Ein Buch, eine CD, ein Fest

Rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse kommt auch mal wieder ein kluges Buch eines Schweizer Autors auf den Markt – abgesehen von einigen Standardwerken der Kochkunst, bei der wir uns bekanntlich schon länger auf hohem Niveau bewegen. Es ist allerding

Rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse kommt auch mal wieder ein kluges Buch eines Schweizer Autors auf den Markt – abgesehen von einigen Standardwerken der Kochkunst, bei der wir uns bekanntlich schon länger auf hohem Niveau bewegen. Es ist allerdings weder von Muschg, noch von Weber, sondern von Jean Etienne Aebi. Mit «Einfall oder Abfall – was Werbung warum erfolgreicher macht» legt der CCO von Publicis ein über vierhundert Seiten starkes Buch vor, das den Namen starkes Werk verdient. Oder, um es in ADC-Begriffen auszudrücken: Ziemlich wegweisend!Der im Verlauf seiner Karriere von ebendiesem ADC vielfach bewürfelte Starwerber bot für den Vernissagenevent den Mitwerber Frank Baumann fürs Podiumsgespräch auf. Was war Aebis Motivation, ein Buch über Werbung zu schreiben, wollte Baumann wissen. Eigentlich sei, so Aebi, das Buch aus Wut entstanden, denn seit über dreissig Jahren ärgere er sich über schlechte und schlecht gemachte Werbung.
Erstaunlich übrigens, dass trotz der gleichzeitig stattfindenden Pressekonferenz der Rolling Stones so viele Gäste gekommen seien, witzelte Aebi danach, derweil auch Baumann zur Höchstform auflief – ein verbaler Steilpass folgte dem nächsten. So Aebi beispielsweise im Verlauf des Gesprächs: «Es handelt sich ganz sicher um ein globales Standardwerk.» Darauf Baumann: «Ein ideales Kundengeschenk also.» Und danach augenzwinkernd: «Die Idee mit dem Buch ist an und für sich sogar genial, die meisten anderen haben ja als Eigenwerbung lediglich eine Broschüre.»
Wie schon an der Vernissage zu spüren: Neben viel Lob wird Aebi – wie auch die Kameradenhäme gewiss sein. Von wem sie letztlich kommen wird, sei vorerst dahingestellt. Jedenfalls waren folgende Leute am Premierenanlass zugegen und sind für die Kritik bereits in den Startlöchern: ADC-Primus Andreas Prokesch mit Partnerin Manuela Prokesch, Euro-RSCG-CEO Frank Bodin, Jean Etiennes Bruder Geri Aebi, CEO bei Wirz, Wirz-CD Hans-Peter Schweizer und Wirz-VR-Präsident Hansueli Schweizer, Beraterin Gerda Schröck, Mike Weber, Werbeleiter bei Swisscom Mobile, Consultant Urs Peter Naef, Medard Meier, Galerist Andy Illien, Ivan Schultheiss von der APG, Jean-Pierre Reinle, ADC-Geschäftsführerin Helen Müller, Hélène Sonderegger von Universal-McCann, Cem Capanoglu und viele andere – mehr oder weniger – Kreative.
Fazit der Buchvernissage: Alle versuchten, Aebi nachzueifern und gescheit über Werbung zu reden, was nicht überall gelang. Aber die nicht so beredten Zeitgenossen haben ja jetzt ein beinahe unerschöpfliches Nachschlagewerk zur Verfügung.
Hoch zu und her gings am selbigen Abend auch im Zürcher Kaufleuten. Das Zürcher Kult-Duo Yello lud zur Premiere der neuesten CD. Und wie immer, wenn Dieter Meier und Boris Blank eine CD-Party feiern, war tout Zürich auf den Beinen. Ein idealer An- und Abschluss des Abends, der mit Aebis Buchvernissage schon gut begonnen hatte.
Edel und gepflegt lautete das Motto am traditionellen Jahresfest der NZZ an der Falkenstrasse tags darauf. Wer etwas auf sich hält, war da. In seiner Begrüssungsrede reihte ein gut gelaunter Marco de Stoppani ein Bonmot ans andere. So gedenke er, bei der NZZ noch einiges zu erledigen – auch wenn ihn die Konkurrenzmedien dauernd frühpensionieren wollen. Diese, frotzelte er weiter, würden ja keine Gelegenheit verpassen, das baldige Ende der NZZ am Sonntag vorherzusagen. Aber, so der NZZ-Direktor:
«Wir sind für das Durchstehen von Durststrecken mehr als gerüstet.» Und abschliessend, mit einem herzlichen Dankeschön an die Lieferanten verbunden: «Die NZZ baut für die Ewigkeit. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Sie den Aufschwung nicht verpassen!»
Sollte es der NZZ je einmal wirklich schlecht gehen: Man könnte immer noch das schönste Personalrestaurant, das Zürich je gesehen hat, in einen In-Club umfunktionieren. Die Lage im Seefeld wäre ideal. Nicht von ungefähr wird ja kolportiert, dass es Kunden geben soll, die in der NZZ buchen, damit sie von den Kundenberatern ins NZZ-Bistro (mit gut bestückter Bar) eingeladen werden. Die «Kantine» hat nichts vom angestaubten Ambiente, das man üblicherweise in solchen Etablissements antreffen kann.
Nicht für die Ewigkeit, aber doch wenigstens für ein paar Tage hielt auch der Eindruck des superben Caterings von Gianni Segantini an, quasi Hoflieferant der NZZ-Jahrespartys. Um in den folgenden Tagen nicht gleich wieder in die Niederungen der bürgerlichen Küche abzutauchen, hätte man das Budget schon arg strapazieren müssen. Das Essen hatte Sterne-Niveau. Stupend, was die Cateringcrew für die über 300 Gäste auf die Teller zauberte. Nur ein kleiner, stellvertretender Auszug aus der Liste der Gerichte, die immer wieder neu aufgetragen wurden. Thunfisch-Carpaccio, das auf der Zunge zerging – Pasta mit Trüffel, und davon nicht zu knapp – und als Finale eine Dessertsymphonie zum Dahinschmelzen.
Beat Fritschhatte letzte Woche zwei Vernissagen und einen kulinarischen Orgasmus im Terminplan stehen. Im Kunsthaus lud Jean Etienne Aebi zu einer anregenden Buchpremiere, im Kaufleuten feierten Yello eine wilde CD-Taufe. Am NZZ-Jahresfest wiederum war die Verköstigung vom Allerfeinsten, wofür
Gianni Segantini mit seinem Catering bürgt.
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Jean Etienne Aebi signierte nahezu pausenlos sein neues Buch.
Urs Beer (r.) mit Frank Baumann – Letzterer sprach mit Aebi vor dem Publikum über Werbung und Bücher mit Werbung drin.
Markus Pekeler (M.) und Cary Steinmann (r.), mit Markus Gut, hatten News: Steinmann ist ab sofort in der GL von TBWA zu finden.

