PubliGroupe macht Plakat filmreif

Aussenwerbung V Die PubliGroupe-Tochter Cinecom bestückt Kinos mit F12- und F200-Leuchtplakaten und vermarktet sie auch selbst.

Aussenwerbung V Die PubliGroupe-Tochter Cinecom bestückt Kinos mit F12- und F200-Leuchtplakaten und vermarktet sie auch selbst.
1999 hat die PubliGroupe ihren 25- Prozent-Anteil am Aussenwerber Affichage an den französischen Plakatier JCDecaux verkauft und sich vollständig aus dem Plakatgeschäft verabschiedet. Nun kehrt die grösste Schweizer Inseratevermittlerin via ihre 100-Prozent-Tochter Cinecom zum Medium Plakat zurück. Denn im Oktober hat die Kinovermarkterin mit dem Multiplex Flon in Lausanne das erste Kino mit F12- und F200-Leuchtplakaten (City-Light-Poster) bestückt. Konkret wurden dort im Kinofoyer ein F12- und drei F200-Plakatträger installiert. Auch an der Aussenfassade des Gebäudes hat die Cinecom Hand angelegt: An der Nordwand entlang der Strasse hat sie vier F12- Plakate platziert.Das Flon ist nur das erste mit Plakaten ausgerüstete Kino, ein zweiter Plakatstandort ist bereits in Planung, und zwar beim Multiplex Balexert in Genf. Dort sind im Eingangsbereich ein F12 und im Foyer vier F200 vorgesehen.
Dies ist zwar erst ein zaghafter Einstieg ins Medium Plakat. Zudem lassen sich nicht alle Kinos im Innern und noch weniger aussen mit Plakatträgern ausrüsten. Doch das Potenzial mit insgesamt 484 Kinos in der ganzen Schweiz ist gross. Bis wann die Cinecom über ein (schweizweites) Plakatnetz verfügt, kann Roger Baur, der bei Cinecom den Bereich Plasmedia (Screens) leitet und auch für den Plakatausbau zuständig ist, jedoch nicht sagen. «Wie schnell wir vorankommen, hängt vom Einverständnis der Kinobesitzer und von den behördlichen Baubewilligungen ab», sagt er.
Die Plakate sind sowohl als ganzes Paket als auch einzeln bei der Cinecom in Zürich buchbar. Doch dereinst will die Vermarkterin sie vor allem crossmedial anbieten – in Kombination mit Kinospots, Werbung auf Tickets, Popcorntüten oder Screens. Und natürlich auch in Ergänzung zu Sat 1 oder dem Kinomagazin Close-up, die die Cinecom ebenfalls vermarktet. «Die Plakate sind einfach der nächste Schritt in eine abgerundete Vermarktung des Mediums Kino», sagt Baur.
Was der Cinecom beim Medium Plakat noch fehlt – ein schweizweites Netz –, steht ihr jedoch bei den Screens mittlerweile zur Verfügung (ohne Tessin). In derzeit 36 Kinos sind je drei bis 24 Screens angebracht, die mit Werbung gespeist werden können. Da jeder Screen einzeln ansteuerbar ist, sind sie auch einzeln buchbar. Ein 30-Sekunden-Spot während einer Woche auf dem ganzen Netz kostet 16250 Franken, die Wochenreichweite beträgt 14,8 Prozent bei der Kinozielgruppe 14 bis 34 Jahre. Auch das Kino-Screen-Netz ist noch ausbaufähig, anders als bei den Plakatstellen, deren Ausbau die Cinecom vorantreibt und finanziert, müssen die einzelnen Kinobesitzer selbst in Screens investieren. Die Cinecom vermarktet sie nur.
IP Multimedia hat Screens in neun CasinosAuch der Vermarkter IP Multimedia (IPM) wartet im Schweizer Werbemarkt mit einem neuen Screen-Angebot auf: Zu seinen bisherigen Netzen an Tamoil-Tankstellen, in Swisscom- und Manor-Läden, in Bussen sowie in Bars werden sich neu Screens in neun Schweizer Spielcasinos hinzugesellen.
Achtzehn 37- bis 42-Zoll-Bildschirme strahlen dort während 12 bis 18 Stunden pro Tag Werbung aus. «Ihre Botschaft erreicht pro Monat mehr
als 26000 Personen in der ganzen Schweiz», schreibt die IPM dazu. Ein 20-Sekunden-Spot auf dem ganzen Casino-Netz kostet pro Monat 13015 Franken. (mk)
Crossmedia im Kino – mit Plakaten, Screens, Spots und vielleicht bald auch Popcorntütenwerbung.
Markus Knöpfli

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