Vier Arbeiten mit Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet
Am Dienstag wurde zum 43. Mal der Zürcher Journalistenpreis verliehen. Die Jury des Zürcher Journalistenpreises hat den Preis für das Gesamtwerk an Peter Haffner vergeben. Weiter sind ein Autorenteam und drei Journalisten ausgezeichnet worden.

Nicht wenige Experten würden dem Journalismus einen fundamentalen Wandel durch KI und Programme wie ChatGPT voraussagen. Diese Entwicklung sowie die zunehmende Schwierigkeit, die Herkunft von Texten zu erkennen, sollten nicht unterschätzt werden. So seien auch urheberrechtliche Regelungen wie ein griffiges Leistungsschutzrecht notwendig, das Techplattformen zwinge, die Urheber von Texten an ihrem Gewinn zu beteiligen, gibt sich Masüger überzeugt, wie auch davon, dass es guten Journalismus noch lange brauchen werde.
Für Andrea Masüger war es der letzte Zürcher Journalistenpreis als Stiftungsratspräsident. Er tritt auf eigenen Wunsch auf Ende Juni von den Aufgaben zurück. An seine Stelle als Stiftungspräsident tritt Hannes Britschgi.
Ebenfalls zurückgetreten ist Jurymitglied Stefan von Bergen, der seit 2017 dem Gremium angehörte. Die Nachfolgeregelung für die Leitung und Mitgliedschaft in der Fachjury ist im Gange.
Preis für Gesamtwerk an Peter Haffner
Die Auszeichnung für das Lebenswerk verlieh der Zürcher Journalistenpreis in diesem Jahr an Peter Haffner. Einen Journalisten und Schriftsteller, einen in alle Weltgegenden gereisten Beobachter, der mit seinen Texten seit Jahrzehnten in diversen in- und ausländischen Titeln für Aufsehen sorgt. Dabei findet sich in Haffners Texten nichts Gehetztes, Halbfertiges oder künstlich Aufgeregtes. Stattdessen verbinde sich in ihnen die Sorgfalt des Uhrmachers mit der Phantasie des Künstlers, hiess es in der Laudatio von Manfred Papst auf den 70-jährigen Preisträger.
Vier Arbeiten ausgezeichnet
Für den Journalistenpreis 2023 wurden 226 Arbeiten aus der ganzen Deutschschweiz eingereicht. Daraus hat die siebenköpfige Jury aus Journalisten und Publizisten neun Geschichten für den Zürcher Journalistenpreis und drei für den Newcomer-Preis nominiert und nun vier Arbeiten ausgezeichnet.
Adrienne Fichter und Ivan Ruslyannikov von der Republik wurden für ihre Recherche über das russische Tech-Unternehmen Yandex ausgezeichnet. Janique Weder von der Neuen Zürcher Zeitung erhielt für ihren Text über ein Schweizer Rentnerpaar in den Fängen der Mafia einen Preis. Sarah Serafini wurde für ihre bei Watson publizierte Chronik eines Femizids honoriert, und der letzte Preis ging an Matthias Venetz für seine im Walliser Boten veröffentlichte Reportage über die Folgen eines verheerenden Busunglücks.
Der Zürcher Journalistenpreis wird seit 1981 wird der Preis von einer Fachjury verliehen. Ausgezeichnet werden Gesamtwerke sowie Arbeiten von Print- und Online-Medien. Jeder der Hauptpreise ist mit 10’000 Franken dotiert, der 2018 geschaffene Newcomer-Preis mit 5’000 Franken.
Träger der Stiftung sind die vier Medienhäuser CH Media, NZZ, Ringier und Tamedia. Zudem unterstützen Unternehmen und Institutionen die Veranstaltung mit Geldbeiträgen.
