Google-Jahresrückblick 2025: Ein Jahr zwischen Schocks, Tragödien und Sommermärchen
Von politischen Attentaten und Naturkatastrophen bis hin zu viralen Memes und sportlichen Höhepunkten: Der Tech-Gigant Google hat heute seinen «Year in Search»-Rückblick für die Schweiz veröffentlicht. Die Analyse von Milliarden Suchanfragen zeichnet das Bild eines Jahres, das die Schweizer Bevölkerung emotional stark forderte, aber auch Momente kollektiver Neugier bot.
Das Jahr 2025 war in der Wahrnehmung der Schweizerinnen und Schweizer geprägt von einer Mischung aus Trauer über internationale Krisen und dem direkten Betroffensein von lokalen Ereignissen. Wie Google Schweiz in seiner heutigen Medienmitteilung bekannt gab, basieren die Listen auf jenen Suchbegriffen, die im Vergleich zum Vorjahr den stärksten Anstieg im Suchinteresse verzeichneten.
Die dominierenden Themen: Attentate und Naturgewalten
Kein Ereignis bewegte die Schweiz im Jahr 2025 stärker als der gewaltsame Tod des US-Aktivisten Charlie Kirk. Kirk, der im September bei einem Attentat ums Leben kam, belegt nicht nur den ersten Platz bei den allgemeinen Suchbegriffen und den Schlagzeilen, sondern führt auch die Liste der Abschiede an.
Doch die Krisen machten auch vor der Landesgrenze nicht halt. Auf dem zweiten Platz der meistgesuchten Begriffe landete der verheerende Bergsturz in Blatten, der als lokale Katastrophe eine Welle der Solidarität und des Informationsbedarfs auslöste. Den dritten Rang in dieser düsteren Bilanz belegt das Schlagwort «Iran Israel», was die Besorgnis der Bevölkerung über die eskalierenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten widerspiegelt.
Auch weitere internationale Dramen fanden ihren Niederschlag im Suchverhalten: Das Flugzeugunglück einer Air-India-Maschine Mitte Juni, bei dem 260 Menschen ihr Leben verloren, landete auf Platz sechs der Schlagzeilen. Auf kultureller Ebene sorgte ein spektakulärer Kunstraub im Pariser Louvre für weltweites Aufsehen und belegte Rang fünf im Schweizer Suchinteresse.
Schweizer Köpfe: Ein neuer Bundesrat und eine schlagfertige Moderatorin
Bei den nationalen Persönlichkeiten richtete sich der Fokus stark auf das politische Parkett in Bern. Martin Pfister ist die meistgesuchte Schweizer Persönlichkeit des Jahres. Das enorme Interesse erklärt sich durch seinen Amtsantritt am 1. April 2025, als er das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) als neuer Bundesrat übernahm.
Die Unterhaltungsbranche folgt direkt dahinter: Die Kabarettistin Hazel Brugger sicherte sich den zweiten Platz. Sie führte als Co-Moderatorin durch den Eurovision Song Contest (ESC), der im Mai in Basel ausgetragen wurde, und punktete beim Publikum mit ihrer charmanten und schlagfertigen Art.
Der Sport komplettiert das Podest: Der Moto3-Pilot Noah Dettwiler landete auf Rang drei. Die Suchanfragen schnellten in die Höhe, nachdem er während der Besichtigungsrunde zum MotoGP von Malaysia schwer gestürzt war; mittlerweile befindet er sich auf dem Weg der Besserung.
Ein Sommermärchen: Die «Frauen-Nati» bewegt das Land
Nicht nur in der Suchleiste, sondern auch im sprachlichen Diskurs hinterliess der Sport tiefe Spuren. Die Fussball-EM der Frauen landete bei den allgemeinen Suchbegriffen auf dem vierten Platz. Dass das Interesse massiv war, bestätigt nun auch die ZHAW: Eine Jury aus Sprachschaffenden kürte den Begriff «Frauen-Nati» zum Wort des Jahres 2025 in der Deutschschweiz,.
