Ende der Extratour
Christoph Bürge ist neuer Geschäftsführer Beratung bei Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby. Er hat viel vor.
Christoph Bürge ist neuer Geschäftsführer Beratung bei Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby. Er hat viel vor.Er weiss sehr genau, was er für seine Zukunft will. Deshalb hat es jetzt innerhalb von nur kurzer Zeit zwei Agenturwechsel gegeben. «Ich bezeichne das als meine zweiten Lehr- und Wanderjahre», meint Christoph Bürge. Nach für ihn untypisch kurzen Gastspielen bei Matter & Partner und Jung von Matt/Limmat ist der international erfahrene Werber per Anfang Mai bei Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby (KSSJ) «für länger sesshaft geworden». Bereits sein Vater war im Marketing tätig, die Mutter in der Werbung. Deshalb wusste Bürge schon früh: «Das wird auch spannend für mich.» Nach der Wirtschaftsmatur stieg er bei Grendene und Lanz als Praktikant in die Werbung ein. Das war «eine tolle Agentur und das erste prägende Erlebnis. Ich wusste, ich bin in der richtigen Branche.» Nach Gastspielen bei Metzger Blatter und Partner sowie Ogilvy folgten sieben Jahre bei Lintas. Das war das zweite Prägende: «Ich habe sehr viel Handwerk gelernt, bin weitergekommen und konnte mich weiter entwickeln.»
Bürge bezeichnet diese Zeit als seine «ersten Lehr- und Wanderjahre». Parallel dazu liess er sich weiterbilden zum Werbeassistenten, Marketingplaner und Werbeleiter. Neben Managementkursen besuchte er auch die Marbach Academy, die gemeinsame Kaderschmiede der deutschen und Schweizer Branchenverbände BSW und GWA, wo Talente zum Agenturmanager geschliffen werden.
Während seiner Zeit bei Lintas hat sich Bürge darum bemüht, in ein internationales Austauschprogramm zu kommen. Zuerst wollte man ihn nach Prag schicken. Weil er mitten in der Ausbildung zum Werbeleiter steckte, lehnte er ab. Das nächste Angebot war Warschau. Auch das lockte ihn weniger, sodass er ein zweites Mal die anstehenden Abschlussprüfungen vorschob. Das dritte «und letzte» Angebot war Shanghai. «Ich wurde nach London zitiert und musste mich innerhalb von 24 Stunden entscheiden.» Zwei Monate später fand er sich in China.
Das war 1995 «in einer ganz anderen chinesischen Welt als heute». Auf der Strasse hat noch niemand Englisch gesprochen. Man musste sich durchschlagen, sich um Strom und Telefon kümmern, bevor man überhaupt zu arbeiten beginnen konnte. Plakate wurden noch von Hand auf die Hauswände gemalt.
In der Agentur arbeiteten 15 Leute, davon nur zwei aus dem Westen. Bürges Aufgabe war es, die internationalen Kunden zu betreuen, die Agentur vorwärts zu bringen und den chinesischen Mitarbeitern, die in der kommunistischen Ära nichts von Marketing gehört hatten, die Grundregeln der Werbung zu erklären.
Nach zwei Jahren beschäftigte Lintas Shanghai bereits 70 Leute, davon immer noch nur vier Nicht-Chinesen. Heute gehört die Niederlassung mit 700 Leuten zu den Topplayern in China. Zu den ersten Kunden gehörten Audi, Electrolux und Johnson & Johnson. Mit der Zeit hat Bürge auch lokale Kunden dazu- gewonnen, so die Abendzeitung von Shanghai sowie die lokale Biermarke.
Gerne hätte man den Schweizer länger gehalten. Doch Bürge wollte nach zwei Jahren im damaligen Entwicklungsland wieder einmal Westluft schnuppern und hat um ein Jahr Pause gebeten. Da Lintas ihn stattdessen nach Vietnam versetzen wollte, ist er schliesslich ausgestiegen.
