Dicke Post für die PubliGroupe

Vermarkter P bremst kleine Vermittler aus und muss sie kommissionieren. Das will das Weko-Sekretariat.

Vermarkter P bremst kleine Vermittler aus und muss sie kommissionieren. Das will das Weko-Sekretariat. Das Sekretariat der Wettbewerbskommission (Weko) hat eine zweijährige Untersuchung gegen die PubliGroupe (P) abgeschlossen und dieser den noch vertraulichen Antrag für eine Stellungnahme geschickt (WW 40/04). Inhaltlich gibt das Sekretariat nichts preis, jedoch die P. «Das Weko-Sekretariat sieht seine Vermutungen aus der Vorabklärung von 2002 bestätigt und verlangt, dass wir auch die kleinen Vermittler kommissionieren», sagt Georges von Csernatony, Mitglied der P-Direktion.Ein happiges Verdikt für die P. Denn die nun offenbar bestätigten Vermutungen von 2002 besagen, dass die P den Wettbewerb «unzulässig beschränkt und ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht», indem sie einige Konkurrenten «diskriminiert» und deren Zugang zum Markt durch ungerechtfertigte Richtlinien blockiert.
Anlass für die Untersuchung war die Klage des kleinen Werbevermittlers AdX. Dieser hatte 2001 um die Zulassung als Berufsvermittler und damit um die Gewährung der Vermittlerkommission (VK) ersucht. Während AdX die VK von Eigenregietiteln erhielt, wurde ihm diese vom Verband Schweizerischer Werbegesellschaften (VSW) – alles P-Töchter – verwehrt. Die Begründung: AdX erfülle die VSW-Richtlinien nicht. Die Konsequenz aus der Absage: Für Inserate, die AdX an P-Pachttitel vermittelt, wird er nicht kommissioniert. Darum klagte er.
Die P hat nun einige Wochen Zeit, um zum gut 60-seitigen Bericht samt Antrag Stellung zu nehmen. Dann geht der Antrag an die gesamte Wettbewerbskommission.
Markus Knöpfli

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