Runder Tisch für gesunde Ernährung
Ernährung Die EU nimmt die Werbung gegen Übergewicht in die Pflicht. Die Schweiz hinkt hinterher.
Ernährung Die EU nimmt die Werbung gegen Übergewicht in die Pflicht. Die Schweiz hinkt hinterher.Die Werbebranche soll gemeinsam mit der Nahrungsmittelindustrie, Konsumentenverbänden und Gesundheitsorganisationen gegen die zunehmende Fettleibigkeit vorgehen. So will es die EU-Kommission, die dazu am Dienstag die Aktionsplattform für Ernährung, körperliche Tätigkeit und Gesundheit ins Leben gerufen hat. Rund zehn Organisationen sind der Plattform beigetreten. Sie sollen bis im Sommer Vorschläge ausarbeiten, wie sie zum Kampf gegen Übergewicht beitragen können. Im Blickfeld stehen Konsumenteninformation, Erziehung, Förderung von köperlicher Bewegung, Zusammensetzung von Produkten sowie Marketing und Werbung.Zu den Mitgliedern der Aktionsplattform gehört auch die World Federation of Advertisers (WFA). Sie will sich für verantwortungsvolle Werbung und die Einhaltung von «best practice»-Verhaltensregeln einsetzen. Man sei sich bewusst, dass dieses komplexe Problem nur gemeinsam gelöst werden könne.
Über die WFA ist die Schweizer Branche an der Plattform beteiligt, denn ihr gehört auch der Schweizer Werbeauftraggeber-Verband (SWA) an. Direktor Jürg Siegrist sagte der Werbewoche, gemeinsam mit der Schweizer Werbung (SW) und dem BSW verfolge man die Entwicklung in Brüssel genau. In der Schweiz gebe es erst ein internes Arbeitspapier des Bundesamts für Gesundheit. Klar ist für Siegrist, dass für frei erhältliche Produkte auch freie Kommunikation erlaubt sein muss. «Fettleibigkeit ist ein Problem, doch darf es nicht zu Werbeverboten führen», meint auch BSW-Geschäftsführer Walter Merz.
Kein neues Verbot, aber eine strengere Auslegung bestehender Einschränkungen fordert CVP-Nationalrätin Ruth Humbel Näf. Sie hat ein Postulat eingereicht, das den Bundesrat auffordert, gemeinsam mit der Industrie Massnahmen im Kampf gegen Übergewicht zu prüfen. So sollen etwa Milchriegel nicht mehr als «gesund» angepriesen werden dürfen, wenn Zucker- und Fettgehalt zu hoch sind.
Stefano Monachesi
Über die WFA ist die Schweizer Branche an der Plattform beteiligt, denn ihr gehört auch der Schweizer Werbeauftraggeber-Verband (SWA) an. Direktor Jürg Siegrist sagte der Werbewoche, gemeinsam mit der Schweizer Werbung (SW) und dem BSW verfolge man die Entwicklung in Brüssel genau. In der Schweiz gebe es erst ein internes Arbeitspapier des Bundesamts für Gesundheit. Klar ist für Siegrist, dass für frei erhältliche Produkte auch freie Kommunikation erlaubt sein muss. «Fettleibigkeit ist ein Problem, doch darf es nicht zu Werbeverboten führen», meint auch BSW-Geschäftsführer Walter Merz.
Kein neues Verbot, aber eine strengere Auslegung bestehender Einschränkungen fordert CVP-Nationalrätin Ruth Humbel Näf. Sie hat ein Postulat eingereicht, das den Bundesrat auffordert, gemeinsam mit der Industrie Massnahmen im Kampf gegen Übergewicht zu prüfen. So sollen etwa Milchriegel nicht mehr als «gesund» angepriesen werden dürfen, wenn Zucker- und Fettgehalt zu hoch sind.
Stefano Monachesi
