Die transformative Kraft der KI im Marketing

Was am Branchentreff «AI in Marketing» an Erfahrungen, Modellen und Visionen vergangene Woche geteilt wurde, zeigt, wie tiefgreifend KI das Marketing bereits verändert – und was jetzt zählt.

KI-Visualisierung zum Titel «Transformative Kraft der KI im Marketing»

Die Konferenz «AI in Marketing» zeigte eindrücklich, wie künstliche Intelligenz das Marketing neu taktet: von Automatisierung über Hyperpersonalisierung bis zu Agentic Marketing. CMOs stehen im Zentrum eines fundamentalen Wandels – und damit vor der Aufgabe, Effizienz, Relevanz und ethische Verantwortung neu auszubalancieren. KI-Tools steigern nicht nur den ROI, sondern verändern auch Prozesse, Kompetenzen und Rollenprofile. Besonders gefragt: strategischer Weitblick, experimentelle Neugier – und das Talent, die KI sinnvoll in die Unternehmens-DNA zu integrieren. Der exklusive m&k-Report liefert Impulse aus erster Hand für Entscheiderinnen und Entscheider, die jetzt Weichen stellen wollen.

Datengetriebene Entscheidungen und verbesserte Kundenerlebnisse

KI-gestützte Analysen grosser Datenmengen liefern Marketingverantwortlichen präzisere Einblicke in Kundenverhalten und Kampagnenperformance. Die verschiedenen Datenquellen lassen sich in Echtzeit abfragen, was fundierte Entscheidungen deutlich beschleunigt. Bereits in der Content-Produktionsphase kann KI zur Performance Prediction von Marketinginhalten eingesetzt werden. Ein zentraler Vorteil: die Hyperpersonalisierung. Sie ermöglicht es, Kunden mit passgenauen Erlebnissen und Angeboten anzusprechen – für mehr Relevanz in der Kommunikation und eine stärkere Kundenbindung. KI beflügelt zudem die Entwicklung innovativer Marketingformate wie KI-generierte Bilder und Videos. Auch entlang der Customer Journey sorgt KI für intelligentere Interaktionen – bis hin zu einer nahtlosen Omnichannel-Erfahrung. Zukünftig dürfte das sogenannte Agentic Marketing an Bedeutung gewinnen: autonome KI-Agenten, die Aufgaben im Marketing eigenständig ausführen.

Kosteneffizienz und neue Marketingansätze

Durch Automatisierung und effizientere Prozesse können CMOs mit KI signifikante Kosteneinsparungen erzielen und den Return on Investment (ROI) steigern. Neue Ansätze wie die sogenannten AI Twins – digitale Zwillinge von Zielgruppen – ermöglichen es, Kundenbedürfnisse präziser zu analysieren und Strategien schneller zu testen. Auch die Content-Erstellung wird durch KI revolutioniert: Tools unterstützen die Ideenfindung, Texterstellung sowie Bild- und Videoproduktion – und machen Content Creation schneller und effizienter. Ein weiterer Treiber: die zunehmende Nutzung von KI-basierten Suchwerkzeugen. Das macht die Optimierung von Inhalten für Large Language Models (LLMO) zu einem neuen Imperativ in der Content-Strategie. CMOs sollten überdies auch hier die Potenziale von KI-Agenten im Blick behalten, die künftig Teile der Marketingarbeit autonom übernehmen könnten.

Prall gefüllter «Turning Stage» im Circle an der «AI in Marketing»: Marco Schlauri über «AI-driven Search»

Strategien für die erfolgreiche KI-Integration

Die erfolgreiche Integration von KI erfordert eine klare Strategie und einen pragmatischen Zugang. CMOs sollten Ziele definieren, geeignete Use Cases identifizieren und idealerweise mit Pilotprojekten starten. Dabei geht es nicht zuletzt um Akzeptanz: KI muss von den Teams verstanden und mitgetragen werden. Weiterbildung und Kompetenzentwicklung sind zentral. Die Fähigkeit, KI-Modelle präzise anzusteuern, wird zum Wettbewerbsvorteil. Entsprechend gefragt sind sogenannte «Prompt-Poeten». Auch die Auswahl geeigneter Tools spielt eine wichtige Rolle. Wer systematisch testet, reflektiert und lernt, kann erfolgreiche Anwendungen skalieren. Für CMOs heisst das: Experimentierfreude fördern, Content-Strategien für KI und LLMO entwickeln – und auch die Zusammenarbeit mit Tech- und Ethik-Expertinnen und -Experten suchen.

«AI in Marketing»: Brian P. Rüeger, Rektor HWZ auf der Dartmouth Stage zu «AI for CMOS»

Ethische Verantwortung im KI-gestützten Marketing

Wo KI eingesetzt wird, stellen sich ethische Fragen. CMOs tragen hier eine besondere Verantwortung. Diskutiert wurde, dass bestimmte Anwendungen Menschenrechte und Privatsphäre verletzen können. Auch das Urheberrecht muss gewahrt bleiben. Angesichts von Deepfakes braucht es Transparenz über die Herkunft von Inhalten und Mechanismen zur Faktenprüfung. Ebenso entscheidend: Bias vermeiden und Diskriminierung ausschliessen. Kultur und Werte sollten die Entwicklung von KI mitprägen – nicht umgekehrt. Dafür braucht es in den Unternehmen eine Diskussionskultur, die ethische Aspekte aktiv verhandelt.

Diskutierten angeregt über das Spannungsfeld AI: Tanja Herrmann, Moderation, Sabine Lehmann von Google DeepMind, Henriette Engbersen, SRG SSR, Peter G. Kirchschläger, Universität Luzern, .JPG

Die Rolle des CMO in der Ära der KI

Mit der wachsenden Bedeutung von KI verändert sich auch die Rolle der CMOs. Gefordert ist weniger der operative Manager, sondern mehr der strategische Gestalter. Wer künftig erfolgreich sein will, muss neue Kompetenzen aufbauen, Teams umbauen und interdisziplinär denken. Die Förderung einer kundenzentrierten und ethischen KI-Nutzung wird ebenso entscheidend sein wie die Bereitschaft zur Transformation.

Fazit: Chancen nutzen, Verantwortung wahrnehmen

KI ist ein mächtiges Werkzeug – aber kein Selbstläufer. Wer als CMO die Potenziale erkennt und strategisch handelt, kann Marketing effizienter, personalisierter und innovativer gestalten. Der Weg dorthin führt über Pilotprojekte, Kompetenzaufbau und eine reflektierte Haltung gegenüber Ethik und Verantwortung. Die Transformation ist im Gange. Jetzt ist der Moment, sie aktiv zu gestalten.

More articles on the topic