Ein Coup de force

Lokal-TV Neuer Schachzug im Fernsehkrieg: Hersant kauft bankrotte Regie.

Lokal-TV Neuer Schachzug im Fernsehkrieg: Hersant kauft bankrotte Regie.
Der Franzose Philippe Hersant und der Genfer Stéphane Barbier-Mueller, die gegen den Willen von Edipresse 60 Prozent am Genfer Lokalfernsehen Léman Bleu übernehmen wollen, sind Mitte Mai schon mal «grossmehrheitlich» bei der Firma Force Promotion (FP), dem Vermarkter des Senders, eingestiegen. Dies sagte Hersants Anwalt Charles Poncet der Werbewoche auf Anfrage. Genaue Beteiligungsverhältnisse konnte er nicht nennen. Er betonte jedoch, dass Hersant sich als Privatperson und nicht im Namen seiner Mediengruppe bei Force Promotion engagiere. Ziel des Einstiegs sei es, den bankrotten Vermarkter, der seinem Personal per Ende Mai gekündigt hat, mit neuem Kapital so aufzumöbeln, dass er dem ebenfalls am Boden liegenden Léman Bleu bald wieder Werbegelder zuführen kann. Dies solle mit den bisherigen Leuten, aber mit mehr finanziellen Mitteln geschehen, sagte Poncet. Tatsächlich mutiert zum Beispiel Daniel Berset, der bisherige Inhaber und Direktor von FP, neu zum VR-Vizepräsidenten.
Ursprünglich war zwischen FP und Edipresse ausgemacht, dass Letztere die Regie von Léman Bleu am 1. Mai übernehmen könne, sofern der Sender zustimmen würde. Diese Zusage erfolgte aber nie.
(mk)

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