Harte Schale, weicher Kern
Prävention Ruf Lanz warnt für bfu und Suva vor dem Horror bei einem Unfall mit dem Velo – wenn kein Helm getragen wird.
Prävention Ruf Lanz warnt für bfu und Suva vor dem Horror bei einem Unfall mit dem Velo – wenn kein Helm getragen wird.
Bei sportlichen Mittdreissigerinnen auf dem Bike sowie flotten Managern, die mit dem Velo zur Arbeit fahren, ist ein schicker Velohelm ein «must» für die trendige Ausrüstung. Bei Kindern ist es von den Eltern verordnet, dass ein Helm getragen wird. Probleme mit der Tragquote gibt es allerdings immer noch bei Teens und Twens. In diesem eitlen Alter wird befürchtet, dass ein Helm die sorgsam drapierte Frisur zerstören könnte. Ruf Lanz hat dieses Hirngespinst auf dem Kopf 2004 mit einer Kampagne ad absurdum geführt. Auf Plakaten sah man landesweit eine attraktive junge Frau mit auffälliger Narbe am teilrasierten Kopf, dazu die unzweideutige Schlagzeile: «Keinen Velohelm zu tragen, kann die Frisur zerstören.» Das Sujet wurde national und international mehrfach ausgezeichnet.
An diesen Erfolg will Ruf Lanz mit der neuen Velohelmkampagne für die Suva und die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) jetzt anknüpfen. Die ebenso einfache wie brutale Grundaussage: Für Velofahrer ohne Helm kann ein Unfall in Sekundenschnelle zum Horror mit bleibenden Schäden werden.
Diese Aussage wird eindrücklich visualisiert durch einen Velohelm, dessen Optik verblüffend an die Masken aus Horrrorfilmen wie «Scream» erinnert. «Der Helm für unsere Horrorvorlage ist tatsächlich echt. Wir mussten nur wenig am Computer verändern», erklärt CD Markus Ruf, der mittlerweile «in allen Helmen nur noch Masken sieht».
Mit diesem Bezug kommt der TV-Spot zuerst wie ein Trailer für einen neuen Horrorfilm daher, um am Ende durch einen Wechsel der Kameraperspektive überraschend aufgelöst zu werden: Aus der vermeintlichen Horrormaske wird ein ganz normaler Velohelm. Dazu hört man die sonore Stimme aus dem Off: «Tragen Sie einen Velohelm. Damit Unfälle nicht zum Horror werden.»
Wirkung im und auf dem Kopf
Mit dem Aufkommen der Mountainbikes und dem wachsenden Fitnessbewusstsein der Bevölkerung nahm die Popularität des Velofahrens in den 80er-Jahren stark zu. Als Folge davon stieg auch die Zahl der Velounfälle stark an.
1987 lancierte die Suva erstmals eine Velohelmkampagne, um etwas gegen die zahlreichen Velounfälle und die potenziell gefährlichen Kopfverletzungen zu unternehmen. Durch Sensibilisierung sowie den Verkauf von Velohelmen konnte seither erreicht werden, dass in der Schweiz immer mehr Velofahrerinnen und Velofahrer freiwillig einen Helm tragen. Seit dem Jahr 2000 arbeiten die Suva und die bfu in der Förderung des Velohelmtragens eng zusammen.
Der Erfolg der Kampagne ist nachhaltig: Seit 1994 führt die bfu regelmässig Erhebungen über die Velohelmtragquote in der Schweiz durch. Seither ist die Helmtragquote von 4 auf 27 Prozent im Jahr 2003 gestiegen.
Für 2004 war das Ziel, die Helmtragquote auf 30 Prozent zu erhöhen. Die neuste Helmzählung der bfu hat ergeben, dass dieses Ziel deutlich mit 33 Prozent übertroffen wurde. Mitverantwortlich dafür dürfte auch die überraschende letztjährige Plakatkampagne von Ruf Lanz gewesen sein.
