Güsel und Galle

Recht Die Littering-Kampagne führt wohl zum Prozess zwischen der Igora und dem Ex-Chef von Bonaparte.

Recht Die Littering-Kampagne führt wohl zum Prozess zwischen der Igora und dem Ex-Chef von Bonaparte.Die Littering-Kampagne der Recycling-Organisation Igora sorgt nicht nur für beachtliches Medienecho, sondern auch für einen Rechtsstreit: Harry Sulzer, Inhaber/CD der konkursiten Kleinagentur Bonaparte und ehemaliger Betreuer der Werbeauftraggeberin, will Igora in einen Prozess verwickeln. Für ihn ist klar, der aktuelle Aushang ist «Ideenklau», da das Konzept massgeblich von ihm stammt und nicht «nur» von seinen ehemaligen Angestellten und jetzigen Etathaltern Vizner-Borel. «Auf Anfrage von Igora habe ich auf eigenes Risiko, weil seit zwölf Jahren vertragslos, die Kampagne entwickelt und Ende Oktober 2003 präsentiert.» Danach herrschte lange Funkstille. Bis dann im Januar der Kunde ohne Angabe von Gründen den Werkvertrag zur Unzeit gekündigt habe, so Sulzer. Weil er alle Igora-Arbeiten auf null abschreiben musste, wirft Harry Sulzer Igora nebst der Urheberrechtsverletzung die Verantwortung am Konkurs seiner Agentur vor. «Wäre alles sauber gelaufen, gäbe es Bonaparte noch. Ich habe mehrfach vergeblich das Gespräch gesucht.»
Allerdings ist bekannt, dass Sulzer – mit einer Ausnahme – seiner Belegschaft schon im Dezember 2003 gekündigt hatte, also einen Monat, bevor Igora sich von Bonaparte trennte. Jetzt will er die Kampagne per einstweiliger Verfügung stoppen lassen, um zum Honorar «im sechsstelligen Bereich» zu kommen. Dann sei nicht auszuschliessen, dass es einen Widerruf des Agenturkonkurses gibt.
Lajos Vizner, Mitinhaber der neuen Igora-Hausagentur ViznerBorel, sind Sulzers Vorwürfe bekannt. Wie Arno Bertozzi, Präsident der Igora, will er zum rechtlichen Streit keine Stellung nehmen, um so eine öffentliche Schlammschlacht zu verhindern. Igora habe ihrerseits Anwälte eingesetzt, so Bertozzi.
(la)

More articles on the topic