Gestärkte Plattform
Daniel Schifferle über erfreuliche Aussichten für das Schweizer Lokalfernsehen.
Daniel Schifferle über erfreuliche Aussichten für das Schweizer Lokalfernsehen.Auch wenn das liberale Herz blutet ob solch weit reichender Regulierungen, wie sie der Nationalrat in der Beratung des RTVG befürwortet hat: Den privaten TV-Plattformen tun die in Aussicht gestellten Gebührengelder unendlich gut. Das beim Publikum beliebte, dennoch defizitäre Regionalfernsehen bleibt flächendeckend erhalten. Mit den Gebührenmillionen können die Sender ihre Angebote weiter stärken und harmonisieren.Eine fulminante Zukunft ist damit auch dem Werbe- und Programmverbund der Lokalfernsehszene, dem TeleNewsCombi (TNC), gewiss. Mit der Gebühreninfusion können heute noch schwächelnde Mitglieder zu starken Mitspielern aufgepäppelt werden. Eine massiv verbesserte Mannschaftsleistung ist die Folge.
Das TNC kann seine Rolle als attraktive Zielgruppen-Ergänzung für den Schweizer TV-Werbemarkt weiter aufwerten. Mit der Parallelstärkung von SRG und lokalen privaten elektronischen Medien fällte der Rat vorab ein Urteil zu Gunsten des Medienstandortes Schweiz.
Doch der Heimatschutzgedanke wurde überdehnt. Der Plan, den Werbefenstern gewisse Liberalisierungen vorzuenthalten, scheitert schon aus rechtlichen Gründen. Vollends den Boden unter den Füssen verlor der Nationalrat, als er im Taumel der Zugeständnisse auch gleich noch religiöse und politische Werbung für private Sender durchwinkte. Die dringend nötige Debatte über diese heiklen Grenzbereiche kommerzieller Kommunikation wurde aus Zeitgründen gestrichen.
Nur gut, dass die zweite Kammer nun noch korrigieren kann. Mit den Worten «das werden wir im Ständerat dann noch sehen» kündete CVP-Ständerat Filippo Lombardi in der «Arena» bereits seinen Widerstand an. Als Präsident des Schweizer Privatfernsehverbandes Telesuisse müsste er eigentlich froh sein um jeden zusätzlichen Werbefranken in den Kassen seiner Mitglieder. Doch wenn nun plötzlich alle möglichen Freikirchen und finanzkräftigen Parteien die Werbeplattformen der Lokalsender bevölkern würden, wäre das sogar für ihn ein Kuckucksei im TNC-Nest.
> Daniel Schifferle, Redaktor
Das TNC kann seine Rolle als attraktive Zielgruppen-Ergänzung für den Schweizer TV-Werbemarkt weiter aufwerten. Mit der Parallelstärkung von SRG und lokalen privaten elektronischen Medien fällte der Rat vorab ein Urteil zu Gunsten des Medienstandortes Schweiz.
Doch der Heimatschutzgedanke wurde überdehnt. Der Plan, den Werbefenstern gewisse Liberalisierungen vorzuenthalten, scheitert schon aus rechtlichen Gründen. Vollends den Boden unter den Füssen verlor der Nationalrat, als er im Taumel der Zugeständnisse auch gleich noch religiöse und politische Werbung für private Sender durchwinkte. Die dringend nötige Debatte über diese heiklen Grenzbereiche kommerzieller Kommunikation wurde aus Zeitgründen gestrichen.
Nur gut, dass die zweite Kammer nun noch korrigieren kann. Mit den Worten «das werden wir im Ständerat dann noch sehen» kündete CVP-Ständerat Filippo Lombardi in der «Arena» bereits seinen Widerstand an. Als Präsident des Schweizer Privatfernsehverbandes Telesuisse müsste er eigentlich froh sein um jeden zusätzlichen Werbefranken in den Kassen seiner Mitglieder. Doch wenn nun plötzlich alle möglichen Freikirchen und finanzkräftigen Parteien die Werbeplattformen der Lokalsender bevölkern würden, wäre das sogar für ihn ein Kuckucksei im TNC-Nest.
> Daniel Schifferle, Redaktor
