Auf dem Vormarsch

Jürgen Franck über die digitale Revolution in der Druckindustrie

Jürgen Franck über die digitale Revolution in der Druckindustrie.Auf den ersten Moment hören sich die vom
Verband Viscom geschätzten acht Prozent Umsatzanteile an den
Druckverfahren nach wenig bis sehr wenig an. Berücksichtigt man aber,
dass das Digitaldruckverfahren damit alle Druckverfahren – natürlich
mit Ausnahme des Offsetdrucks – auf die Nachfolgeränge abgedrängt hat,
wird klar, dass es sich mitnichten um ein unbedeutendes Druckverfahren
handelt. Die Gründe für das schnelle Wachstum sind vielfältig: So
lassen sich durch den Wegfall der Druckformherstellung bei kleinen
Auflagen Kosten einsparen, Personalisierung und Individualisierung
erlauben neue Möglichkeiten bei der Kundenansprache, zu
Inline-Produktionsanlagen ausgebaute Systeme erlauben die
kostengünstige Herstellung fixfertiger Prospekte oder Booklets.
Kein Wunder, nimmt das Interesse seitens der Anbieter zu, die den
Digitaldruck als Ergänzung ihres Produktportfolios sehen. Hewlett
Packard – schon lange ein führender Anbieter von Druckern für kleine
Unternehmen und im Privatbereich –, ist durch die Übernahme des
Digitaldruck-Pioniers Indigo vor vier Jahren in den Produktionsbereich
eingestiegen und baut nun mit der jüngsten Übernahme von Scitex Vision
auch den grossformatigen Inkjetdruck aus. Seit letztem Mai engagiert
sich auch Kodak im Digitaldruck. Zum einen hat der neue
Unternehmensbereich Graphic Communication Group des ehemals reinen
Fotokonzerns die 50-Prozent-Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen
Nexpress von Heidelberg übernommen und ist zum anderen durch die
Übernahme von Scitex digital printing und von Encad, Anbieter von
Grossformatsystemen, zu einem führenden Digitaldruckanbieter
aufgestiegen. Xerox ist u.a. dank grosser Anstrengungen im Digitaldruck
ein Turnaround gelungen. Die Firma verfügt heute über die breiteste
Produktepalette, das vom Office- und Multifunktionsgerät bis zu mehr
als 100 Seiten pro Minute druckenden Farbsystemen reicht. Last but not
least ist auch Canon in den Produktionsbereich eingestiegen, um
Inhouse-Druckereien oder grafische Betriebe mit für grosse Druckvolumen
geeignete Schwarzweiss-Drucksystemen ausstatten zu können.

Jürgen Franck

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