Immer Oberwasser
Nadine Borter will, dass der Stellenwert der Werbung und die Arbeit der Agenturen angemessen wahrgenommen werden.
Nadine Borter will, dass der Stellenwert der Werbung und die Arbeit der Agenturen angemessen wahrgenommen werden.
Mit 30 Jahren schon Teilhaberin einer Werbeagentur unter den Top Ten in der Schweiz: Ist Nadine Borter eine Karrierefrau? Auf diese Frage lacht sie. Eigentlich seien Frauen in Kaderstellen bei ihrer Generation «kein Thema mehr» – aber natürlich rede man nach wie vor über Frauen in Führungspositionen. Für Managing Partner Borter hat sich «eigentlich nichts verändert», als Bene Abegglen und Daniel Hartmann ihr das Angebot machten, als dritte Partnerin bei der grössten Berner Werbeagentur einzusteigen. Mit ihrem Engagement und ihrer Erfahrung soll Nadine Borter Contexta in die dritte Generation führen. Die Herausforderung hat sie mit grosser Lust angenommen. Nach der Handelsmittelschule hat Nadine Borter 1995 ihre erste Stelle als Junior-Werbeassistentin bei Contexta angetreten. Seither durchlief sie alle Positionen vom Planer über die Ausbildung zum Werbeassistenten und Leiter Marketing Kommunikation bis zur Beraterin und Beratungsgruppenleiterin. 2002 wurde sie Mitglied der Geschäftsleitung, und seit Januar ist sie Geschäftspartnerin. «Es waren nie grosse Wechsel, sondern es war ein stetes Wachstum», meint sie in sympathischem Walliser Deutsch.
In «Natersch» – also Naters – ist sie aufgewachsen, wollte dann die weite Welt erobern und hat in Bern «rein zufällig» eine Woche bei Contexta geschnuppert. Eine Alternative wäre das Studium der Wirtschaft an der Uni gewesen. In der Agentur im Mattenquartier merkte Borter aber schnell: «Das ist es! Das will ich von Grund auf lernen.»
Und was sie einmal will, das macht Nadine Borter offenbar richtig. Als sie sich als Teenager im Wallis zwischen dem Verbleiben im Skikader und ihrem zweiten Hobby, dem Schwimmen, entscheiden musste, setzte die Berglerin zur Überraschung ihrer Umgebung auf das Schwimmen. Und wurde prompt Schweizer Meisterin im Rückenschwimmen. Dieser Zeit in der Nationalmannschaft verdankt sie nicht nur ihre Reiselust. Die Erfahrungen im Spitzensport halfen ihr auch immer wieder in den Bereichen Selbstdisziplin und Motivation.
Die nächste Entscheidung war dann die zwischen Sport und Beruf, denn sie mache nichts gerne «halb halb». Sie entschied sich für den Beruf, und aus dem Schwimmen ist das Tauchen in den Ferien geworden.
Bei Contexta hat Nadine Borter erlebt, wie die Agentur von 20 Leuten auf inzwischen 50 sowie noch einmal 28 in den Tochtergesellschaften angewachsen ist. Sie prägte diese Wachstumsphase entscheidend mit und hat dabei die verschiedenen Arbeitsabläufe in einer Werbeagentur von Grund auf kennen gelernt. Während zehn Jahren war sie in wechselnden Funktionen an der Entstehung von Kampagnen für immer neue Kunden beteiligt – Basler Versicherungen, Swiss Lotto oder die mit Gold ausgezeichnete Swisscom-Kampagne.
Und dann natürlich die Arbeiten für Appenzeller Käse. Es stimme tatsächlich, dass Uwe Ochsenknecht als Honorar für sein Mitspielen im Spot mit Käse abgegolten wurde und auch heute noch seine regelmässigen Lieferungen bekommt.
Für Nadine Borter unterstützt Werbung einerseits die Bemühungen, sich im immer härter werdenden Wettbewerb zu differenzieren. Andererseits sind die Herausforderungen für die Werbeagenturen in einem zunehmend komplexen Marktumfeld gestiegen. Werbung, die wirken soll, verlangt ein weit höheres Mass an strategischer, konzeptioneller und kreativer Kompetenz als früher. Genau hier bedarf es grosser Investitionen. Contexta wird dem auch künftig eine grosse Bedeutung beimessen.
«Sich entwickeln» ist beim Interview mit Nadine Borter immer wieder zu hören. Und was, wenn man mit 30 schon alles erreicht hat? Sie lacht. In ihrem Alter steckt hinter einersolchenFrage noch kein Problem. «Jetzt fängt es ja erst richtig an.»