Karl Lüönd (l.), Leiter des Medieninstituts der Schweizer Presse, mit einem langjährigen Weggefährten der Branche, Walter Bosch.
Liessen sich die Vernissage von Kollege Aebi nicht entgehen: Werbe-Doyens Gebi Schregenberger (l.) und Domenic K. Geissbühler.
Ebenfalls im Vortragssaal des Kunsthauses gesehen: Iris Ruprecht (r.), Soda, und Petra Bottignole, Publicis.
Das «globale Standardwerk» über Werbung interessiert auch Medialeute: Andi Gedenk (l.) und Dietmar Bemberg von Optimedia.
Stellvertretend für all die Schönheiten an der Yello-Party in der Kaufleuten-Himmelbar: Zineta Blank (r.) und Fiona Hefti.
Hat mal wieder einen Wurf gelandet: Boris Blank, musikalisches Hirn des kultigen Schweizer Pop-Duos Yello.
Gute Laune bei der Release-Party im Kaufleuten, so auch bei Hubertus Prinz von Hohenlohe (l.) und Christoph Guye.
Der Zeitungsständer – stramm und schön rausgeputzt wie der Rest der Crew am NZZ-Jahresfest.
Marco de Stoppani (r.) und Tobias Trevisan waren voll des Lobes für die Verantwortliche des Jahresfests, Marianne Läderach.
NZZ-Chefredaktor Hugo Bütler und Martin Spillmann, stv. Chefredaktor der NZZ am Sonntag, mit J. Pepe Wiss (v. l.), Bund-Verlag.
Die Vorgesetzten nennen sie die Perlen von der Falkenstrasse: Grazia Ganci, Corinne Baumberger und Antonella Mezzena (v. l.).
Viviane Rauch-Lyoth mit den Marketing Executives Michèle Chevin (l.), JPMorgan Fleming, und Jeannine Meier (r.), British Airways.
Freuten sich über die Rückkehr von Natalie Schneider ins Werbefach: Hans Siegwart (l.) und Markus Bircher von By Heart.
Marketingleiter Christoph Bauer (l.) und Verkaufsleiter Marcel Kohler bilden das verkaufstechnische Rückgrat der «Alten Tante».
Jean-Marc Meyer, stv. CD bei Lang Gysi Knoll, und Jean-Marie Egger (r.) von Publicis an der NZZ-Bar mit Sonja Hürlimann.
Können beide ein Liedchen von den Freuden und Leiden eines Agenturleiters singen: Peter Felser (l.) und Fredy Collioud.
Gerry Stadler (l.) von MPG sah man im extra aufgestellten Festzelt mit NZZ-Kundenberater Stefan Bernet.
Team von Mediaedge:CIA – Planerinnen Katja Stoffels (l.) und Laurence Saas (r.) mit Assistentin Caroline Landolt.
Verstehen es, sich an gepflegten Branchenevents jeweils bestens zu unterhalten: Sacha Baer (l.) und Thomas Hinderling.
Waren vom Essen am NZZ-Fest absolut begeistert: Daniela Hotz (l.) von V-Zug und Lisa Meyerhans, Bank Vontobel.
Hatten beim Catering «keine Fragen» – Reto Gadient, Director Marketing bei UBS Investment Bank, und Monica Marchesi.

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