Im Zweifel für Lombardi

Verbände Trotz Auflagenfälschung muss Filippo Lombardi nicht um Telesuisse-Präsidium bangen.

Verbände Trotz Auflagenfälschung muss Filippo Lombardi nicht um Telesuisse-Präsidium bangen.Endlich gab der Tessiner CVP-Ständerat Filippo Lombardi doch zu, dass 1994 und 1995 beim Giornale del Popolo (GdP) die Auflagenzahlen um 1000 beziehungsweise 2000 Exemplare zu hoch angegeben waren. Und Lombardi, damals GdP-Chefredaktor, war zumindest Mitwisser. Am 17. Mai übernahm er die Verantwortung – um die involvierten Mitarbeiter zu entlasten und weil der verantwortliche VR-Delegierte krankheitshalber nicht mehr handlungsfähig sei, wie Lombardi in einem Communiqué festhielt.Lombardi, der den Privat-TV-Verband Telesuisse präsidiert, liess sich schon mehrere grobe Verkehrsvergehen zu Schulden kommen. Erstmals aber gibt er einen Fehler im Medienbereich zu. Kostet ihn das den Posten als Telesuisse-Präsident?
Kaum. Markus Ruoss und Claude Alain Stettler vom Telesuisse-Vorstand sehen jedenfalls «keinen Handlungsbedarf». Und Top-Chef Günter Heuberger stellt sich gar «uneingeschränkt» hinter ihn. Ähnlich äussert sich Jean-Pierre Pastori vom Lausanner TVRL.
Andere sind vorsichtiger. So will Norbert Neininger vom Schaffhauser TV zuerst mit Lombardi sprechen, Südostschweiz-Chef Hanspeter Lebrument wartet auf die nächste Telesuisse-Mitgliederversammlung und Tele-Züri-Chef Andreas Meili auf den Ausgang der Tessiner Untersuchung. Hanspeter Klauser, VR-Präsident von TeleOstschweiz: «Solange Lombardi in andern öffentlichen Ämtern noch tragbar ist beziehungsweise er selber keine Konsequenzen zieht, sehen wir uns nicht veranlasst, ihn als Telesuisse-Präsidenten zu suspendieren.» Rücktrittsforderungen wurden keine laut, vielmehr lobte man Lombardis Einsatz für die Privat-TVs.
Markus Knöpfli

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