Konsumentenschutz kritisiert dynamische Preise scharf
Dynamische Preise bringen Schneesportlern wenig. Zu diesem Schluss kommt die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), die in verschiedenen Skigebieten die Preisgestaltung untersucht hat.

«Intransparente, erhöhte Preise und vermehrtes Datensammeln machen den Kunden zum Verlierer», so die SKS in einer Mitteilung vom Freitag. Nach einer ersten Untersuchung im November 2019 führte die Stiftung im Januar und Februar 2020 eine längere Preisbeobachtung durch. Die Erkenntnisse seien «ernüchternd», so das fatale Urteil der Konsumentenschützer.
Die dynamischen Preise seien für die Konsumenten intransparent und verwirrend, kritisiert die SKS. Es sei überhaupt nicht ersichtlich, welche Faktoren preisdynamisch wirkten. Tatsächlich habe sich aus den Beobachtungen ergeben, dass die neuartige Preisdynamik vorgeschoben werde, um unauffällig generelle Preiserhöhungen zu erzielen. Zudem würden mit dem neuen elektronischen Kaufsystem deutlich mehr Kundendaten gesammelt.
Es habe sich gezeigt, dass in dynamischen Preismodellen effektiv sehr wenig Dynamik stecke: «Weder das Wetter noch die Verfügbarkeit der Anlagen spielt eine entscheidende Rolle bei der Berechnung der Preise, lediglich der Wochentag und die Saison zeigt einen kleinen Einfluss», so die Kritik. Nicht zu rechtfertigen seien die stets gelobten Preisvorteile für Familien, die ihren Skiaufenthalt früh buchten. «Frühbucherrabatte sind insbesondere in der Freizeit- und Reisebranche ein seit Jahrzehnten bekanntes Kundenbindungsinstrument, und werden auch ohne dynamische Preismodelle praktiziert.»
In folgenden Skigebieten wurden die Preise beobachtet: 4 Vallées, Andermatt, Crans-Monana, Gstaad, Laax, Pizol, St. Moritz und Zermatt. Für die Bergbahnen stellen die dynamischen Preise bisher ein Erfolgsmodell dar: Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass die variablen Ticketrpeise zu einem deutlichen Anstieg der verkauften Skitage geführt haben (Werbewoche.ch berichtete). (hae)
