2025 Google Bananza – Ein Jahresrückblick im Zeichen der Banane

Google lud Journalist:innen und Creators zur «2025 Google Bananza» in die Showküche an der Sihlpost. Zwischen Kürbisrisotto, Bananencake und Western-Referenzen zeigte das neue KI-Bildmodell Nano Banana Pro, wie weit generative Bildtools 2025 gekommen sind – und warum der beste Teil des Tages trotzdem aus der Pfanne kam.

Wer „2025 Google Bananza“ hört, landet gedanklich schnell auf der Ponderosa-Ranch: Ben Cartwright, seine Söhne, der Wilde Westen. Der Name ist ein Wortspiel aus Banane und Bonanza – und trifft ziemlich genau, worum es ging: ein Jahresrückblick im Zeichen eines gelben, krummen Superstars.

Nur: Statt Revolver und Reitstiefeln prägten Schürzen, Kochlöffel und ein paar Charts das Bild. In der Google Sihlpost führten Pia De Carli und Samuel Leiser aus dem Kommunikationsteam von Google Schweiz locker und humorvoll durch den späten Vormittag – eher Gastgeber:innen eines Zmittags unter Freunden als Moderations-Duo einer Tech-Show. Im Mittelpunkt zum kurzen Auftakt: das neue KI-Bildmodell Nano Banana Pro, eingebettet in ein Setting, das nach Kochsendung roch, nicht nach Entwicklerkonferenz.

Prompt auf Gemini mit Auswahl «create an image»: „Kreiere eine schön gestaltete Infografik im Bananen-Stil, welche erklärt, was für Zutaten man für ein Bananenbrot benötigt und wie man es backt.“
Bald geht’s los: Zutaten fürs Bananenbrot. Das kurze Making-of gibt’s als Teil im Video.

Bananza im 4. Stock: Zwischen Bananencake und Beta-Features

Die Showküche im 4. Stock an der Kasernenstrasse fühlte sich weniger nach „Presse-Event“ an als nach Studio eines Food-Formats. Während zuvor kurz über generative KI, Gemini 3 und neue Workflows diskutiert wurde, zischte und brodelte es später bei Koch Harris, der den Vormittag in ein multisensorisches Erlebnis verwandelte.

Auf dem Menü: ein cremiges Kürbisrisotto mit feinem Fleisch – und, nomen est omen, ein Bananencake als Referenz an das KI-Modell. Keine PowerPoint-Schlacht, keine Laserpointer, sondern Töpfe, Pfannen, frische Zutaten.

Im rund dreieinhalbminütigen Video zum Event ist dieses Setting der rote Faden: Nahaufnahmen vom Schneiden, Rühren und Abschmecken, dazu die Inputs aus dem Google-Team zu Nano Banana Pro. Der Kontrast hätte kaum deutlicher sein können: Hier Handwerk und Hitze, dort Rechenleistung und Pixelpräzision.

Koche und arbeite: Das «Bananza» Kochevent in der Google Showküche bot einen informativ-unterhalsamen Mix aus kreativem Kochen und interessiertem Zuhören

Der heimliche Star: Nano Banana Pro

Die Banane war an diesem Vormittag mehr als Deko. Der eigentliche Protagonist hiess Nano Banana Pro – Googles neues KI-Bildmodell, das auf Gemini 3 Pro aufsetzt und am 20. November ausgerollt wurde. Zielgruppe: Marketing-Profis, Agenturen, Creators – alle, die nicht einfach „irgendein“ Bild brauchen, sondern genau das Visual, das ins Konzept passt.

Marta Zaratin, AI Marketing Manager EMEA, formulierte den Ausgangspunkt so: „Das Bild ist da, aber es ist noch nicht perfekt.“ Genau hier setzt Nano Banana Pro an. Der Schritt nach vorne besteht nicht nur darin, Bilder zu generieren, sondern sie im Dialog zu bearbeiten – Schicht um Schicht, Ebene um Ebene, fast wie im Gespräch mit einer art-direktierenden KI-Partnerin.

Pia De Carli, Communications Manager bei Google Switzerland präsentiert die Suchreihenfolge rund um KI

Text, der endlich sitzt

Wer schon einmal versucht hat, mit einer Bild-KI ein Plakat mit Claim zu produzieren, kennt das Drama: Buchstabensalat, verrutschte Typografie, Logos, die aussehen wie aus einem Paralleluniversum.

Nano Banana Pro soll dieses Kapitel schliessen. Das Modell rendert Texte sauber, lesbar und konsistent – und das mehrsprachig. Ob ein Slogan auf einer Getränkedose, der für den asiatischen Markt korrekt ins Koreanische übersetzt wird, oder ein „BERLIN“-Schriftzug, der subtil aus Häuserfassaden geformt wird: Die KI versteht Sprache, Kontext und Formgebung gleichzeitig.

Für Kreative bedeutet das: weniger Frust in der Feinarbeit, weniger manuelle Korrekturen – und mehr Zeit für das, was sich nicht automatisieren lässt: die Idee dahinter.

Das Google Suchranking für AI-Themen

Konsistenz statt Wundertüte

Ein weiterer Pain Point der Branche: Storytelling mit KI. Wenn Protagonist:innen in jeder Szene anders aussehen, wird aus der Kampagne eine Wundertüte. Genau an dieser Stelle will Nano Banana Pro liefern.

