Das Kreuz mit der Botschaft

Religion Wie Partys und Fussball ist auch die reformierte Kirche durchaus etwas für Leute von heute, findet Wirz.

Religion Wirz Werbung predigt für die 
reformierte Kirche, dass wir nicht nur falschen
Götzen huldigen sollen.Die Werber von Wirz glauben nicht, dass
man mit Plakaten Heiden zu Christen machen kann. Ihre Mission für die
evangelisch-reformierte Landeskirche der Nordwestschweiz ist deshalb
eine andere. «Wir wollen Menschen ansprechen, die ein etwas
ambivalentes Verhältnis zur Kirche haben. Viele wollen austreten, tun
es aber doch nicht. Solche Leute soll die Kampagne noch einmal zum
Nachdenken anregen», versucht CD Matthias Freuler die Botschaft zu
erklären.
Der Kirche laufen die Gläubigen in Scharen davon. Allerdings nicht nur,
wie der überwältigende Erfolg des Weltjugendtages in Köln mit dem neuen
Papst Benedikt gezeigt hat. Ob katholisch oder reformiert: Es wird auch
wieder nach einem seelischen Halt gesucht.
Die Plakatkampagne, mit der Wirz Werbung im Rahmen einer
Konkurrenzpräsentation vier namhafte Agenturen ausstechen konnte, kommt
demnächst auf die Strasse. Sie richtet sich in erster Linie an wenig
verbundene, aber noch zugehörige Mitglieder der reformierten Kirchen
und will die Stärken der Reformierten wie Toleranz, Offenheit oder
Transparenz hervorheben. Die reformierte Kirche ist nicht vor tausend
Jahren stehen geblieben. Ihre Haltung war schon vom Namen her immer
offener und transparenter. «Ein solcher Geist hat nun auch eine solche
Kampagne möglich gemacht», glaubt Freuler.
Die Sujets mit ihrer modernen Botschaft arbeiten mit Kreuzen, die sich
an einer neuen Welt orientieren. Diese Kreuze sollen zeigen, dass die
Kirche nicht mehr die Kirche ist, die man von damals kannte, als man
das letzte Mal auf ihren harten Bänken weilte. «Die Kirche von heute
ist ausgerichtet auf die Menschen und ihre Bedürfnisse von heute»,
verkünden die Plakate. Die mit solchen Sujets «beworbene» Kirche ist
somit alles andere als weltfremd. Credo: Die einen vergöttern Popstars,
die andern Sportler, wieder andere huldigen der Mode oder den
Pferdestärken. Die Meinung der
reformierten Kirche: Alles okay! Sollen unsere Gläubigen doch und
dürfen sie auch! Aber die Frage muss erlaubt sein: «Ist das wirklich
alles?»
Ganz gezielt holt die Kampagne mit dieser weltlichen Öffnung die
Menschen mit Themen aus ihrem Alltag ab und fordert sie zum Nachdenken
auf. «Aber – und das ist sehr wichtig – tolerant, offen und
aufgeschlossen, wie die Reformierten sind, belehren sie die Leute nicht
einfach eines Besseren oder verteufeln ihren Ersatzglauben», meinen die
Auftraggeber. Die Kampagne soll niemandem etwas wegnehmen, sondern im
Gegenteil «dem Leben etwas sehr Gewichtiges dazugeben».

Andreas Panzeri

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