Alle gegen alle
Pierre C. Meier zu Parallelen n der Politik und den Medienin der Schweiz.
Pierre C. Meier zu Parallelen n der Politik und den Medienin der Schweiz.
Das politische Klima in der Schweiz hat sich in letzter Zeit stark verschlechtert. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Wird doch die Schweiz politisch und wirtschaftlich durchgeschüttelt wie selten zuvor. Die Vielfalt der Probleme und deren Komplexität lähmt die Entscheidungsträger und lässt sie gleichzeitig immer hektischer nach Lösungen suchen. An die Stelle von Sachargumenten treten Gehässigkeiten, Provokationen und gewollte Indiskretionen. Daraus resultiert ein wachsendes Misstrauen in weiten Teilen der Bevölkerung gegenüber der Politik und eine steigende Politikverdrossenheit.
In der Medienbranche passiert Ähnliches. In den ersten vier
Monaten dieses Jahres musste die Tagespresse einen Rückgang des
Inseratevolumens von 3401 Seiten in Kauf nehmen, das sind 7,1 Prozent. Weitere 233 Seiten (-4,8%) gingen bei der Publikumspresse verloren. Und dies gegenüber einer Vorjahresperiode, die verglichen mit 2002 ebenfalls schon gewaltig im Minus lag: Bei der Tagespresse minus 7658 Inserateseiten (-13,7%) und bei der Publikumspresse minus 525 Seiten (-9,8%). Macht in zwei Jahren minus 11059 Seiten bei der Tagespresse und 758 bei der Publikumspresse. Die Situation ist katastrophal und die Nerven liegen blank. Los gehts: Protest und Verschwörungstheorien in der Westschweiz wegen der Neudefinition der Wirtschaftsgebiete, Blick-Bashing in der Weltwoche durch den Haudegen und Ex-Chefredaktor Peter Uebersax, Schawinski-Bashing durch Ex-SF-DRS-Chef Peter Schellenberg und Ex-Late-Night-Talker Dieter Moor im Blick, Samuel Stutz gerät mit seiner Sendung «Gesundheit Sprechstunde» ins Visier des Beobachters und «10vor10» nimmt den Steilpass nur zu gerne auf und verstärkt ihn durch den Vorwurf der Geldwäscherei, Ringier überlegt sich eine Klage. Auch hier also Provokationen und Gehässigkeiten.
Fatal wäre es, wenn daraus ebenfalls ein verstärktes Misstrauen gegenüber den Medien und eine Medienverdrossenheit resultieren würde.
> Pierre C. Meier, Chefredaktor
Das politische Klima in der Schweiz hat sich in letzter Zeit stark verschlechtert. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Wird doch die Schweiz politisch und wirtschaftlich durchgeschüttelt wie selten zuvor. Die Vielfalt der Probleme und deren Komplexität lähmt die Entscheidungsträger und lässt sie gleichzeitig immer hektischer nach Lösungen suchen. An die Stelle von Sachargumenten treten Gehässigkeiten, Provokationen und gewollte Indiskretionen. Daraus resultiert ein wachsendes Misstrauen in weiten Teilen der Bevölkerung gegenüber der Politik und eine steigende Politikverdrossenheit.
In der Medienbranche passiert Ähnliches. In den ersten vier
Monaten dieses Jahres musste die Tagespresse einen Rückgang des
Inseratevolumens von 3401 Seiten in Kauf nehmen, das sind 7,1 Prozent. Weitere 233 Seiten (-4,8%) gingen bei der Publikumspresse verloren. Und dies gegenüber einer Vorjahresperiode, die verglichen mit 2002 ebenfalls schon gewaltig im Minus lag: Bei der Tagespresse minus 7658 Inserateseiten (-13,7%) und bei der Publikumspresse minus 525 Seiten (-9,8%). Macht in zwei Jahren minus 11059 Seiten bei der Tagespresse und 758 bei der Publikumspresse. Die Situation ist katastrophal und die Nerven liegen blank. Los gehts: Protest und Verschwörungstheorien in der Westschweiz wegen der Neudefinition der Wirtschaftsgebiete, Blick-Bashing in der Weltwoche durch den Haudegen und Ex-Chefredaktor Peter Uebersax, Schawinski-Bashing durch Ex-SF-DRS-Chef Peter Schellenberg und Ex-Late-Night-Talker Dieter Moor im Blick, Samuel Stutz gerät mit seiner Sendung «Gesundheit Sprechstunde» ins Visier des Beobachters und «10vor10» nimmt den Steilpass nur zu gerne auf und verstärkt ihn durch den Vorwurf der Geldwäscherei, Ringier überlegt sich eine Klage. Auch hier also Provokationen und Gehässigkeiten.
Fatal wäre es, wenn daraus ebenfalls ein verstärktes Misstrauen gegenüber den Medien und eine Medienverdrossenheit resultieren würde.
> Pierre C. Meier, Chefredaktor
