Zwei Suppléments für Marie Claire
Frauenpresse Das französische Hochglanzmagazin Marie Claire lanciert in der Westschweiz zwei Themenhefte.
Marie Claire, renommiertes französisches
Hochglanzmagazin für Frauen, gelesen auf fünf Kontinenten in 26 Ländern
und 14 Sprachen, brachte es weltweit vergangenes Jahr auf 4,1 Millionen
Exemplare. Nun will das Blatt in der Romandie ab November zwei neue
Splitausgaben produzieren. Die Schweizer Redaktion in Chardonne
oberhalb von Vevey wird für die beiden Suppléments Marie Claire Idée
und Marie Claire Maison je 16 bis 24 zusätzliche Schweizer Seiten
produzieren. Seit rund sechs Jahren gibt es analog zu unzähligen
regionalen und internationalen Splits auch eine Edition Suisse des
regulären Magazins, das bald seinen 50. Geburtstag feiert. Und der
Erfolg nimmt zu: «Innert der vergangenen zweieinhalb Jahre hat sich der
Umfang verdoppelt, im November werden wir sogar 48 Seiten produzieren»,
freut sich Verleger Marc-Henri Debluë. Der Umfang der Edition Suisse
stieg von 12 bis 15 Seiten auf 30 bis 40 Seiten im 300 bis 400 Seiten
starken Magazin. An diesen Erfolg möchte Debluë auch mit den
Themenheften anschliessen, vorerst viermal jährlich. Beide
Suppléments zusammen sollen eine Auflage von etwa 20000
Exemplaren pro Ausgabe umfassen.
Doppelt so viele Inserate
Die Integration von Schweizer Seiten in die französische Ausgabe
scheint eine Formel zu sein, die funktioniert. Das hat auch die Werbung
gemerkt. Die Inserate hätten sich seit dem vergangenen Jahr ebenfalls
verdoppelt, allein im Monat Juli habe man 20 Seiten Inserate
produziert, erklärt Debluë. Das Magazin, das einen Bekanntheitsgrad hat
wie etwa Brigitte in Deutschland, hat in der Romandie 83000 Leserinnen
und Leser, davon 84 Prozent Frauen (Wemf 2004). Damit liegt das Blatt
vor den französischen Frauentiteln wie Elle, Profil femmes und Blandice
und nur knapp hinter Edelweiss aus dem Hause Ringier. «Wir sind eine
echte Konkurrenz, obwohl Marie Claire keinerlei Promotion betreibt»,
erklärt der Verleger. 84 Prozent der Leserschaft sind Frauen. Die
Macher des Magazins bezeichnen Marie Claire denn auch als «femininer»
als die übrigen Frauenzeitschriften in der Romandie. Der unbestrittene
Edipresse Erfolgstitel Fémina mit einer Leserschaft von fast 495000
Personen bringt es bei seinen Leserinnen lediglich auf 60 Prozent. Und
Marie Claire findet auch namhafte Beachtung bei der Leserschaft
anderer Frauenzeitschriften. Beinahe 80 Prozent der Leserinnen wohnen
in städtischen Einzugsgebieten. In Genf sei Marie Claire, so Debluë,
bereits die Nummer eins.
Rückblickend wertet der Verleger besonders das Jahr 2003 als hart. Doch
mit kleiner Struktur und geringen Fixkosten blieb der Schweizer Ableger
des Titels flexibel. Chefredaktorin Hélène Béziat arbeitet
mittlerweilen mit etwa zwölf freien Journalistinnen und Journalisten
zusammen. Für die Produktion der zusätzlichen Seiten der Themenhefte
soll sich der Kreis der Journalisten weiter vergrössern.
René Worni
