, um dieses wichtige Buch endlich auf Schweizer Verhältnisse umzuschreiben.
Medienmärchen. Gesinnungstäter im Journalismus von Burkhard Müller-Ullrich. Goldmann Verlag, München 1998. 254 Seiten, Fr. 14.30.
(oc)
Medienmärchen. Gesinnungstäter im Journalismus von Burkhard Müller-Ullrich. Goldmann Verlag, München 1998. 254 Seiten, Fr. 14.30.
(oc)
