Neue publizistische Leitlinien: 20 Minuten gründet Academy für interne Weiterbildung
Die umfassenden publizistischen Leitlinien von 20 Minuten wurden während eines Medienfrühstücks vorgestellt. Sie zeigen, wie 20 Minuten mit den gesellschaftlichen Herausforderungen des Newskonsums umgeht und lancieren die «20 Minuten Academy» zur Stärkung der internen Aus- und Weiterbildung. Chefredakteurin Désirée Pomper stand im Anschluss m&k Werbewoche.ch für ein Videointerview zur Verfügung.
20 Minuten hat erstmals umfassende publizistische Richtlinien erarbeitet und macht diese dem breiten Publikum zugänglich. Die Leitlinien erklären einerseits die journalistischen Grundsätze, an denen sich 20 Minuten orientiert, wie beispielsweise den Umgang mit Quellen, Recherche, Einbindung der 20 Minuten Community oder auch den Umgang mit Werbung und Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig zeigen sie auch auf, wie 20 Minuten mit den drei grossen gesellschaftlichen Herausforderungen bezüglich Newskonsum umgeht: Content Overflow und News Fatigue, Falsch- und Desinformation sowie Filter Bubbles.
Weil Informationen heute rund um die Uhr über unzählige Kanäle verfügbar sind, sind Menschen konstant überfordert, was mit dem Begriff «Content Overflow» bezeichnet wird. Zudem hat sich bei vielen aufgrund der Pandemie und der herrschenden Kriege eine Newsmüdigkeit – eine «News Fatigue» – eingestellt. Gleichzeitig ist die Problematik der Falsch- und Desinformation aktueller denn je, weil alle Menschen Content kreieren und mit teilweise unverifizierten Inhalten in Sekundenschnelle ein Millionenpublikum erreichen können. Hinzu kommt, dass sich das Publikum heute oft in Filterblasen beziehungsweise «Filter Bubbles» bewegt, in denen die eigenen Meinungen bestätigt statt hinterfragt werden.
In diesem Kontext will 20 Minuten die wachsende Bedeutung des journalistischen Handwerks und der klassischen Medien unterstreichen. Denn «unabhängig und richtig informierte Bürgerinnen und Bürger sind die Voraussetzung für eine funktionierende direkte Demokratie», heisst es in einer Mitteilung.
Neutraler, kompakter Journalismus mit Unterhaltungswert
Vor diesem Hintergrund hat 20 Minuten einerseits die klassischen Newsressorts ausgebaut, die Berichterstattung aus dem Bundeshaus verstärkt und eine Fakten-Check-Taskforce eingeführt. Reporterinnen und Reporter berichten vermehrt auch aus dem Ausland. Die Teams von Lifestyle und Entertainment sorgen für inspirierende und unterhaltende Elemente, um der Newsmüdigkeit entgegenzuwirken.

Mit diesem Angebot, das «politisch neutral und unabhängig» ist und «ausgewogen das ganze Meinungsspektrum» abbilde, soll die gesamte Gesellschaft erreicht werden. Den Leser:innen soll so eine eigene Meinungsbildung sowie auch die Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs ermöglicht werden.

«Wir freuen uns, dass wir unsere publizistischen Leitlinien nun transparent der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Fake News, Filterblasen und belehrende Worte haben bei 20 Minuten keinen Platz. Dafür verifizierte Nachrichten, verschiedene Meinungen und eine ausgewogene, ideologiefreie Berichterstattung. Und natürlich weiterhin: Ganz viel Unterhaltung und Inspiration», wird 20–Minuten-Chefredaktori n Désirée Pomper zitiert.

Internes Aus- und Weiterbildungsprogramm gegründet
Um die Kompetenzen der Redaktion wie auch die Qualität der Berichterstattung weiter zu stärken, sei zudem ein das interne Schulungsprogramm «20 Minuten Academy» gegründet worden. Die über 25 regelmässig stattfindenden Kurse sind mehrheitlich kurz und kompakt und behandeln für die Redaktion wichtige Themen, von Faktencheck über Titelsetzung bis zur Einführung in die Fotografie oder das Erstellen von Infografiken.

Geleitet werden die Kurse allesamt von Mitarbeitenden, die im jeweiligen Bereich über vertieftes Know-how verfügen. Die Teilnahme steht allen interessierten Mitarbeitenden von 20 Minuten offen. Praktikant:innen besuchen alle Kursteile, um ihre praktische Ausbildung mit einem soliden theoretischen Unterbau zu vervollständigen. Geleitet wird die 20 Minuten Academy von Sofie Erhardt, Head of Visual & People Lead, und Gaudenz Looser, stellvertretender Chefredaktor.