Nach der Rückkehr aus China wirkte er kurz als Freelancer bei Scholz & Friends in Hamburg, bevor sich eine weitere wichtige Tür bei Advico Young & Rubicam öffnete. «In der Blütezeit dieser Agentur war das sicher meine zweite prägende Zeit, eine tolle Kampagne nach der anderen …» Auf die Spots für Ovomaltine und Migros ist der Berater auch heute noch stolz. Letztere haben dazu geführt, dass Bürge mit Peter Felser, Dieter Hofmann und Silvia Rohner aus AY&R heraus die Migros-Agentur Exxtra lanciert, aufgebaut und geführt hat, bis es ihn wieder zu Weiterem drängte. «Bei Exxtra hätte ich locker drei Jahre länger machen können. Hier machten wir Werbung, wie sie mir gefällt.» Trotzdem fühlte er ein Bedürfnis wachsen, über die Migros hinaus noch andere Kampagnen zu machen. «Und ich wollte irgendwann in einem Agenturumfeld landen, wo ich entscheidend mitbestimmen kann.»
Entlang seiner Karriere hätte es verschiedene Möglichkeiten gegeben, wo Bürge sich mit einem ähnlich denkenden Kreativen zusammentun konnte, «mit der gleichen Vorstellung von guter Werbung und auch der Idee, wie man dorthin kommt». Aber sein Bauchgefühl sagte immer, er sei noch nicht reif für die eigene Agentur.
«Jetzt habe ich mit Daniel Krieg und Uwe Schlupp zwei Kreative gefunden, die gleich denken und in ähnlichen Lebenslagen sind: gleiche Generation, junge Familie mit Kindern. Dazu kommen wir alle drei aus tollen Kreativagenturen und haben Lust, etwas selber zu machen.»
An der Seestrasse 367 in Zürich hat es noch Platz für weitere Pulte. Die Agentur KSSJ ist vor etwas mehr als einem Jahr mit zwei Leuten gestartet und bereits auf acht angewachsen. Nächstes Ziel ist eine mittelgrosse Agentur mit 15 Leuten. Bürge denkt aber auch schon an einen Schritt in die Top Ten der Agenturen mit 30 Mitarbeitenden. Dieses Ziel soll in kleinen Schritten erreicht werden.
Bevor Bürge und die beiden Namensgeber der Agentur sich gefunden haben, sind mehrere Treffen über die Bühne gegangen. «Wir wollten uns lieber einmal mehr als weniger aussprechen und wirklich schauen, ob wir gleich ticken.» Obwohl es nach dem ersten Meeting schon allen klar war, hat man sich noch fünfmal zusammengesetzt und intensive Diskussionen geführt über Ziele, Methoden und Fähigkeiten. Bürge fasst das Konzept mit den drei E zusammen, die auch zur Philosophie des internationalen Netzwerks von Springer & Jacoby gehören: «einfach, einfallsreich und exakt».
«Einfach, einfallsreich und exakt»: die Philosophie von Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby passt ideal zu Christoph Bürge.
Bürge bezeichnet diese Zeit als seine «ersten Lehr- und Wanderjahre». Parallel dazu liess er sich weiterbilden zum Werbeassistenten, Marketingplaner und Werbeleiter. Neben Managementkursen besuchte er auch die Marbach Academy, die gemeinsame Kaderschmiede der deutschen und Schweizer Branchenverbände BSW und GWA, wo Talente zum Agenturmanager geschliffen werden.
Während seiner Zeit bei Lintas hat sich Bürge darum bemüht, in ein internationales Austauschprogramm zu kommen. Zuerst wollte man ihn nach Prag schicken. Weil er mitten in der Ausbildung zum Werbeleiter steckte, lehnte er ab. Das nächste Angebot war Warschau. Auch das lockte ihn weniger, sodass er ein zweites Mal die anstehenden Abschlussprüfungen vorschob. Das dritte «und letzte» Angebot war Shanghai. «Ich wurde nach London zitiert und musste mich innerhalb von 24 Stunden entscheiden.» Zwei Monate später fand er sich in China.
Das war 1995 «in einer ganz anderen chinesischen Welt als heute». Auf der Strasse hat noch niemand Englisch gesprochen. Man musste sich durchschlagen, sich um Strom und Telefon kümmern, bevor man überhaupt zu arbeiten beginnen konnte. Plakate wurden noch von Hand auf die Hauswände gemalt.
