«Wir müssen über Outdoor-Zeit reden und diese wieder mehr priorisieren»
Seit acht Jahren sorgt das Outdoor-Bekleidungslabel dafür, dass Kinder viel Zeit draussen verbringen können. Das Team um Gründer und CEO Franz Bittmann ist der Überzeugung, dass sie dadurch zufriedener und widerstandsfähiger sind. Leider wird die Outdoor-Zeit der Kinder immer weniger, wie eine Studie von Link im Auftrag von Namuk zeigt. Darum möchte Namuk Eltern mit einer Kampagne dafür sensibilisieren, die Outdoor-Zeit von Kindern zu priorisieren. Werbewoche.ch hat mit Namuk-CEO Franz Bittmann gesprochen.
Werbewoche.ch: Franz Bittmann, Sie haben diese Woche mit ihrer Studie «Schweizer Kinder und ihre Outdoor Zeit» und der begleitenden Kampagne eine grosse Diskussion zu Outdoor-Time von Schweizer Kinder angestossen. Wie kam es dazu?
Franz Bittmann: Mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wird seit der Pandemie viel thematisiert, denn es gibt einigen Anlass zur Besorgnis. Meistens steht im Zentrum der Berichterstattung die Zunahme an Screentime, schon im jungen Alter. Als Herstellerin von Outdoor-Kleidern für Kinder hat es uns immer irritiert, dass wir gesellschaftlich fast nur noch über Screentime, Social Media oder Gaming reden. Dass wir uns alle wünschen würden, das alles würde weniger werden. Was aber wäre, wenn wir gesellschaftlich nicht nur über das reden, was Kinder weniger sollten, sondern über das reden, was sie mehr könnten, dürften oder sollten? Outdoor-Zeit! Denn wir sind der festen Überzeugung, dass ein Kind, das viel Zeit draussen verbringt, beim Spielen, Entdecken, Klettern und so weiter einfach beschäftigter und zufriedener ist – was Screentime, beispielsweise, automatisch in den Hintergrund rücken lässt oder zumindest reduziert.
Was waren die spannendsten Erkenntnisse der Studie?
Für mich persönlich war der Fakt, dass Kinder in der Schweiz nur noch rund 1,5 Stunden pro Tag draussen an der frischen Luft verbringen, überraschend – überraschend wenig. Das ist eine Angabe der Eltern von 0- bis 12-jährigen Kindern in der gesamten Schweiz, ein Jahresdurchschnitt. In den 1,5 Stunden sind der Schulweg, die Pausen, der Spaziergang in der Kita und auch Freispiel enthalten. Wenig, oder? Auch die Eltern selbst geben an, dass sie im Kindesalter viel mehr Zeit draussen verbracht haben.
Was haben Sie sonst noch herausgefunden?
Zwei Findings: Erstens, dass Eltern klar überzeugt sind, dass Kinder, die viel Zeit draussen verbringen, zufriedener, widerstandsfähiger und naturverbundener sind. Dass sie besser schlafen und weniger Zeit vor Bildschirmen verbringen. Die Eltern wissen also ganz klar, wie wertvoll die Zeit draussen für die Kinder ist.
Und zweitens?
Dass Eltern sich selber als wichtigster Faktor nennen, damit Kinder mehr rausgehen! Das heisst, man selber war früher viel mehr draussen, man weiss wie gut das dem eigenen Kind tun würde und man weiss, dass man als Vater oder Mutter einen grossen Einfluss auf die Outdoor-Zeit der Kinder hat. Die Frage ist: Wie ändern wir das?
Nämlich?
Ich glaube darum, es ist an der Zeit, dass wir das Thema Outdoor-Zeit diskutieren, priorisieren und gesellschaftlich anpacken. Wir leben in einem der schönsten Länder der Erde, haben die Natur quasi vor der Haustüre. Nutzen wir sie doch auch! Kleine Kinder brauchen dazu klar die Eltern. Grosse Kinder und Jugendliche ein Freundesumfeld, das auch gerne draussen ist. So oder so: Für mich ist die Studie ein Weckruf an uns alle, dass wir über Outdoor-Zeit reden und diese wieder mehr priorisieren müssen.
Wie bringen Sie das nun kommunikativ an die Leute?
Mit der Lancierung der Studie haben wir bewusst eine Diskussion gestartet und merken, wie stark das Thema die Menschen in den Kommentarspalten von 20 Minuten, Blick, Watson, der Aargauer Zeitung und «10 vor 10» die Leute beschäftigt und bewegt. Auf unserer Website haben wir verschiedene Ressourcen zusammengestellt, die Eltern nutzen können – Bücher, die inspirieren, Tipps und Tricks, was man draussen alles tun kann. Denn vielen fehlen manchmal die Ideen, und darum haben Eltern oft auch Probleme, die Kinder zum Rausgehen zu motivieren.
Und was beinhaltet die Kampagne sonst noch?
Wir arbeiten mit Familienplattformen wie Fritz & Fränzi, Any Working Mom und Wir Eltern zusammen, um so viele Eltern wie möglich zu erreichen. Ebenso bespielen wir das Thema auf unseren eigenen Social-Media-Kanälen, viele Themenführer:innen und Influencer:innen haben den Faden aufgegriffen und spinnen ihn weiter, bringen eigene Ideen und Tipps ein. Zusätzlich unterstützen wir die Kampagne mit einem emotionalen Film, der dramatisiert, wie viel Zeit unsere Kinder drinnen verbringen und wo sie lieber wären, kreiert von Tasty Films.
Wer steckt hinter der Kampagne?
Die Idee für diese Mental Health Kampagne hatten wir selber, das Thema wollten wir schon lange bespielen. Bei der Umsetzung haben wir sehr verzahnt mit einem internen Team und externen Spezialisten zusammengearbeitet. Als Start Up müssen wir auf jeden Franken schauen, und wir glauben, dass wir so eine super Lösung gefunden, den Impact maximiert haben. Wir sind wirklich super happy mit der Kampagne.
Wie geht es nun weiter?
Die Diskussion um mehr Outdoor-Zeit für Kinder beschäftigt neben Eltern offensichtlich auch viele Fachpersonen, die sich bei uns melden. Diese Zielgruppen wollen wir weiterhin mit einfachen Tipps und Tricks für mehr Outdoor-Zeit im Alltag motivieren, ihnen Ideen und Inspiration bieten. Und ja, wenn jemand merkt, dass die richtige Outdoor-Bekleidung es einfacher macht, die Kinder schneller an die frische Luft zu bringen und es draussen mehr Spass macht, wenn die Tochter oder der Sohn schön warm eingepackt ist und keine Naht mühsam scheuert, dann, freuen wir uns, wenn wir diese Eltern auf Namuk.com ausrüsten dürfen. Denn darin sind wir Experten.
Verantwortlich für die Kampagne: Lena Hering, Melanie Gath, Noemi Andres, Simon Bertschinger, Andreas Huber, Clément Flaux, Tina Birbaum, Franz Bittmann (Namuk); Regula Bührer Fecker (Farner), Marianne Altgeld, Manuel Cariappa-Schwaninger (Link); Lea Fee & Sean Fee (Tasty Pictures).
Alle Erkenntnisse zur Studie sind auf der Landingpage von Namuk einsehbar.


