Der Erneuerer
Rolf Suter will als Geschäftsführer bei der m&m media agentur in Zürich den Generationswechsel sichern.
Rolf Suter will als Geschäftsführer bei der m&m media agentur in Zürich den Generationswechsel sichern. Es wäre gut weitergegangen. Sowohl bei der m&m media agentur in Glattbrugg wie auch für Rolf Suter bei der Goldbach-Media-Tochter in Wien. Doch manchmal locken Veränderungen. Wolfgang Mecklenburg, ein Urgestein der Mediaszene, möchte in der Schweiz aufhören. Der Gründer und langjährige Gesamtgeschäftsleiter der beiden Agenturen m&m und mm&b in der Schweiz will sich in Zukunft vorwiegend auf das europäische Geschäft der m&m media holding ag konzentrieren. Zu seinem Nachfolger hat er den Enddreissiger Rolf Suter gemacht. Das soll mit Absicht ein Generationswechsel sein. «Ich bin halb so alt wie er», meint Suter. Der mit Onlinewerbung, TV-, Radio- und Screen-Vermarktung gross gewordene Suter möchte deshalb auch Ideen umsetzen, die neuer sind. «Etwas gegen die Lethargie tun», sagt er. Mit dem neuen Geschäftsführer am gleichen Strick ziehen soll Claudia Mühlebach, deren Aufgaben und Verantwortungsbereich in der mm&b media agentur in Glattbrugg unverändert bleiben.
Profiliert für den neuen Job hat sich Rolf Suter mit dem Erfolg seines Goldbach-Ablegers in Wien. Eigentlich sollte er dort nur während drei Monaten eine dahindümpelnde Firma wieder in die Gewinnzone bringen. Daraus sind schliesslich drei Jahre und eine prosperierende «Swiss Miniature» der Goldbach Media geworden.
Als Suter nach Wien gekommen ist, hat sein «Problemfall» nur als Onlinevermarkter funktioniert. Inzwischen vermarktet Goldbach in Wien mit MTV auch einen Fernsehsender. «Den Schwung dieses Brands haben wir genutzt und sind auch in die Radiobranche eingestiegen», erkärt Suter, wie es zum Szenenkombi mit zwei Stadtradios gekommen ist. Schliesslich hat ihm Telecom Austria auch noch die Vermarktung von bald 1500 neuen Multimediazellen anvertraut. So hatte er alles: TV, Radio, Online- und Screen-Markt. «Das Gleiche wie Goldbach in der Schweiz», erzählt er stolz.
Suter hat es in Wien gut gefallen. «Eine sehr junge Medienlandschaft. Das verstaubte Image stimmt überhaupt nicht. Zudem machte es Spass, als MTV-Vermarkter an alle trendigen Partys eingeladen zu werden.»
Weniger Freude bereitete Suter allerdings, dass er seine zwei Kinder nur noch als pendelnder Vater sehen konnte. «Meiner Frau gefiel es nicht, nach Wien zu ziehen, und ich wollte wieder ein richtiges Familienleben.» Diese Umstände sind eines Tages auch Mecklenburg zu Ohren gekommen, worauf die Entwicklung ihren Lauf genommen hat.
Bei m&m hat Suter «sehr gut ausgebildete Mitarbeiter» vorgefunden. Was ihm fehlte, ist das New Business. «Wir wollen jetzt ein Lebenszeichen in den Markt senden.» Etwas für das Image zu tun, sei notwendig, denn «eine Werbung platzieren kann jeder». Früher hat die Sekretärin ein paar Anzeigen gebucht, dann haben sich die Mediaabteilungen entwickelt, sind selbstständig geworden und verdienen inzwischen Geld. «Heute läuft viel mehr Mediageld zusammen, als für die Umsetzung in der Kreation ausgegeben wird», rechnet Suter. Und wo die Schaltung einer Kampagne rund zehnmal teurer als die Produktion ist, kommt unweigerlich auch die Frage auf: Ist derjenige, der die Media plant, weiterhin nur noch der Ausführende, oder darf er auch eigene Ideen einbringen? Für Suter ist klar: Die Mediaagenturen denken immer mehr strategisch und bieten in Zukunft die Gefässe und Kanäle an, die von den Kreativen gefüllt werden müssen.
