Nivea testet in Deutschland Nachfüllstationen
Wiederverwenden statt Abfallsack: In Deutschland testen Nivea und die DM Drogeriemärkte speziell entwickelte Nachfüllstationen. In der Schweiz sind keine vergleichbaren Projekte geplant.

Kampf dem Plastikmüll: In drei DM-Märkten sowie in den Nivea Häusern erhalten deutsche Kunden ab sofort die Möglichkeit, ihre leeren Pflegedusch-Verpackungen Creme Soft und Creme Sensitive nachzufüllen. Speziell entwickelte Nachfüllstationen stehen währen einer sechs bis acht Monate dauernden Projektphase zur Verfügung.
Bei Initiative seien alle im Boot – Produzent, Händler und Verbraucher, betont Iain Holding, General Manager Beiersdorf Deutschland/Schweiz. «Mit diesem gemeinschaftlichen Ansatz können wir die Erfahrungen sammeln, die wir benötigen, um herauszufinden, welche Lösungen zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft sinnvoll und praktikabel sind.»
Für Sebastian Bayer, als DM-Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Marketing + Beschaffung, trifft das Projekt den Zahn der Zeit: «Wir bei DM nehmen wahr, dass unsere Kunden bewusster einkaufen und bereit sind, nachhaltigere Alternativen auszuprobieren. Mit dem Test einer Nachfüllstation möchten wir unseren Beitrag dazu leisten, dass auch ein Bewusstsein für Wiederverwendung und Recycling entsteht.» Je nachdem, wie die Kundschaft das Angebot annehme, werde man weitere Schritte gehen.
Leere Flaschen können bis zu drei Mal aufgefüllt und an der Kasse bezahlt werden. Nach der dritten Befüllung werden die Konsumenten in der Testphase gebeten, die Flaschen auszutauschen, damit diese auf Qualität und Hygienestandards untersucht werden können. Im Gegenzug erhalten sie kostenlos eine neue Flasche sowie eine kostenlose Nachfüllung.

Ambitionierte Nachhaltigkeitsziele für Beiersdorf
Im Mai 2020 verpflichtete sich das Hautpflegeunternehmen Beiersdorf zum «Global Plastic Pledge» und legte über alle Marken hinweg drei Ziele fest: Bis 2025 sollen 100 Prozent der Verpackungen wiederbefüllbar, wiederverwendbar oder recyclingfähig sein. Der Rezyklat-Anteil der Plastikverpackungen soll auf 30 Prozent steigen und die Menge des verwendeten neuen, erdölbasierten Plastiks um 50 Prozent sinken. Bis Ende 2020 wird Beiersdorf ausserdem 90 Prozent aller PET-Flaschen in Europa auf recycelten Kunststoff (rPET) umstellen. Allein durch diese Einzelmassnahme lassen sich mehr als 1200 Tonnen Neu-Plastik pro Jahr einsparen. Mit diesen konkreten Nachhaltigkeitszielen im Bereich Verpackungen orientiert sich Beiersdorf am Prinzip der Kreislaufwirtschaft: In einem geschlossenen System werden dabei Verpackungsmaterialien nicht nach einmaligem Gebrauch als Abfall verbrannt oder deponiert, sondern wiederverwertet.
In der Schweiz werden Kundinnen und Kunden vorerst auf eine vergleichbare Möglichkeit waren müssen. «Leider ist aktuell für die Schweiz kein Projekt solcher Art geplant», antwortet der Nivea-Konzern Beiersdorf auf Anfrage von Werbewoche.ch.

