Cannes Lions kürt Frankreich zum Creative Country of the Year 2026

Frankreich erhält erstmals in der Geschichte der Cannes Lions den Titel «Creative Country of the Year 2026». Präsident Emmanuel Macron würdigte die Auszeichnung in einer Videobotschaft an die Festivaldelegierten.

AACC Co-Präsidenten Leclabart und du Plessis feiern Auszeichnung. Quelle: zvg

Frankreich erhält erstmals den Cannes-Lions-Titel

Am Freitagabend, 26. Juni, hat das Cannes Lions International Festival of Creativity Frankreich mit dem «Creative Country of the Year 2026» ausgezeichnet. Cannes Lions Frankreich – diese Kombination schreibt Geschichte: Erstmals in der mehr als 70-jährigen Geschichte des Festivals erhielt ein Land diese Ehre. Der jährliche Preis würdigt ein einzelnes Land für sein aussergewöhnliches und nachhaltiges Engagement für Kreativität, das Fortschritt und Wachstum vorantreibe, heisst es in der Mitteilung.

Zur Bekanntgabe der Auszeichnung wandte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron per Videobotschaft an die Festivaldelegierten beim Abschlussevent der Cannes Lions. «Ich möchte allen Mitgliedern dieses grossen Festivals danken, das die globale Kreativität zum Leben erweckt», sagte Macron. «Diese Auszeichnung feiert unsere französische Kreativität – und französische Kreativität ist unsere Fähigkeit, formale, königliche und poetische, ja sogar respektlose Perspektiven zu verbinden.»

Kreativität als nationale Philosophie und Wirtschaftsstrategie

Macron bezeichnete Kreativität als «nationale Philosophie», die sich durch Mode, Luxus und die Kulturindustrie Frankreichs ziehe. Er verwies auf die Anziehungskraft des Landes: Frankreich sei im siebten aufeinanderfolgenden Jahr zum attraktivsten Land für ausländische Investitionen in Europa gewählt worden. Zu den jüngsten wirtschaftlichen Impulsen für den Kreativsektor zählt das Projekt «France 2030», das eine staatliche Investition von 350 Millionen Euro zur Förderung der Filmproduktion erhalten habe. Beim «Choose France»-Gipfel Anfang Juni hätten ausländische Unternehmen Investitionen im Wert von insgesamt 93 Milliarden Euro – insbesondere für KI- und Datenprojekte – zugesagt, heisst es weiter.

Macron rief die Cannes-Lions-Teilnehmenden zudem dazu auf, sich auf den kommenden Lumière Summit einzustimmen: den internationalen Gipfel für Kino, Serien und Videospiele, der am 7. September in der Fondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence stattfindet und gemeinsam von Frankreich und Südkorea präsidiert wird.

AACC: Kreativität als strategischer Wirtschaftsfaktor

David Leclabart, Präsident von Australie und Co-Präsident der AACC, kommentierte die Auszeichnung: «Diese Auszeichnung würdigt mehr als ein Jahrzehnt kreativer Exzellenz und feiert Frankreich als eine der führenden Kreativnationen der Welt.» Der «French Touch» sei eine universelle Sprache – von Luxus und Kino über Werbung und Design bis zu den Olympischen und Paralympischen Spielen Paris 2024.

Tiphaine du Plessis, Präsidentin von BETC Fullsix und ebenfalls Co-Präsidentin der AACC, betonte die wirtschaftliche Dimension: «Kreativität ist einer der grössten strategischen Vorteile Frankreichs.» Sie sieht in den Kultur- und Kreativwirtschaften einen Treiber für Wachstum, Nachhaltigkeit, internationalen Einfluss und nationale Attraktivität. «Kreativität ist Wirtschaft. Kreativität ist Wandel», sagte du Plessis. Die Auszeichnung gehöre einem gesamten Kreativ-Ökosystem – Agenturen, Marken, Kreativen, Institutionen und Partnern –, das gemeinsam unter dem Banner «France, The Creative Economy» agiere. Angesichts des Wandels durch KI bekräftigte sie Frankreichs Verpflichtung, technologische Innovation mit menschlicher Kreativität, strategischem Denken und kultureller Vision zu verbinden.

Die AACC (Association des Agences Conseil et Création) ist ein 1972 gegründeter Berufsverband, der Agenturprofis rund um die zentralen Herausforderungen der Branche vereint.

Weitere Informationen: https://www.aacc.fr

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