Marketagent untersucht, was Zeit für die Schweizer Bevölkerung bedeutet
Wie nutzen wir das höchste Gut, unsere Zeit? Gerade in unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist diese kostbare Ressource knapp. Marketagent Schweiz hat ein Stimmungsbild rund um das Thema Zeit erhoben und zeigt: Für den Grossteil könnten die Uhren ruhig einmal still(er) stehen.

Die Zeit verläuft für die Befragten viel zu schnell. Der Erhebung zufolge sind die letzten Jahre für knapp vier von fünf Auskunftspersonen (79%) wie im Flug vergangen. Zudem haben 58% das Gefühl, dass ihnen die Zeit nur so davonrennt. Der Grund für das Gefühl, in ständiger Eile zu sein, liegt für den Grossteil (69%) an der Schnelllebigkeit der heutigen Welt.
Dass der Wunsch nach mehr Gemütlichkeit besteht, ist nicht überraschend. Der Stresspegel in der Schweiz ist hoch: Fast jede:r Dritte (31%) fühlt sich einmal oder mehrmals täglich gestresst. Dabei zeigen die Umfrageresultate, dass Frauen häufiger unter täglichem Stress leiden als Männer (Frauen: 36%; Männer: 27%). Männern dagegen gelingt es leichter, sich zu entspannen (Männer: 56%; Frauen: 42%).
Die Schweizer Pünktlichkeit
Die Schweizer Pünktlichkeit ist in der Bevölkerung verwurzelt. Sie ist kein Klischee, sondern ein fester Bestandteil der schweizerischen Identität. Denn 63% der Deutsch- und Westschweizer Bevölkerung finden Pünktlichkeit sehr wichtig, weitere 34% betrachten sie als eher wichtig. Lediglich 3% finden, dass diese Eigenschaft irrelevant ist.
«Pünktlichkeit dürfte für viele eine Strategie sein, um mit zeitlicher Belastung umgehen und den Tag planen zu können», erläutert Jacqueline Rütter von Marketagent Schweiz die Ergebnisse der Studie. Allerdings zeigt sich: Je jünger die Befragten, desto weniger Wert legen sie auf Pünktlichkeit. Während für 73% der Baby Boomer die Pünktlichkeit sehr wichtig ist, beträgt dieser Anteil bei der Generation Z noch 52%.
Wunsch nach mehr Zeit für Reisen und Hobbies
Für die Arbeit im Haushalt werden pro Woche im Durchschnitt um die 15 Stunden aufgewendet. Vollzeitbeschäftigte investieren sogar noch mehr Zeit in ihren Haushalt: durchschnittlich 17 Stunden. Kein Wunder, dass viele Menschen dies gerne reduzieren möchten. 38 % der Deutsch- und Westschweizer Wohnbevölkerung möchten weniger Zeit für die Hausarbeit benötigen. Gut die Hälfte aller Berufstätigen (51%) würde gerne weniger Zeit der Arbeit widmen. Dagegen ist vor allem der Wunsch nach mehr Platz im Terminkalender für Reisen und Hobbies gross.

Generation Z: Zwischen Work-Life-Balance und Stress
Häufig äussert die Generation Z – Personen, die nach 1994 geboren sind – den Wunsch nach mehr Zeit für die verschiedenen Lebensbereiche und zeigt damit eine Veränderung der Lebensprioritäten gegenüber den älteren Generationen in der Schweiz, insbesondere der Generation X und den Baby Boomern. 59% der jungen Menschen aus der Generation Z würden gerne weniger arbeiten. Obwohl die durchschnittliche Arbeitsbelastung im Haushalt für diese Generation am tiefsten ist (durchschnittlich 11 Stunden pro Woche), ist der Wunsch nach weniger Haushaltsarbeit mit 46% gross.
«Der ausgedehnte Wunsch nach mehr Zeit für Reisen (78%), die Partnerschaft (71%), Sport (68%), soziale Aktivitäten (66%) sowie Hobbies und Freizeitbeschäftigungen (66%) zeigt, dass diese Generation einen starken Fokus auf einen Lebensstil legt, der viel Raum für persönliche Interessen und soziale Bindungen lässt», erklärt Jacqueline Rütter. Dabei sei die Generation Z nicht einfach faul oder ambitionslos, denn die Resultate würden darauf aufmerksam machen, dass die Generation Z häufig unter Stress leide (täglicher Stress: 45%). Nur zwei von fünf Vertreter:innen dieser Generation fällt es leicht, sich zu entspannen, 65% wünschten, der Tag hätte 48 Stunden. Bedenklich ist, dass mehr als ein Viertel dieser jungen Generation (26%) angibt, dass sie gerne in einer anderen Zeit geboren wären.
Für die Erhebung von Marketagent Schweiz wurden Online-Interviews vom 02. April bis 14. April 2024 mit 1’047 Personen im Alter zwischen 14 und 74 Jahren durchgeführt
