Dem Druck des Marktes getrotzt
Verlage Die LZ Medien war 2004 erfolgreich und nähert sich bereits wieder den Werten des Rekordjahres 2000.
Verlage Die LZ Medien war 2004 erfolgreich und nähert sich bereits wieder den Werten des Rekordjahres 2000.Auch die LZ Medien wies in den letzten Jahren Rückgänge bei Konzerngewinn und -ertrag aus. Von einem Einbruch konnte man aber nicht sprechen – oder dann nur auf der Ebene des Anzeigenertrages. Das Fundament kam nie ins Rutschen: Die Eigenkapitalquote liegt nach wie vor bei 66 Prozent, und das Flaggschiff, die Neue Luzerner Zeitung (Neue LZ), legt bezüglich Auflage und Leserzahlen langsam, aber stetig zu. Der Korb des Boten der Urschweiz (WW 5/05) ist für die Neue LZ zwar ein Wermutstropfen, aber kein Rückschlag.Und so weist das Zentralschweizer Medienunternehmen 2004 gegen den Trend ein deutliches Wachstum aus. Der Umsatz stieg um 5,1, der Konzerngewinn um 20,2 Prozent. Letzterer beträgt 9,88 Millionen Franken und liegt nur knapp 200000 Franken unter dem Rekordwert von 2000. Auch der Umsatz von 124,1 Millionen Franken ist der dritthöchste Wert des Konzerns, an dem die NZZ 51 Prozent hält.
Nicht mit dem Jahr 2000 zu vergleichen ist die Einnahmenstruktur: Zwar trägt das Anzeigengeschäft (Neue LZ und Wochenzeitungen) mit 48,3 Millionen Franken noch immer den grössten Teil (40 Prozent) zum Konzernumsatz bei, doch das ist deutlich weniger als vor vier Jahren, als er noch rund 60 Prozent ausmachte. Erstarkte Standbeine sind der Abo- und Kioskertrag (Umsatzanteil: ein Drittel) sowie das Druckgeschäft (etwa 25 Prozent). Vor allem Letzteres konnte im vergangenen Jahr Boden gutmachen und wuchs um 15,1 Prozent.
Beigetragen zu diesem Wachstum haben insbesondere der Zeitungsdruck Neue LZ AG und die LZ-Tochter Multicolor Print AG. Sodann auch die Übernahme der Kürzi Druck (Einsiedeln) 2003 und im letzten Mai der Einstieg bei der Beag Druck AG in Emmenbrücke (42,4 Prozent). Neu werden zudem die Luzerner Woche, der Willisauer Bote und der Wiggertaler Bote bei der Neuen LZ gedruckt.
In der Zwischenzeit hat sich die LZ Medien im Dezember mit dem Kauf der Calendaria (siehe Kasten) bereits ein weiteres Printvolumen gesichert, wodurch der Druckbereich noch mehr Gewicht erhalten wird. «Wir haben tatsächlich kein Klumpenrisiko Zeitung, die Geschäftsfelder sind etwas verteilter als auch schon», sagt der VR-Delegierte Erwin Bachmann. Was nicht ausschliesse, dass mit einem Anziehen der Konjunktur auch der Anzeigenertrag und damit das nach wie vor dominierende Zeitungsgeschäft wieder stärker zulege.
Die Tatsache jedoch, dass die LZ Medien nicht zuletzt über den Ausbau im Druckbereich (Akzidenz und Zeitungsdruck) beinahe auf das 2000er-Niveau zurückzukehren vermag, verschafft ihr eine solide Basis für die Zukunft. In der letztes Jahr erarbeiteten «griffigeren Strategie» ist gemäss Bachmann denn auch vorgesehen, dass das Unternehmen mit der Diversifizierung weiterfährt. Auch im Lesermarkt sind erste Projekte angedacht, nachdem ja 20 Minuten in die Zentralschweiz vorgestossen ist. «Wir wollen noch mehr tun für junge, urbane Leser», sagt Bachmann, ohne jedoch Genaueres zu verraten.
Calendaria-Druckvolumen wieder in der Schweiz Per 23. Dezember 2004
übernahm die LZ Medien die Immenseer Firma Calendaria,
den Schweizer Marktleader für Bildkalender. «Die Calendaria passt hervorragend zur LZ Medien», sagt Erwin Bachmann. Sie werde eng mit der zur LZ Medien gehörenden Multicolor Print zusammenarbeiten und somit auch das Druckvolumen von Italien wieder in die Schweiz verlagern.
