Publicom-Gründer René Grossenbacher tritt ab
Publicom-Gründer und Verwaltungsratspräsident René Grossenbacher hat sich dazu enschieden, an der kommenden Gemeindeversammlung nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten.

1986 hat der Medienwissenschaftler René Grossenbacher Publicom gegründet und zum einem grossen unabhängigen Medienforschungs- und –beratungsunternehmen ausgebaut. Nachdem er vor zwei Jahren die operative Leitung der Firma seinem langjährigen Stellvertreter Stefan Thommen übergeben hatte und seither als VR-Präsident amtete, werde er sich an der bevorstehenden GV nicht zur Wiederwahl stellen und aus dem Verwaltungsrat ausscheiden, wie es in einer Mitteilung von Publicom heisst. Der Schritt entspreche der langfristigen Nachfolgeplanung, die vor vier Jahren mit der Übernahme der Aktien durch die Technologiefirma Eurospider Information Technology eingeleitet wurde, wie es weiter heisst.
«Der Zeitpunkt für den Rückzug ist für mich ideal. Die Firma ist im Verbund mit der neuen Besitzerin bestens aufgestellt, die Synergieprozesse sind erfolgreich etabliert, und ein tolles, engagiertes Team hält das Schiff auf Kurs», so René Grossenbacher zu seinem Entscheid.
Mit der Gründung von Publicom vor 35 Jahren habe Grossenbacher eine Brücke zwischen der akademischen Kommunikationswissenschaft und der Medienpraxis gebaut, schreibt Publicom in der Mitteilung. Gemäss eigenen Angaben setzte Publicom als erstes Unternehmen europaweit Inhaltsanalysen für die Evaluation von Kommunikationskampagnen und das Reputationsmonitoring ein.
Grossenbacher gehörte auch zu den Pionieren des Content Marketing. Er war Gründungsmitglied der ersten Corporate Publishing Agentur der Schweiz und baute bei Publicom den Corporate Media Geschäftsbereich auf, der später in eine eigenständige Agentur ausgegliedert wurde. Zu den Höhepunkten von Grossenbachers Wirken gehörten die Erarbeitung des Kommunikations-Atlas der Schweiz, der als Grundlage für die Modellierung der Schweizerischen Radiolandschaft in den 1990er Jahren diente, die Entwicklung der Methodik zur Überprüfung der Konzessionsanforderungen an Service-Public-Medien, sowie die Lancierung von MediaBrands, der ersten Intermediastudie zur qualitativen Beurteilung von Medienmarken.
In Zukunft will sich der Publicom-Gründer Mandaten im Non-Profit-Bereich sowie publizistischen Projekten widmen.
