Wer mehr bietet, hat das Nachsehen

Plakate Die APG bietet Flughäfen offenbar höhere Abgaben für Plakatkonzessionen als Clear Channel Plakanda (CCP). Doch Unique geschäftet mit CCP.

Plakate Die APG bietet Flughäfen offenbar höhere Abgaben für Plakatkonzessionen als Clear Channel Plakanda (CCP). Doch Unique geschäftet mit CCP.«Ich werde noch diese Woche Unique-VR-Präsident Andreas Schmid einen Brief schicken und ihm mein Befremden mitteilen», sagt Christian Kauter, CEO der APG. Der Grund seines Ärgers: Unique, die Betreiberin des Flughafens Zürich, hat die im Dezember auslaufende Plakatkonzession mit dem Aussenwerber Clear Channel Plakanda (CCP) um drei Jahre verlängert, mit einer Option auf weitere zwei Jahre. Und dies ohne Submission.Kauter weiss, dass Unique rechtlich kaum etwas vorzuwerfen ist, doch «störend» findet er zweierlei: Zum einen war schon die Submission vor vier Jahren so kurzfristig angelegt, dass niemand ausser der damaligen Konzessionärin CCP die zeitlichen Vorgaben des Flughafens erfüllen konnte. Zudem habe Unique-CEO Josef Felder damals der APG eine weitere Submission im 2004 in Aussicht gestellt. Die nun erfolgte submissionslose Vertragsverlängerung bezeichnet Kauter deshalb als «unfaire Behandlung». Er überlegt sich, an die Wettbewerbskommission (Weko) zu gelangen. Allerdings schätzt er seine Chance dort als gering ein.
Weko will nichts unternehmen
Warum eigentlich? Immerhin ist die Flughafen Zürich AG zu 53 Prozent im Besitz von Stadt und Kanton Zürich. Bei der Weko winkt man aber ab. «Unique ist ein börsenkotiertes Unternehmen und grundsätzlich frei, wie und an wen es die Plakatanschlagstellen vergibt», sagt der stellvertretende Weko-Direktor Patrik Ducrey. Trotz öffentlich-rechtlichem Grossaktionär würde deshalb die Pflicht der Gemeinwesen zu öffentlichen Ausschreibungen nicht auf Unique übertragen. «Zurzeit sehen wir keinen Anlass, hier einzuschreiten», schliesst Ducrey.
Eine andere Frage steht dennoch im Raum: Ohne Zahlen zu nennen, behauptet Kauter, bei der Submission 2000 dem Flughafen Zürich eine höhere Abgabe zugesagt zu haben als CCP. Das ist kaum zu überprüfen. Doch die wenigen öffentlichen Zahlen der Flughäfen deuten darauf hin, dass Kauters Aussage stimmen könnte. Denn die Flugplätze Genf und Lugano-Agno, die von der APG vermarktet werden, erhielten 2003 offenbar pro Passagier 74 respektive 111 Rappen. Unique dagegen bekam von CCP höchstens 45 Rappen. Allerdings ist festzuhalten, dass CCP trotz deutlich gesunkener Passagierzahlen ihre Abgaben an Unique offenbar stetig erhöht hat (im 2001 waren es maximal 35 Rappen, im 2002 dann 39 Rappen).
Unique-Sprecher Urs Brütsch will das nicht kommentieren – «weil wir keine Angaben über Eingaben bei Submissionen machen.» Er verweist nur auf das Unique-Communiqué vom 15. Juni, das die Vertragsverlängerung mit CCP wie folgt begründet: «Plakanda AG hat gemeinsam mit Unique in den vergangenen Jahren grosse Investitionen in den Austausch veralteter Werbeträger und in die Anbringung neuer und zum Teil exklusiver Werbeträger in den Bauelementen der 5. Bauetappe geleistet. (…) Die bis anhin erfolgreiche Zusammenarbeit, die Kontinuität bei den Kundenkontakten und die noch nicht abgeschlossene Vermarktung der neuen Werbestandorte im Zusammenhang mit der 5. Bauetappe waren ausschlaggebend für die Verlängerung des Vertrags.»
Markus Knöpfli

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