Die dritte Partnerin bei der grössten Berner Werbeagentur: Nadine Borter. Foto: Iris Stutz
Andreas Panzeri
Mit 30 Jahren schon Teilhaberin einer Werbeagentur unter den Top Ten in der Schweiz: Ist Nadine Borter eine Karrierefrau? Auf diese Frage lacht sie. Eigentlich seien Frauen in Kaderstellen bei ihrer Generation «kein Thema mehr» – aber natürlich rede man nach wie vor über Frauen in Führungspositionen. Für Managing Partner Borter hat sich «eigentlich nichts verändert», als Bene Abegglen und Daniel Hartmann ihr das Angebot machten, als dritte Partnerin bei der grössten Berner Werbeagentur einzusteigen. Mit ihrem Engagement und ihrer Erfahrung soll Nadine Borter Contexta in die dritte Generation führen. Die Herausforderung hat sie mit grosser Lust angenommen. Nach der Handelsmittelschule hat Nadine Borter 1995 ihre erste Stelle als Junior-Werbeassistentin bei Contexta angetreten. Seither durchlief sie alle Positionen vom Planer über die Ausbildung zum Werbeassistenten und Leiter Marketing Kommunikation bis zur Beraterin und Beratungsgruppenleiterin. 2002 wurde sie Mitglied der Geschäftsleitung, und seit Januar ist sie Geschäftspartnerin. «Es waren nie grosse Wechsel, sondern es war ein stetes Wachstum», meint sie in sympathischem Walliser Deutsch.
In «Natersch» – also Naters – ist sie aufgewachsen, wollte dann die weite Welt erobern und hat in Bern «rein zufällig» eine Woche bei Contexta geschnuppert. Eine Alternative wäre das Studium der Wirtschaft an der Uni gewesen. In der Agentur im Mattenquartier merkte Borter aber schnell: «Das ist es! Das will ich von Grund auf lernen.»
Und was sie einmal will, das macht Nadine Borter offenbar richtig. Als sie sich als Teenager im Wallis zwischen dem Verbleiben im Skikader und ihrem zweiten Hobby, dem Schwimmen, entscheiden musste, setzte die Berglerin zur Überraschung ihrer Umgebung auf das Schwimmen. Und wurde prompt Schweizer Meisterin im Rückenschwimmen. Dieser Zeit in der Nationalmannschaft verdankt sie nicht nur ihre Reiselust. Die Erfahrungen im Spitzensport halfen ihr auch immer wieder in den Bereichen Selbstdisziplin und Motivation.
Die nächste Entscheidung war dann die zwischen Sport und Beruf, denn sie mache nichts gerne «halb halb». Sie entschied sich für den Beruf, und aus dem Schwimmen ist das Tauchen in den Ferien geworden.
Bei Contexta hat Nadine Borter erlebt, wie die Agentur von 20 Leuten auf inzwischen 50 sowie noch einmal 28 in den Tochtergesellschaften angewachsen ist. Sie prägte diese Wachstumsphase entscheidend mit und hat dabei die verschiedenen Arbeitsabläufe in einer Werbeagentur von Grund auf kennen gelernt. Während zehn Jahren war sie in wechselnden Funktionen an der Entstehung von Kampagnen für immer neue Kunden beteiligt – Basler Versicherungen, Swiss Lotto oder die mit Gold ausgezeichnete Swisscom-Kampagne.
Und dann natürlich die Arbeiten für Appenzeller Käse. Es stimme tatsächlich, dass Uwe Ochsenknecht als Honorar für sein Mitspielen im Spot mit Käse abgegolten wurde und auch heute noch seine regelmässigen Lieferungen bekommt.
Für Nadine Borter unterstützt Werbung einerseits die Bemühungen, sich im immer härter werdenden Wettbewerb zu differenzieren. Andererseits sind die Herausforderungen für die Werbeagenturen in einem zunehmend komplexen Marktumfeld gestiegen. Werbung, die wirken soll, verlangt ein weit höheres Mass an strategischer, konzeptioneller und kreativer Kompetenz als früher. Genau hier bedarf es grosser Investitionen. Contexta wird dem auch künftig eine grosse Bedeutung beimessen.
«Sich entwickeln» ist beim Interview mit Nadine Borter immer wieder zu hören. Und was, wenn man mit 30 schon alles erreicht hat? Sie lacht. In ihrem Alter steckt hinter einersolchenFrage noch kein Problem. «Jetzt fängt es ja erst richtig an.»
Die dritte Partnerin bei der grössten Berner Werbeagentur: Nadine Borter. Foto: Iris Stutz
Andreas Panzeri
