Super size Ronald McDonald

Aufgefallen Sein Sexappeal kommt aus der Steinzeit, die gespiegelte Pilotenbrille von Ray-Ban, der Dreitagebart vom stumpfen Braun und die verletzungsgefährdende Schmächtigkeit von zu vielen Camels.

Fastfood Sein Sexappeal kommt aus der Steinzeit, die gespiegelte Pilotenbrille von Ray-Ban, der Dreitagebart vom stumpfen Braun und die verletzungsgefährdende Schmächtigkeit von zu vielen Camels.Hinter dem Mix aus Lonesome Rider und Daddy Cool verbirgt sich Kevin. Wir sehen ihn vor uns: Sein tätowierter Arm hängt aus dem Seitenfenster des ausrangierten 70er-Jahre-Ford-Mustang, während er, Zahnstocher kauend und zugedröhnt von T-Rex-Sound, in den McDonald’s Drive-In hineinkurvt und in die Gegensprechanlage schnauzt: «Hey Ronny-Würstchen, ein Cheeseburger, mit grossen Pommes und Coke, aber dalli.»Sehen Sie, so leicht spielt uns der erste, zweite und ja auch der dritte Eindruck einen üblen Streich: Denn, so stellten die Werber beim Casting erfreut fest, der pokerfacige Kevin ist in Tat und Wahrheit Lukas S. aus dem Berliner Grunewald. Der promovierte Biochemiker – summa cum laude – fährt seine beiden Kinder im Familien-Van gerne zum Restaurant und hört beim Joggen am liebsten Beethovens Neunte. «An seiner Glaubwürdigkeit wird also kaum jemand zweifeln», wird sich der Berater gebrüstet haben. Und wir? We‘ re loving it.
(la)

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