Kalls taktischer Trumpf
Verlage Die der BZ untersagte 20 Minuten-Beteiligung eröffnet Tamedia neuen strategischen Spielraum.
Verlage Die der BZ untersagte 20 Minuten-Beteiligung eröffnet Tamedia neuen strategischen Spielraum.Mit ihrem Verbot des Einstiegs der Berner Zeitung (BZ) bei Tamedias Express Zeitung AG, die 49,5 Prozent an 20 Minuten (Schweiz) hält, hat die Weko die Karten im Deutschschweizer Pressepoker neu gemischt. Tamedia-Sprecherin Franziska Hügli meint zwar, das Unternehmen bleibe nun halt «bis Ende 2005 glückliche, alleinige Minderheitsaktionärin» am Pendlerblatt. Der Übernahmevertrag sieht für den Ausfall der BZ indes kein Alternativszenario vor. Weshalb das frei gewordene 17,5-Prozent-Paket CEO Martin Kall als Manövriermasse im Kampf um Marktanteile dienen könnte.NZZ oder Publigroupe?
In Frage käme etwa die NZZ-Gruppe, die schon beim ZürichExpress mit im Boot war und die sowohl beim St. Galler Tagblatt als auch bei der Neuen Luzerner Zeitung das Sagen hat. Just in deren Gebiete soll 20 Minuten expandieren.
Regionalchef Beat Lauber hält eine Beteiligung dennoch «für vorderhand kaum vereinbar» mit den Eigeninteressen der NZZ wie auch deren publizistischen Anspruch. «Zudem betreiben wir in St. Gallen einen eigenen Gratisanzeiger», gibt Lauber der Werbewoche zu bedenken.
Eine andere attraktive Partnerin, die freilich eher den Tages-Anzeiger als 20 Minuten stärken würde, wäre die Publigroupe. Deren Einbindung könnte dem Tagi im Zürcher Umland einige Verlagstüren öffnen. Für die Publigroupe wäre dies zugleich das Eintrittsbillett in den aufstrebenden Pendlerzeitungsmarkt. Doch der Chefstratege von Publicitas, Georg von Csernatony, winkt ab: «Beteiligungen unter 20 Prozent sind nicht konsolidierbar und deshalb für uns grundsätzlich kein Thema.»
(oc)
In Frage käme etwa die NZZ-Gruppe, die schon beim ZürichExpress mit im Boot war und die sowohl beim St. Galler Tagblatt als auch bei der Neuen Luzerner Zeitung das Sagen hat. Just in deren Gebiete soll 20 Minuten expandieren.
Regionalchef Beat Lauber hält eine Beteiligung dennoch «für vorderhand kaum vereinbar» mit den Eigeninteressen der NZZ wie auch deren publizistischen Anspruch. «Zudem betreiben wir in St. Gallen einen eigenen Gratisanzeiger», gibt Lauber der Werbewoche zu bedenken.
Eine andere attraktive Partnerin, die freilich eher den Tages-Anzeiger als 20 Minuten stärken würde, wäre die Publigroupe. Deren Einbindung könnte dem Tagi im Zürcher Umland einige Verlagstüren öffnen. Für die Publigroupe wäre dies zugleich das Eintrittsbillett in den aufstrebenden Pendlerzeitungsmarkt. Doch der Chefstratege von Publicitas, Georg von Csernatony, winkt ab: «Beteiligungen unter 20 Prozent sind nicht konsolidierbar und deshalb für uns grundsätzlich kein Thema.»
(oc)