Der Firmenstandort Immensee bleibt ebenso wie die Führungsstruktur erhalten. Die Zahl der Arbeitsplätze wurde von 39 auf 43 erhöht und eine eigene Verkaufsorganisation angegliedert. Die Calendaria erzielt jährlich rund 10 Millionen Franken Umsatz. (mk)
Wachsendes Standbein: Das Druckgeschäft trug 2004 erheblich zum guten Ergebnis der LZ Medien bei.
Wieder aufwärts: Die LZ Medien steigerte Umsatz und Gewinn.
Markus Knöpfli
Nicht mit dem Jahr 2000 zu vergleichen ist die Einnahmenstruktur: Zwar trägt das Anzeigengeschäft (Neue LZ und Wochenzeitungen) mit 48,3 Millionen Franken noch immer den grössten Teil (40 Prozent) zum Konzernumsatz bei, doch das ist deutlich weniger als vor vier Jahren, als er noch rund 60 Prozent ausmachte. Erstarkte Standbeine sind der Abo- und Kioskertrag (Umsatzanteil: ein Drittel) sowie das Druckgeschäft (etwa 25 Prozent). Vor allem Letzteres konnte im vergangenen Jahr Boden gutmachen und wuchs um 15,1 Prozent.
Beigetragen zu diesem Wachstum haben insbesondere der Zeitungsdruck Neue LZ AG und die LZ-Tochter Multicolor Print AG. Sodann auch die Übernahme der Kürzi Druck (Einsiedeln) 2003 und im letzten Mai der Einstieg bei der Beag Druck AG in Emmenbrücke (42,4 Prozent). Neu werden zudem die Luzerner Woche, der Willisauer Bote und der Wiggertaler Bote bei der Neuen LZ gedruckt.
In der Zwischenzeit hat sich die LZ Medien im Dezember mit dem Kauf der Calendaria (siehe Kasten) bereits ein weiteres Printvolumen gesichert, wodurch der Druckbereich noch mehr Gewicht erhalten wird. «Wir haben tatsächlich kein Klumpenrisiko Zeitung, die Geschäftsfelder sind etwas verteilter als auch schon», sagt der VR-Delegierte Erwin Bachmann. Was nicht ausschliesse, dass mit einem Anziehen der Konjunktur auch der Anzeigenertrag und damit das nach wie vor dominierende Zeitungsgeschäft wieder stärker zulege.
Die Tatsache jedoch, dass die LZ Medien nicht zuletzt über den Ausbau im Druckbereich (Akzidenz und Zeitungsdruck) beinahe auf das 2000er-Niveau zurückzukehren vermag, verschafft ihr eine solide Basis für die Zukunft. In der letztes Jahr erarbeiteten «griffigeren Strategie» ist gemäss Bachmann denn auch vorgesehen, dass das Unternehmen mit der Diversifizierung weiterfährt. Auch im Lesermarkt sind erste Projekte angedacht, nachdem ja 20 Minuten in die Zentralschweiz vorgestossen ist. «Wir wollen noch mehr tun für junge, urbane Leser», sagt Bachmann, ohne jedoch Genaueres zu verraten.
Calendaria-Druckvolumen wieder in der Schweiz Per 23. Dezember 2004
übernahm die LZ Medien die Immenseer Firma Calendaria,
den Schweizer Marktleader für Bildkalender. «Die Calendaria passt hervorragend zur LZ Medien», sagt Erwin Bachmann. Sie werde eng mit der zur LZ Medien gehörenden Multicolor Print zusammenarbeiten und somit auch das Druckvolumen von Italien wieder in die Schweiz verlagern.
Der Firmenstandort Immensee bleibt ebenso wie die Führungsstruktur erhalten. Die Zahl der Arbeitsplätze wurde von 39 auf 43 erhöht und eine eigene Verkaufsorganisation angegliedert. Die Calendaria erzielt jährlich rund 10 Millionen Franken Umsatz. (mk)
Wachsendes Standbein: Das Druckgeschäft trug 2004 erheblich zum guten Ergebnis der LZ Medien bei.
Wieder aufwärts: Die LZ Medien steigerte Umsatz und Gewinn.
Markus Knöpfli