Auf die prägnante Lösung mit dem Horrorfilm ist man nach gründlicher Analyse des Verhaltens der verschiedenen Personengruppen gekommen. Jugendliche und junge Erwachsene sind die grösste Risikogruppe bezüglich Freizeitunfälle. Werte wie Freiheit und Spass haben bei ihr einen hohen Stellenwert. Dies dürfte der Grund dafür sein, dass die Velohelmtragquote bei dieser Altersgruppe noch unter dem Durchschnitt liegt. Die Gruppe soll mit der Kampagne darum besonders angesprochen werden.
Der Horrortrailer wurde bei Condor produziert. Regie führte Martin A. Fueter. Die 3-D-Animation stammt von Dany Bittel. Der horrorgerechte Sound stammt von Space Train, Dave Kohler & Dean Montenegro. Im TV wird die deutsche Version des Films gezeigt. Für einen eventuellen späteren Einsatz im Kino ist auch schon eine englische Version abgemischt worden, damit die Horrorparodie inmitten der konventionellen Spots dereinst wie ein echter Filmtrailer wirkt.
Schäden vermeidenDie Suva ist nicht nur eine Versicherung für Arbeitsunfälle. Wer bei einem Suva-versicherten Unternehmen mehr als acht Stunden pro Woche arbeitet, ist automatisch auch gegen so genannte Nichtberufsunfälle oder Freizeitunfälle versichert. Die Suva unternimmt deshalb grosse Anstrengungen, die versicherten Personen und Unternehmen bei der Erhöhung der Sicherheit am Arbeitsplatz und in der Freizeit zu unterstützen. Damit Unfälle und die damit verbundenen Kosten gar nicht erst entstehen.
Die Erhöhung der Freizeitsicherheit nimmt dabei einen grossen Stellenwert ein. Dies, weil es heute deutlich mehr Nichtberufsunfälle (2253770) als Berufsunfälle (177442) gibt.
Im Spot von der Horrormaske zum Velohelm: Ruf Lanz warnt alle, die keinen Helm tragem, vor dem echten Horror einer Kopfverletzung.
Andreas Panzeri
Bei sportlichen Mittdreissigerinnen auf dem Bike sowie flotten Managern, die mit dem Velo zur Arbeit fahren, ist ein schicker Velohelm ein «must» für die trendige Ausrüstung. Bei Kindern ist es von den Eltern verordnet, dass ein Helm getragen wird. Probleme mit der Tragquote gibt es allerdings immer noch bei Teens und Twens. In diesem eitlen Alter wird befürchtet, dass ein Helm die sorgsam drapierte Frisur zerstören könnte. Ruf Lanz hat dieses Hirngespinst auf dem Kopf 2004 mit einer Kampagne ad absurdum geführt. Auf Plakaten sah man landesweit eine attraktive junge Frau mit auffälliger Narbe am teilrasierten Kopf, dazu die unzweideutige Schlagzeile: «Keinen Velohelm zu tragen, kann die Frisur zerstören.» Das Sujet wurde national und international mehrfach ausgezeichnet.
An diesen Erfolg will Ruf Lanz mit der neuen Velohelmkampagne für die Suva und die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) jetzt anknüpfen. Die ebenso einfache wie brutale Grundaussage: Für Velofahrer ohne Helm kann ein Unfall in Sekundenschnelle zum Horror mit bleibenden Schäden werden.
Diese Aussage wird eindrücklich visualisiert durch einen Velohelm, dessen Optik verblüffend an die Masken aus Horrrorfilmen wie «Scream» erinnert. «Der Helm für unsere Horrorvorlage ist tatsächlich echt. Wir mussten nur wenig am Computer verändern», erklärt CD Markus Ruf, der mittlerweile «in allen Helmen nur noch Masken sieht».
