Die Würze des Webs
Tja, tja, tja ... (langer Seufzer, Pause und Anheben der Stimme) Das ist so eine Sache mit den Branchen-Awards. Sie sind generisch, will heissen, sie drehen sich um sich selbst.
Begonnen hats bereits mit dem Pre-Event für VIPs, einer Präsentation des Fernsehens von morgen. Titel der Präsi: «Bluewin-TV – so sieht man in Zukunft fern». Nach zehn Minuten ging auch dem letzten Zuhörer auf, dass hier übers ADSL-Telefonkabel das versprochen wurde, was Cablecom schon aus dem Kabelanschluss liefert. Sogar die Menüführung bei der Demo sah «tupfengenaugleich» aus. Fazit: Aus den Steckdosen nichts Neues.
Die Award-Night hätte ebenfalls dramatischer sein können. Die Internetbranche hat sich unheimlich schnell domestiziert. Wo vor nicht langer Zeit Freaks das Sagen hatten, herrscht jetzt Beraterkluft vor. Die Umstellung des Web Award von der Steh- und Trinkparty im Kaufleuten auf Galabestuhlung ist deshalb ebenso logisch. Nix mehr farbenfroh, lustig und ausgelassen.
Das Catering hätte keinen Preis geholt. Wenigstens wars recht – die Fleischportionen sogar recht grosszügig. Auch recht gewürzt – mit Aromat. Die Kantinenköche vom SV-Service gehören im Maag-Areal wegen des Pachtvertrags eben dazu.
400 Gäste freuten sich dennoch über diesen Event. Und Massimo Rocchi schaffte es gar, ein kleines Lächeln ins Gesicht des griesgrämigen Schreibers dieser Zeilen zu zaubern.
Beat Fritschverschlug es vor der Auffahrt an die Award-Night der Internetindustrie. Jawoll, Industrie, denn was einst ein wilder Haufen unentwegter und leicht schräger Computer-freaks war, ist heute ein Business wie jedes andere. Die Berater allesamt und teils sogar die Kreativen sind zu spröden Krawattenträgern mutiert. Fazit: Frühere Web Awards waren, ganz wie die Branche auch, wilder, spannender und ausgelassener.
Rettungsanker? – Die silbrige Baywatch-Boje ist die Trophäe für einen Kategoriensieg.
Glücksfee Pam mit Claudio Dionisio (l.), Präsident, und Thomas Hauser, Kommunikationschef der Best of Swiss Web Association.
Jurypräsident Peter Hogenkamp (l.) und Reto Hartinger, mit Map.search.ch Gewinner des Best of Swiss Web Award.
Rita Cescutti (r.), Chocolat Haab, Philippe Leuthold, SBB, und Irene Förig, Canon, die sich als Losverkäuferin engagierte.
Apérotime im Foyer: Martin Samsel (l.), Bluewin-Unitleiter bei Jung von Matt/Limmat, mit Kunde Peter Schilde von Bluewin.
Gesehen bei der Pre-Präsentation: Sepp Nietlisbach, Verkaufsleiter bei Search.ch, mit Jvo Maurer und Rafael Azzati von Scooba (v. l.).
Sassen zusammen in der Jury: Giaco Schiesser (l.) von der Hochschule für Gestaltung und Kunst und Christian Erni, CD bei Futurecom.
Jurymitglied Bramwell Kaltenrieder von Orange 8 und Isabella Kosch, Bluewin-TV-Präsentatorin.
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Hübsch lächelten André Schraner (l.) vom Partyfoto-Portal Tillate und Ueli Weber, Leiter Publicitas Webservice, in die Kamera.
Verfolgten von ihrem Tisch aus aufmerksam die Preisverleihung: Franziska Haefeli und Kurt Busslinger von NZZ Neue Medien.
Unterhielten sich bestens: Freddy Berger, SevenOne, Marc Lottenbach, Publicitas Webservice, und Pascal Staub, Mad (v. l.).
Big Business in der Maag Eventhall: Futurecom-Bigboss Andy Widmer mit Ana Stagljar von Web-Award-Grosssponsor Bluewin.
Entspanntes Parlieren am Rande des Events: Urs Schneider, Inhaber von Mediaschneider, mit Patrizia Gonzalez von Bluewin.
Ihnen gefiels am Swiss Web Award: Joachim Hagger, Netcetera, René Hüsler, HTA Luzern, und Dieter Jäpel, IBM Research (v. l.).
Das SBB-Team gewann zwar nicht die meisten Preise, freute sich aber am lautesten über den Kategoriensieg mit der Gleis-7-Homepage.