Mit seinem Wechsel vom Vermarkter zum Einkäufer hat er keine Probleme. «Das reizt mich sehr. Ich weiss, was die Käufer wollen.» Zudem werde er weiterhin verkaufen, nämlich «die Dienstleistungen unserer Firma».
Rolf Suter hat seinen Einstieg in die Werbung als Stift bei der ehemaligen Mosse Annoncen gefunden. Dort hat er das Printhandwerk von der Pike auf gelernt. Später hat er bei der Central Film vier Jahre lang Kinowerbung verkauft. Das TV-Business lernte er bei Eden TV kennen. In der Gründerphase des Schweizer Privatfernsehens hat Suter lustige Filmchen zusammen mit dem Trio Eden realisiert. Diese mögliche Karriere als Komiker hat er nicht weiterverfolgt. Aber: «Wer verkauft, macht zwar keine Show, aber er muss ähnlich Gewinn bringend vor die Leute treten, um etwas zu präsentieren.»
Nach der Eingliederung von Eden TV in Star TV hat Suter für Paul Grau im Hintergrund die Wettbewerbe und Promotionssendungen organisiert. Auch für die IP von Klaus Kappeler hat er vier Jahre lang die Einführung von ProSieben betreut und «viel dazu beigetragen, dass man angefangen hat, bei der TV-Werbung nicht mehr nur in Kästchen zu denken». Das war die Zeit, als mit dem Aufkommen der Werbefenster die Fernsehmacht immer mehr gebündelt wurde.
Eine wichtige Erfahrung für Suter war auch seine Zeit als Geschäftsführer der Firma Suchtreffer. Dieses Unternehmen im Bereich Suchmaschinenmarketing ist später mit dem Onlinebereich bei IP Multimedia zusammengelegt worden. Suter hat den neuen Geschäftszweig geleitet, bevor er die Herausforderung in Wien angenommen hat.
Immer wieder was Neues, sagt sich der neue Geschäftsführer bei m&m media auch in seiner Freizeit. Seit kurzem fordert er sich beim Training im Schwimmen, Laufen und Velofahren. Suter will seine Leistungsfähigkeit auch bei einem Triathlon testen.
Rolf Suter, Geschäftsführer der m&m media agentur,braucht immer wieder was Neues.
Andreas Panzeri
Profiliert für den neuen Job hat sich Rolf Suter mit dem Erfolg seines Goldbach-Ablegers in Wien. Eigentlich sollte er dort nur während drei Monaten eine dahindümpelnde Firma wieder in die Gewinnzone bringen. Daraus sind schliesslich drei Jahre und eine prosperierende «Swiss Miniature» der Goldbach Media geworden.
Als Suter nach Wien gekommen ist, hat sein «Problemfall» nur als Onlinevermarkter funktioniert. Inzwischen vermarktet Goldbach in Wien mit MTV auch einen Fernsehsender. «Den Schwung dieses Brands haben wir genutzt und sind auch in die Radiobranche eingestiegen», erkärt Suter, wie es zum Szenenkombi mit zwei Stadtradios gekommen ist. Schliesslich hat ihm Telecom Austria auch noch die Vermarktung von bald 1500 neuen Multimediazellen anvertraut. So hatte er alles: TV, Radio, Online- und Screen-Markt. «Das Gleiche wie Goldbach in der Schweiz», erzählt er stolz.
Suter hat es in Wien gut gefallen. «Eine sehr junge Medienlandschaft. Das verstaubte Image stimmt überhaupt nicht. Zudem machte es Spass, als MTV-Vermarkter an alle trendigen Partys eingeladen zu werden.»