Mit diesem Bezug kommt der TV-Spot zuerst wie ein Trailer für einen neuen Horrorfilm daher, um am Ende durch einen Wechsel der Kameraperspektive überraschend aufgelöst zu werden: Aus der vermeintlichen Horrormaske wird ein ganz normaler Velohelm. Dazu hört man die sonore Stimme aus dem Off: «Tragen Sie einen Velohelm. Damit Unfälle nicht zum Horror werden.»
Wirkung im und auf dem Kopf
Mit dem Aufkommen der Mountainbikes und dem wachsenden Fitnessbewusstsein der Bevölkerung nahm die Popularität des Velofahrens in den 80er-Jahren stark zu. Als Folge davon stieg auch die Zahl der Velounfälle stark an.
1987 lancierte die Suva erstmals eine Velohelmkampagne, um etwas gegen die zahlreichen Velounfälle und die potenziell gefährlichen Kopfverletzungen zu unternehmen. Durch Sensibilisierung sowie den Verkauf von Velohelmen konnte seither erreicht werden, dass in der Schweiz immer mehr Velofahrerinnen und Velofahrer freiwillig einen Helm tragen. Seit dem Jahr 2000 arbeiten die Suva und die bfu in der Förderung des Velohelmtragens eng zusammen.
Der Erfolg der Kampagne ist nachhaltig: Seit 1994 führt die bfu regelmässig Erhebungen über die Velohelmtragquote in der Schweiz durch. Seither ist die Helmtragquote von 4 auf 27 Prozent im Jahr 2003 gestiegen.
Für 2004 war das Ziel, die Helmtragquote auf 30 Prozent zu erhöhen. Die neuste Helmzählung der bfu hat ergeben, dass dieses Ziel deutlich mit 33 Prozent übertroffen wurde. Mitverantwortlich dafür dürfte auch die überraschende letztjährige Plakatkampagne von Ruf Lanz gewesen sein.
Auf die prägnante Lösung mit dem Horrorfilm ist man nach gründlicher Analyse des Verhaltens der verschiedenen Personengruppen gekommen. Jugendliche und junge Erwachsene sind die grösste Risikogruppe bezüglich Freizeitunfälle. Werte wie Freiheit und Spass haben bei ihr einen hohen Stellenwert. Dies dürfte der Grund dafür sein, dass die Velohelmtragquote bei dieser Altersgruppe noch unter dem Durchschnitt liegt. Die Gruppe soll mit der Kampagne darum besonders angesprochen werden.
Der Horrortrailer wurde bei Condor produziert. Regie führte Martin A. Fueter. Die 3-D-Animation stammt von Dany Bittel. Der horrorgerechte Sound stammt von Space Train, Dave Kohler & Dean Montenegro. Im TV wird die deutsche Version des Films gezeigt. Für einen eventuellen späteren Einsatz im Kino ist auch schon eine englische Version abgemischt worden, damit die Horrorparodie inmitten der konventionellen Spots dereinst wie ein echter Filmtrailer wirkt.
Schäden vermeidenDie Suva ist nicht nur eine Versicherung für Arbeitsunfälle. Wer bei einem Suva-versicherten Unternehmen mehr als acht Stunden pro Woche arbeitet, ist automatisch auch gegen so genannte Nichtberufsunfälle oder Freizeitunfälle versichert. Die Suva unternimmt deshalb grosse Anstrengungen, die versicherten Personen und Unternehmen bei der Erhöhung der Sicherheit am Arbeitsplatz und in der Freizeit zu unterstützen. Damit Unfälle und die damit verbundenen Kosten gar nicht erst entstehen.
Die Erhöhung der Freizeitsicherheit nimmt dabei einen grossen Stellenwert ein. Dies, weil es heute deutlich mehr Nichtberufsunfälle (2253770) als Berufsunfälle (177442) gibt.
Im Spot von der Horrormaske zum Velohelm: Ruf Lanz warnt alle, die keinen Helm tragem, vor dem echten Horror einer Kopfverletzung.
Andreas Panzeri