Das Modell kann bis zu 14 Bilder miteinander verbinden und dabei die Ähnlichkeit von bis zu fünf Personen oder Charakteren konsistent halten. Google zeigte dazu eine Gruppe von 14 flauschigen Monstern auf einem Sofa. Jedes hatte seinen eigenen Charakter – und blieb doch über verschiedene Shots hinweg stabil erkennbar.

Für Marken mit wiederkehrenden Figuren, Social-Serien oder Kampagnen mit wiederkehrenden Szenen ist das ein massiver Schritt nach vorne. Aus „einmaligem KI-Glückstreffer“ wird eine planbare Bildwelt.

Licht, Tiefenschärfe, Stimmung: Feintuning per Prompt

Dazu kommt eine Detailkontrolle, die noch vor kurzem Photoshop-Profis vorbehalten war. Ein Prompt wie „Turn this scene into nighttime“ reicht, um eine sonnige Szene in eine Nachtaufnahme zu verwandeln: Strassenlaternen gehen an, Reflexe verändern sich, Schatten werden länger.

Ähnlich funktioniert die Steuerung der Tiefenschärfe: Mit einem „Focus on the flowers“ lässt sich der Blick des Publikums gezielt auf ein Element lenken, der Hintergrund wird weicher, das Produkt rückt nach vorne.

Für Kampagnenproduktion bedeutet das: Layoutvarianten in Sekunden, schnellere visuelle AB-Tests, einfachere Übersetzung einer Visual-Idee in unterschiedliche Kanäle und Formate.

Vom Pitch-Deck bis zum CV: KI wird Alltagswerkzeug

Neben diesen „Hero-Features“ zeigte Google eine Liste von Einsatzfeldern, die deutlich macht, wie tief KI bereits in den Arbeitsalltag einsickert. Nano Banana Pro und die dazugehörigen Tools helfen, Präsentationen zu visualisieren, Flyer und Social Assets zu bauen, Logos zu skizzieren, Bewerbungsfotos aufzuwerten oder sogar Trading-Szenarien zu bebildern.

Spannend ist die Funktion „Real-World-Knowledge“: Die KI erkennt Zutaten auf einem Bild und macht daraus ein Rezept – inklusive attraktiv aufbereitetem Visual. Oder sie nimmt aktuelle Wetterdaten auf und verwandelt sie in eine Pop-Art-Infografik, die sich direkt im Social Feed behauptet.

Was früher mehrere Tools, Stockportale und eine Designrunde gebraucht hat, lässt sich heute im Dialog mit dem Modell anstossen. Die eigentliche Frage für Agenturen und Marketingabteilungen verschiebt sich: weg von „Was ist technisch möglich?“ hin zu „Wie organisieren wir unsere Arbeit um diese Möglichkeiten herum?“.

SynthID: Transparenz im Pixel

Im Hintergrund läuft dabei ein unsichtbarer, aber entscheidender Layer: SynthID, das digitale Wasserzeichen von Google. Alle mit der KI generierten Bilder werden damit markiert, ohne dass das menschliche Auge etwas davon sieht.

Für eine Branche, die mit Vertrauen, Verantwortung und Markenwerten arbeitet, ist das mehr als ein technisches Detail. Es ist ein Signal, dass KI-Visuals nicht als anonyme Masse in den Content-Strom gekippt werden sollen, sondern als klar deklarierte Bausteine einer Kommunikationsstrategie.

Bananza-Crew, im Uhrzeigersinn: Nadia, Bettina, Tobias, Sam, Koch Harris, Dara, Karin, Kyurin und Beat. Hinter der Kamera: Pia.

Fazit am Herd: Die Maschine malt, Harris kocht

Nach dem Mittagessen stand eine einfache Erkenntnis auf dem Tisch – neben dem Kürbisrisotto und dem Bananencake: Nano Banana Pro kann das fotorealistischste Bild eines Desserts in Sekunden erzeugen, inklusive perfekt gesetztem Schriftzug, idealer Glasur und Social-tauglicher Lichtstimmung. Das Rezept lässt sich als Infografik aufbereiten, die jedem Foodblog Konkurrenz macht.

Hohe Konzentration: Nadia, Bettina, Tobias und Sam (von links) mit Showkoch Harris

Was die KI aber nicht kann: den Duft in der Küche erzeugen, das Klirren der Gläser, den kurzen Moment, in dem alle gleichzeitig den ersten Bissen nehmen. Genau diese analogen Augenblicke machten die „2025 Google Bananza“ zu mehr als einer Produktdemo.

Für die Marketing-, Medien- und Kreativbranche lautet die Botschaft: Die Tools werden spektakulär stark. Texte sitzen, Bildwelten bleiben konsistent, Licht und Tiefenschärfe folgen dem Prompt. Aber die Entscheidung, welche Geschichten erzählt werden – und wie sie sich im echten Leben anfühlen sollen –, bleibt beim Menschen.

Dass Google in Zürich lieber zum Kochlöffel griff, statt nur Slides zu servieren, passt dazu perfekt. Die eigentliche Bananza findet zwar längst auch in den Rechenzentren statt. Doch der Ort, an dem Kommunikation wirklich wirkt, ist weiterhin dort, wo jemand am Herd steht, etwas anrichtet – und andere daran teilhaben lässt.

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