Weniger Freude bereitete Suter allerdings, dass er seine zwei Kinder nur noch als pendelnder Vater sehen konnte. «Meiner Frau gefiel es nicht, nach Wien zu ziehen, und ich wollte wieder ein richtiges Familienleben.» Diese Umstände sind eines Tages auch Mecklenburg zu Ohren gekommen, worauf die Entwicklung ihren Lauf genommen hat.
Bei m&m hat Suter «sehr gut ausgebildete Mitarbeiter» vorgefunden. Was ihm fehlte, ist das New Business. «Wir wollen jetzt ein Lebenszeichen in den Markt senden.» Etwas für das Image zu tun, sei notwendig, denn «eine Werbung platzieren kann jeder». Früher hat die Sekretärin ein paar Anzeigen gebucht, dann haben sich die Mediaabteilungen entwickelt, sind selbstständig geworden und verdienen inzwischen Geld. «Heute läuft viel mehr Mediageld zusammen, als für die Umsetzung in der Kreation ausgegeben wird», rechnet Suter. Und wo die Schaltung einer Kampagne rund zehnmal teurer als die Produktion ist, kommt unweigerlich auch die Frage auf: Ist derjenige, der die Media plant, weiterhin nur noch der Ausführende, oder darf er auch eigene Ideen einbringen? Für Suter ist klar: Die Mediaagenturen denken immer mehr strategisch und bieten in Zukunft die Gefässe und Kanäle an, die von den Kreativen gefüllt werden müssen.
Mit seinem Wechsel vom Vermarkter zum Einkäufer hat er keine Probleme. «Das reizt mich sehr. Ich weiss, was die Käufer wollen.» Zudem werde er weiterhin verkaufen, nämlich «die Dienstleistungen unserer Firma».
Rolf Suter hat seinen Einstieg in die Werbung als Stift bei der ehemaligen Mosse Annoncen gefunden. Dort hat er das Printhandwerk von der Pike auf gelernt. Später hat er bei der Central Film vier Jahre lang Kinowerbung verkauft. Das TV-Business lernte er bei Eden TV kennen. In der Gründerphase des Schweizer Privatfernsehens hat Suter lustige Filmchen zusammen mit dem Trio Eden realisiert. Diese mögliche Karriere als Komiker hat er nicht weiterverfolgt. Aber: «Wer verkauft, macht zwar keine Show, aber er muss ähnlich Gewinn bringend vor die Leute treten, um etwas zu präsentieren.»
Nach der Eingliederung von Eden TV in Star TV hat Suter für Paul Grau im Hintergrund die Wettbewerbe und Promotionssendungen organisiert. Auch für die IP von Klaus Kappeler hat er vier Jahre lang die Einführung von ProSieben betreut und «viel dazu beigetragen, dass man angefangen hat, bei der TV-Werbung nicht mehr nur in Kästchen zu denken». Das war die Zeit, als mit dem Aufkommen der Werbefenster die Fernsehmacht immer mehr gebündelt wurde.
Eine wichtige Erfahrung für Suter war auch seine Zeit als Geschäftsführer der Firma Suchtreffer. Dieses Unternehmen im Bereich Suchmaschinenmarketing ist später mit dem Onlinebereich bei IP Multimedia zusammengelegt worden. Suter hat den neuen Geschäftszweig geleitet, bevor er die Herausforderung in Wien angenommen hat.
Immer wieder was Neues, sagt sich der neue Geschäftsführer bei m&m media auch in seiner Freizeit. Seit kurzem fordert er sich beim Training im Schwimmen, Laufen und Velofahren. Suter will seine Leistungsfähigkeit auch bei einem Triathlon testen.
Rolf Suter, Geschäftsführer der m&m media agentur,braucht immer wieder was Neues.
Andreas Panzeri