Begründet wurde die Wahl mit der Euphorie des Sommers: Das Team spielte sich souverän in den Viertelfinal, brach Zuschauerrekorde und löste einen Ansturm von Nachwuchsspielerinnen auf die Schweizer Clubs aus. Auch in der rätoromanischen Schweiz schlug sich dies nieder, wo «ballape da dunnas» (Frauenfussball) auf dem zweiten Platz landete. In den Google-Suchanfragen manifestierte sich das Interesse zudem in einer spezifischen Personalfrage: «Warum spielt Alisha Lehmann nicht bei der EM?» schaffte es in die Top 5 der meistgestellten Warum-Fragen.
Internationale Prominenz: Skandale und Streaming-Erfolge
Der Blick über die Grenzen zeigt, dass vor allem Streaming-Dienste und soziale Medien die Prominenz definieren. Der deutsche Rapper «Haftbefehl» führt die Liste der internationalen Persönlichkeiten an, nachdem eine im Herbst veröffentlichte Netflix-Dokumentation für grosse Aufmerksamkeit gesorgt hatte.
Auf Platz zwei folgt der US-YouTuber MrBeast, der mit über 450 Millionen Abonnenten den erfolgreichsten Kanal der Plattform betreibt. Kurioser war der Grund für den dritten Platz: Tech-CEO Andy Byron geriet durch einen sogenannten «Kiss-Cam-Skandal» während eines Coldplay-Konzerts in die weltweiten Schlagzeilen.
Abschiede, die schmerzen
Neben dem bereits erwähnten Charlie Kirk musste die Welt 2025 von weiteren Grössen Abschied nehmen. Grosse Anteilnahme löste der Tod des portugiesischen Fussball-Nationalspielers Diogo Jota aus, der im Juli zusammen mit seinem Bruder bei einem Autounfall verstarb. Auch die Musikwelt trauerte: Rocklegende Ozzy Osbourne starb im Sommer im Alter von 76 Jahren an einem Herzstillstand.
Ein weiteres bedeutendes Ereignis war der Tod von Papst Franziskus, der auf Platz zehn der Abschieds-Liste steht. Dies korrespondiert mit dem hohen Suchvolumen nach dem Begriff «Papstwahl» in den Schlagzeilen sowie der häufig gestellten Frage: «Wie alt ist der neue Papst?».
Serien-Hype: Faszination für das Abgründige
Bei den TV-Serien suchten die Schweizer vor allem Nervenkitzel. Die Produktion «Monster: Die Geschichte von Ed Gein» weckte das grösste Interesse mit ihrer Darstellung des berüchtigten Serienmörders. Auf den Plätzen folgten das südkoreanische Phänomen «Squid Game» sowie die Serie «Adolescence», die von einem 13-jährigen Jungen handelt, der unter Mordverdacht steht.
Die grossen W-Fragen: Waldbrände und Tintenfische
Die konkreten Fragen, die die Schweizer an die Suchmaschine stellten, geben oft den tiefsten Einblick in den Alltag.
- Warum: Das dominierende Thema waren hier die Waldbrände in Los Angeles (Kalifornien), die im Januar 2025 über 30 Todesopfer forderten. Die Frage «Warum brennt es in Los Angeles?» stand an der Spitze. Auch sportliche Kontroversen bewegten das Land, etwa die Frage «Warum wird Cucurella ausgebuht?».
- Wie: Hier zeigte sich ein skurriles Interesse an der Zoologie. Die meistgestellte Wie-Frage des Jahres lautete: «Wie viele Herzen hat ein Tintenfisch?» (Die Antwort lautet drei).
- Was: Ein Internet-Phänomen gab vielen Rätsel auf. Am häufigsten wurde nach der Bedeutung von «6-7» («Six-Seven») gegoogelt. Dabei handelt es sich um einen Ausdruck, der auf ein Meme zurückgeht, bei dem ein Teenager bei einem Basketballspiel diese Zahlen nennt und eine spezifische Handbewegung macht.