In der Agentur arbeiteten 15 Leute, davon nur zwei aus dem Westen. Bürges Aufgabe war es, die internationalen Kunden zu betreuen, die Agentur vorwärts zu bringen und den chinesischen Mitarbeitern, die in der kommunistischen Ära nichts von Marketing gehört hatten, die Grundregeln der Werbung zu erklären.
Nach zwei Jahren beschäftigte Lintas Shanghai bereits 70 Leute, davon immer noch nur vier Nicht-Chinesen. Heute gehört die Niederlassung mit 700 Leuten zu den Topplayern in China. Zu den ersten Kunden gehörten Audi, Electrolux und Johnson & Johnson. Mit der Zeit hat Bürge auch lokale Kunden dazu- gewonnen, so die Abendzeitung von Shanghai sowie die lokale Biermarke.
Gerne hätte man den Schweizer länger gehalten. Doch Bürge wollte nach zwei Jahren im damaligen Entwicklungsland wieder einmal Westluft schnuppern und hat um ein Jahr Pause gebeten. Da Lintas ihn stattdessen nach Vietnam versetzen wollte, ist er schliesslich ausgestiegen.
Nach der Rückkehr aus China wirkte er kurz als Freelancer bei Scholz & Friends in Hamburg, bevor sich eine weitere wichtige Tür bei Advico Young & Rubicam öffnete. «In der Blütezeit dieser Agentur war das sicher meine zweite prägende Zeit, eine tolle Kampagne nach der anderen …» Auf die Spots für Ovomaltine und Migros ist der Berater auch heute noch stolz. Letztere haben dazu geführt, dass Bürge mit Peter Felser, Dieter Hofmann und Silvia Rohner aus AY&R heraus die Migros-Agentur Exxtra lanciert, aufgebaut und geführt hat, bis es ihn wieder zu Weiterem drängte. «Bei Exxtra hätte ich locker drei Jahre länger machen können. Hier machten wir Werbung, wie sie mir gefällt.» Trotzdem fühlte er ein Bedürfnis wachsen, über die Migros hinaus noch andere Kampagnen zu machen. «Und ich wollte irgendwann in einem Agenturumfeld landen, wo ich entscheidend mitbestimmen kann.»
Entlang seiner Karriere hätte es verschiedene Möglichkeiten gegeben, wo Bürge sich mit einem ähnlich denkenden Kreativen zusammentun konnte, «mit der gleichen Vorstellung von guter Werbung und auch der Idee, wie man dorthin kommt». Aber sein Bauchgefühl sagte immer, er sei noch nicht reif für die eigene Agentur.
«Jetzt habe ich mit Daniel Krieg und Uwe Schlupp zwei Kreative gefunden, die gleich denken und in ähnlichen Lebenslagen sind: gleiche Generation, junge Familie mit Kindern. Dazu kommen wir alle drei aus tollen Kreativagenturen und haben Lust, etwas selber zu machen.»
An der Seestrasse 367 in Zürich hat es noch Platz für weitere Pulte. Die Agentur KSSJ ist vor etwas mehr als einem Jahr mit zwei Leuten gestartet und bereits auf acht angewachsen. Nächstes Ziel ist eine mittelgrosse Agentur mit 15 Leuten. Bürge denkt aber auch schon an einen Schritt in die Top Ten der Agenturen mit 30 Mitarbeitenden. Dieses Ziel soll in kleinen Schritten erreicht werden.
Bevor Bürge und die beiden Namensgeber der Agentur sich gefunden haben, sind mehrere Treffen über die Bühne gegangen. «Wir wollten uns lieber einmal mehr als weniger aussprechen und wirklich schauen, ob wir gleich ticken.» Obwohl es nach dem ersten Meeting schon allen klar war, hat man sich noch fünfmal zusammengesetzt und intensive Diskussionen geführt über Ziele, Methoden und Fähigkeiten. Bürge fasst das Konzept mit den drei E zusammen, die auch zur Philosophie des internationalen Netzwerks von Springer & Jacoby gehören: «einfach, einfallsreich und exakt».
«Einfach, einfallsreich und exakt»: die Philosophie von Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby passt ideal zu Christoph Bürge.
Andreas Panzeri
