Bankkunden, aufwachen!

Banken Die GE Money Bank prophezeit dem Schweizer Retailbanking forsch eine neue Zeitrechnung.

Banken Die GE Money Bank prophezeit dem Schweizer Retailbanking forsch eine neue Zeitrechnung. Oft gelten sie als Lackmustest für die Attraktivität des Schweizer Finanzplatzes: die rund 150 Auslandbanken. Seit dem 2. März hat sich diese Zahl um eine weitere Marke erhöht. Mit GE Money Bank isteine neue Marke in den Schweizer Bankenmarkt eingetreten, die Grosses vorhat. Anders als die meisten Auslandbanken, die vor allem in der Vermögensverwaltung für Privatkunden, im Wertschriftenhandel oder in der Corporate Finance tätig sind, sieht die amerikanische Bank ihre Zukunft in der Schweiz im Privatkundengeschäft. «GE ist bereits seit Jahren in der Schweiz mit einer spezialisierten Angebotspalette wie private Finanzierungen, Leasing und Depositen erfolgreich im Retail Banking tätig. GE Money Bank führt die erfolgreiche Strategie fort und erweitert den Fokus auf eine breitere Kundenbasis sowie neue Dienstleistungen», sagt Ulrike Guigui, Managing Director von GE Money Bank.
Nah am Menschen
Nach dem Rebranding zur GE Money Bank wird jetzt also zur Eroberung des Schweizer Retailmarktes angesetzt. «Weil die Schweizer Bankkunden speziell anspruchsvoll sind», erklärt Caspar Coppetti, Stratege bei der verantwortlichen Werbeagentur Advico Young & Rubicam, «mussten wir für die Schweizer Kunden eine völlig neue Kommunikationsplattform entwickeln». Zentrales Anliegen war, den innovativen Produkten und Dienstleistungen der Bank mit einem entsprechend eigenständigen Auftritt gerecht zu werden. «Wir wollten eine neue Bankenwelt kreieren: Nah am Menschen und vorwärts gerichtet», erklärt Coppetti.
Für die Strategie hat die Advico Young & Rubicam mit dem Management von GE Money Bank seit 2003 eng zusammengearbeitet. Die Umsetzung über alle Disziplinen gestaltete Advico Young & Rubicam gemeinsam mit ihren Schwesteragenturen Wunderman, Futurecom und Burson-Marsteller aus der Young & Rubicam Brands-Gruppe.
Für den Angriff auf den Schweizer Bankenmarkt gab es zwei Startpunkte: die Konkurrenz und die Kunden. Die Marktforschung zeigte, dass die typische Bank von den Schweizern als verknöchertes Institut wahrgenommen wird, das für ihre normalsterblichen Kunden wenig Innovation bereithalten würden ausser Gebührenerhöhungen. Gleichzeitig zeigten die Umfragen, dass gegen dieses Machtungleichgewicht von Kundenseite zunehmend Widerstand wächst. Zu ähnlichen Ergebnissen kam im Mai 2004 auch die Studie «Das schweizerische Bankenwesen im 2010» vom Management-Dienstleister Accenture und dem Institut für Banken und Finanzen der Universität St. Gallen.
Darin wurde unter anderem festgestellt, dass der Preis, die Produkt-
innovation bei gleichzeitiger Sortimentsstraffung sowie die Betreuungskontinuität als Wettbewerbsfaktoren an Stellenwert gewinnen werden. Die Gefahr des Kundenverlustes wird nicht in einer Kündigung der Gesamtbeziehung liegen, sondern unter anderem in einer Abwanderung einzelner Kunden.
Neuartige BankkommunikationHier liegt die Chance von GE Money Bank. Mit innovativen und bedürfnisgerechten Produkten will sie die breite Konsumentengruppe ansprechen, die sich weder von den Grossbanken noch von den Re-
gionalbanken angesprochen fühlt. «GE Money Bank ist für ein aufstrebendes urbanes Publikum, das fern von Konventionen seine eigenen Pläne verwirklichen will», sagt Coppetti. «Diese Menschen suchen eine Bank, die mit ihrem Lebenstempo mithalten kann.»
Zur Lancierung von GE Money Bank entwickelte das Team um CD Urs Schrepfer, AD Roland Scotoni und Texter Martin Stulz eine neue Art von Bankenkommunikation. Roland Scotoni erklärt: «Diese Generation von Kunden will keine Bevormundung und keine künstliche Hürden, sondern eine persönliche Bank, die auf ihrer Seite ist.» Die Kampagne basiert auf der geschilderten Wahrnehmung der Konsumenten, dass bei vielen Schweizer Banken die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. «In einer Gegenüberstellung von damals und heute, von altem und neuem Denken zeigen wir auf, wie sehr sich die Dinge überall gewandelt haben», erklärt Scotoni, «und fragen damit unsere künftigen Kunden, weshalb sie immer noch die Bankdienstleistungen von gestern benutzen».
Verändertes BankengeschäftUmgesetzt wurde dies mit einem fünftägigen TV-Spot-Teaser, der mit einem Wecker das Wachrütteln des Bankenmarkts ankündigte: «Hey, die Welt verändert sich. GE Money Bank». Den Wecker trifft man auch im ersten Produktespot wieder an, der anschliessend an den Teaser geschaltet wird: Als der Vater seinem volljährig gewordenen Sohn seine alte Karre als wertvolles Erbstück präsentiert, klingelt prompt der Wecker. Die Welt verändert sich, heute kann jedermann ein neues Auto fahren, denn GE Money Bank bietet zum Automobilsalon Genf ein Leasing-Spezialangebot zu 4,9 Prozent an.
Auch die Printkampagnen arbeiten mit dieser Gegenüberstellung von altem und neuem Denken. Im Bereich Leasing zeigt GE Money Bank anhand klassischer und moderner Autos, wie sehr sich die Dinge geändert haben. In der Kampagne für die Einrichtungsfinanzierung wird der Wandel anhand von Designklassikern illustriert. Mit dem Grundmechanismus «Hey, die Welt verändert sich» fordert GE Money potenzielle Kunden auf, sich ebenfalls zu ändern: indem sie eine neue, zeitgemässe Bank wählen. Dazu Ulrike Guigui: «Der Ausspruch ‹Hey, die Welt verändert sich› gilt auch für das Bankengeschäft. Wir können den Kunden eine auf der Basis international erprobten Know-hows entwickelte Dienstleistungspalette anbieten, die auf besten Service, innovativen Angeboten und Sicherheit für den Kunden ausgerichtet ist.»
AY&R macht auf Tempo: Bei manchen Banken steht die Zeit still, bei der GE Money Bank nicht.
Im TV-Spot-Teaser: Ein Wecker soll den Schweizer Bankenmarkt wachrütteln.
Der neue Produktespot signalisiert den steten Wandel.
Luca Aloisi

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